PNE Wind Anleihe 2018(2023)

Steinhoff schlägt alle - Erholungsbewegung stockt


Ich habe die Informationen zum Datenschutz zur Kenntnis genommen.


Wir geben ihre Mailadresse nicht weiter! Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

Nachricht vom 05.01.2018 05.01.2018 (www.4investors.de) - Eine solche Situation erlebt man auch nicht alle Tage. Mit der Steinhoff Aktie nimmt ein MDAX-notierter Titel die Topposition im Tradegate-Handel ein. In diesem Fall haben es die Folgen des Bilanzskandals beim niederländisch-südafrikanischen Konzern mit deutschen Wurzeln möglich gemacht: Im Dezember wurden im Tradegate-Handel Steinhoff-Aktien mit einem Orderbuchwert von 274 Millionen Euro gehandelt - so viel wie mit keiner anderen Aktie. Auf den Plätzen folgen die Papiere von Volkswagen mit 211 Millionen Euro und Evotec mit 155 Millionen Euro Orderbuchumsatz.

Währenddessen stockt die jüngste Kurserholung bei der Steinhoff Aktie derzeit. Im Bereich 0,595/0,613 Euro könnte sich eine charttechnische Hürde aufbauen. Das passt ins Bild: „Um 0,58/0,60 Euro und um 0,65/0,66 Euro sind weitere Tradinghindernisse zu sehen”, hieß es gestern in einer unserer Analysen. Das konkretisiert sich aktuell. Steinhoffs Aktienkurs notiert mittlerweile bei 0,586 Euro mit 4,53 Prozent im Plus, das Tageshoch ist bei 0,613 Euro notiert.

Hier noch einmal unser Steinhoff-Bericht vom heutigen Morgen: An der Börse hört man weiterhin nicht auf Steinhoff. Während das Unternehmen wiederholt zu einem vorsichtigen Umgang mit den eigenen Aktien warnte, passiert am Markt das genaue Gegenteil: Es wird zum Teil wild gezockt. Dabei hat sich in den letzten Tagen eine Veränderung gezeigt: Reagierte die Börse zuvor auf sämtliche Steinhoff-News negativ, egal worum es ging, so passiert nun das Gegenteil. Die Folge ist eine Erholungsbewegung der Steinhoff Aktie von 0,248 Euro bis an die Marke von 0,60 Euro, die gestern knapp erreicht wurde.

Die Erholung lässt natürlich die Spekulationen unter Zockern hochkochen: Kann sich Steinhoff retten oder nicht? Von Anfang an stand dabei das operative Geschäft des niederländisch-südafrikanischen Möbel- und Retailkonzerns im Fokus, zu dem es zuletzt durchaus positive Nachrichten gab, So berichteten Töchter in Australien und Großbritannien von einem starken Weihnachtsgeschäft, in den USA geht es bei der Restrukturierung von Mattress Firm voran - wir berichteten. Auffällig: Steinhoffs Tochterfirmen suchen zunehmend eine größere finanzielle Unabhängigkeit von der bisher alles dominierenden Muttergesellschaft, bei der das Finanzgebaren nach einem milliardenschweren Expansionstrip des Managements quer über den Globus teils chaotische Züge angenommen hatte.

Zwar ist derzeit noch völlig unbekannt, welche Dimension die Bilanzlöcher bei Steinhoff nach den aufgedeckten Unregelmäßigkeiten haben, eine ganze Reihe von Abschlüssen muss neu aufgestellt werden, dennoch scheint man an der Börse zurzeit eine Pleite des Konzerns als wenig wahrscheinlich anzusehen. Interessant: Obwohl Steinhoff selber einräumt, dass man den vorgelegten Jahresabschlüssen kein Vertrauen entgegen bringen kann, sind es immer wieder die Bilanzrelationen des Konzerns, die als Argument herhalten müssen, warum die Steinhoff Aktie derzeit so etwas wie die Chance des Jahres sein muss - eine gefährliche Argumentation, solange keinerlei detailliertere Informationen zur Größe der Bilanzlöcher auf dem Tisch liegen.

Steinhoff: Zwischen Hoffen und Bangen


Zumal noch eine zweite große Unbekannte auf dem Tisch liegt: Der Weg, mit dem sich Steinhoff sanieren will, ist offen. Derzeit hat man beim Unternehmen alle Hände voll zu tun, Aufräumarbeiten durchzuführen, die Bilanzen auf den Kopf zu stellen, das Personal auszutauschen, das bei Großinvestoren sämtliches Vertrauen verspielt hat, und vor allem die Liquidität zu stabilisieren. Trotz einiger Fortschritte in diesem Bereich musste Steinhoff gestern einräumen, dass immer noch in vielen Bereichen des Konzerns erhebliche Liquiditätslücken für das operative Geschäft existieren - wir berichteten. Der bisherige Finanzvorstand Ben la Grange soll sich nun vor allem darum kümmern - zumindest der offizielle Grund, warum der Manager als CFO abgelöst wurde. Ohnehin sorgte die Personalie bisher bei Anlegern für Ärger: Die Darstellung Steinhoffs, dass la Grange als Finanzverantwortlicher von dem Bilanz-Skandal nichts gewusst haben soll, wirkt alles andere als überzeugend. Längst waren Stimmen laut geworden, die offen den Rücktritt des kompletten Managements gefordert haben, das vom Skandal kompromittiert sei.

Und so könnte der Sanierungprozess, auf den bei Steinhoff alles hinausläuft, für Aktionäre unangenehme Überraschungen bereit halten. Erste Beteiligungen wurden verkauft, um Finanzlöcher zu stopfen - nicht etwa, um Schulden abzubauen. Die angekündigte Berufung eines Managers, der sich um die Sanierung der Finanzen kümmern soll, lässt auf weitere Transaktionen in den kommenden Monaten schließen. Dabei muss es nicht beim Verkauf von einzelnen Geschäftsbereichen bleiben, bei denen ohnehin nur ein Teil des Verkaufserlöses in die Tilgung von Schulden fließt, eher könnte zum Beispiel ein „Umtausch” der Steinhoff-Anleihen in Aktien ein Deal sein, auf den der Konzern zur Rettung hinarbeitet. Das allerdings wäre, siehe vergleichbare Beispiele in den letzten Jahren, mit massiven Verwässerungeffekten für die derzeitigen Aktionäre verbunden. Steinhoff wäre dann zwar gerettet, die Anteilseigner aber möglicherweise nicht mehr Herr im eigenen Haus. Ob eine solche Perspektive tatsächlich die explosiven Kursgewinne verspricht, die einige Börsendienste derzeit den Anlegern schmackhaft machen, darf definitiv in Frage gestellt werden.

Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag aus der 4investors-Redaktion - Steinhoff Aktie: Trader zocken mit den Poundland-News

Aktueller Aktienkurs und interaktive Chart-Tools für die Steinhoff International Aktie: Hier klicken!!



Aktie: Steinhoff International
WKN: A14XB9
ISIN: NL0011375019
Aktienindex: SDAX
Homepage: http://www.steinhoffinternational.com
Branche: Retail-Konzern, Handel vor allem mit Möbeln und Modeartikeln, zum Konzern gehört unter anderem die Poco-Kette sowie die österreichische Unternehmensgruppe Kika-Leiner.




Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

23.04.2018 - Fresenius: Akorn klagt
23.04.2018 - Süss Microtec: Klarer Umsatzsprung
23.04.2018 - Peine: Gläubiger sollen Einschnitte genehmigen
23.04.2018 - IBU-tec advanced materials: Expansion in Bitterfeld
23.04.2018 - PNE Wind: Starkes Interesse an der Anleihe
23.04.2018 - Atoss Software: Guter Jahresauftakt
23.04.2018 - Singulus Technologies: Maschinen für China
23.04.2018 - GxP German Properties: Meran tritt ab
23.04.2018 - E.On: Neues Joint Venture
23.04.2018 - Solarworld: Übernahme in USA


Chartanalysen

23.04.2018 - Bitcoin Group Aktie: Hier geht etwas, wenn…
23.04.2018 - H+R Aktie: Raus aus den Sorgen?
23.04.2018 - paragon Aktie: Trendwende nach den heftigen Verlusten möglich?
22.04.2018 - RIB Software Aktie: Traum geplatzt
20.04.2018 - Evotec Aktie: Der Chart schürt Hoffnungen, aber…
20.04.2018 - Pantaflix Aktie: Geht die Erholungsrallye weiter?
20.04.2018 - Siemens Healthineers Aktie: Neue Kursphantasie nach Konsolidierung?
19.04.2018 - MBB Aktie: Das Comeback?
19.04.2018 - Deutsche Bank Aktie: Steht der Ausbruch bevor?
19.04.2018 - RIB Software Aktie: Das Pulver schon verschossen?


Analystenschätzungen

23.04.2018 - UBS Group: Zu hohes Minus
23.04.2018 - Fresenius: Kaufen nach der Absage
23.04.2018 - Infineon: Dollar ist eingepreist
23.04.2018 - Fresenius Medical Care: Erwartungen werden reduziert
23.04.2018 - Covestro: Ein übertriebenes Minus
23.04.2018 - Porsche: Aktie folgt dem Volkswagen-Trend
20.04.2018 - Wirecard: Gibt es eine Überraschung?
20.04.2018 - Commerzbank: Neues Kursziel vor den Zahlen
20.04.2018 - RWE: Zweifache Hochstufung der Aktie
20.04.2018 - Deutsche Bank: Konsens gibt nach


Kolumnen

23.04.2018 - DAX stabil zum Wochenstart: „Verflixte Dreieckskiste“ - Donner + Reuschel Kolumne
23.04.2018 - Microsoft Aktie: Top-Bildung möglich - UBS Kolumne
23.04.2018 - DAX: Patt-Situation zwischen Bullen und Bären - UBS Kolumne
20.04.2018 - Schweizer Franken: Der ehemalige Mindestwechselkurs lässt grüßen - VP Bank Kolumne
20.04.2018 - Schwellenländerbörsen im März 2018 mit leichter Outperformance - Commerzbank Kolumne
20.04.2018 - DAX: Sommerlicher Seitwärtsendspurt - Donner + Reuschel Kolumne
20.04.2018 - Continental Aktie: Reversal noch nicht in trockenen Tüchern - UBS Kolumne
20.04.2018 - DAX: Kampf um Widerstand hat begonnen - UBS Kolumne
19.04.2018 - Aluminiumpreis dürfte sich bald wieder beruhigen - Commerzbank Kolumne
19.04.2018 - DAX: „Sixpack“ binnen dreier Wochen - Donner + Reuschel Kolumne

All Right Reserved by minimalthemes - ©2018 Stoffels & Barck GbR