In Deutschland sinken die Auftragseingänge der Industrie nur leicht - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Oleg Totskyi / shutterstock.com

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Nachricht vom 09.01.2018 09.01.2018 (www.4investors.de) - Im November gingen die Auftragseingänge der deutschen Industrie gegenüber dem Vormonat um 0,4% zurück. Rechnet man jedoch die stets volatilen Großaufträge heraus, so ergibt sich ein deutlicher Zuwachs von 1,8% M/M. Generell bleibt der Aufwärtstrend der meisten Unterkomponenten intakt. Besonders hoch zeigte sich die Nachfrage bei Konsum- und Vorleistungsgütern. Bei Kapitalgütern ging sie dagegen zurück. Insgesamt spricht dies für eine weiter wachsende Industrieproduktion, nachdem in jüngster Vergangenheit auch schon andere Frühindikatoren wie zum Beispiel der Ifo-Geschäftsklimaindex ordentlich zulegen konnten.

Anleihen


Deutschland: Industrieproduktion (Nov.), 8:00 Uhr
Deutschland: Handelsbilanz (Nov.), 8:00 Uhr
Euroraum: Arbeitslosenquote (Nov.), 11:00 Uhr

Zum Wochenauftakt gingen die Renditen am Rentenmarkt leicht zurück. Gegenüber Freitag sank die laufende Verzinsung der zehnjährigen Bundesanleihe um einen Basispunkt auf 0,43%. Dies verwundert insofern, als überwiegend positive Wirtschaftsdaten gemeldet wurden. Zwar gingen die Auftragseingänge in der deutschen Industrie im Monatsvergleich zurück (-0,4%), dies liegt aber in erster Linie an den volatilen Großaufträgen. Ohne Großaufträge ergibt sich ein Zuwachs von 1,8% M/M. Der Trend bei den Auftragseingängen weist weiterhin nach oben. Es fällt auf, dass im Jahresverlauf die Auslandsnachfrage größer als die Binnennachfrage war (siehe auch „Im Blickpunkt“). Heute früh wurde für die deutsche Industrieproduktion im November ein unerwartet kräftiger Anstieg gegenüber dem Vormonat um 3,4% bekannt gegeben, nachdem sie zwei Monate hintereinander gefallen war. Im Jahresvergleich ergibt sich ein Zuwachs von 5,6%. Der Handelsbilanzüberschuss vergrößerte sich wieder, denn die Exporte wuchsen im November mit 4,1% (M/M) stärker als die Importe mit 2,3% (M/M). Für das laufende Jahr rechnen wir aufgrund des anhaltend positiven Umfelds mit einer Fortsetzung des kräftigen Wirtschaftswachstums. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sollte 2018 um 2,5% ansteigen. Auch für die Eurozone wurden gestern starke Daten gemeldet. So legten die Einzelhandelsumsätze im November überraschend um 1,5% gegenüber dem Vormonat zu und konnten damit den Rückgang des Oktobers (-1,1% M/M) mehr als ausgleichen. Das Wirtschaftsvertrauen der Eurozone (Economic Sentiment Indicator – ESI) sprang von 114,6 auf 116,0 Punkte im Dezember. Dies ist der höchste Stand seit Oktober 2000.

Aktien


Continental, vorläufige Jahreszahlen

Auch in der zweiten Handelswoche des Jahres konnten die europäischen Aktienbörsen an die gute Entwicklung der Vortage anknüpfen, allerdings mit deutlich geringerer Dynamik. Positiv wirkte sich vor allem ein wieder etwas schwächerer Euro aus. Der Dax 30 näherte sich so wieder seinem Rekordhoch von Anfang November. Kurz vor Handelsschluss präsentierte der Nivea- und Tesa-Produzent Beiersdorf vorläufige Geschäftszahlen für das Jahr 2017, die besser als erwartet ausfielen. Die Aktie (+1,0%) gehörte damit zu den Börsenfavoriten. Am Ende der Kursliste standen dagegen die Titel der Deutschen Bank (-1,0%), die damit ihren Kursrutsch vom Freitag fortsetzten. Die deutsche Großbank hatte eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal ausgesprochen. Im Leitindex des Euroraums, dem EUROSTOXX 50, konnten indes bis auf die defensiven Sektoren Versorger (-0,2%) und Nahrungsmittel (-0,4%) alle Branchen zulegen. Besonders positiv präsentierten sich dabei erneut Automobile und Grundstoffe (jeweils +0,9%). Auch an der Wall Street setzte sich der Rekordlauf mit etwas geringerer Geschwindigkeit weiter fort. Die meisten Indizes verzeichneten moderate Gewinne. Der Dow Jones verbuchte sogar einen kleinen Verlust. Kurz vor dem Beginn der Berichtssaison zeigten sich die Anleger zurückhaltend. Vor allem die Papiere von General Electric (-1,4%) mussten ihrem zuletzt gezeigten Erholungslauf Tribut zollen. Deutlich positiv entwickelten sich dagegen die Aktien des Baumaschinenproduzenten Caterpillar (+2,5%), die von einer Kaufempfehlung profitierten. Die meisten Branchen konnten weiter leicht zulegen. Vor allem Energie (+0,6%) setzte dabei den positiven Trend fort. Die asiatischen Börsen legen ebenfalls in der Breite zu. Der japanische Aktienmarkt startete mit Gewinnen in die gestern durch einen Feiertag verkürzte Handelswoche.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!



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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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