Gute US-Berichtssaison, aber nicht so stark wie im ersten Halbjahr - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 17.11.2017 17.11.2017 (www.4investors.de) - Nachdem aktuell knapp 90% der US-Konzerne ihre Quartalsberichte vorgelegt haben und auch die Berichtssaison in Europa deutlich ihren Zenit überschritten hat, wird es wieder einmal Zeit für ein Fazit. Dieses fällt insgesamt positiv aus, rangiert aber deutlich hinter den Ergebnissen der beiden Vorquartale. In den USA liegen die summierten Gewinne des dritten Quartals aktuell ca. 2,8% (Q2: 4,8% u. Q1: 6,0%) über den Erwartungen. Die Vorjahreswerte werden um 6,9% (Q2: 11,1% u. Q1: 15,7%) übertroffen. Klammert man die Energiewerte aus, die in diesem Jahr ihre Gewinnwende vollzogen haben dürften und somit extreme Steigerungsraten aufweisen, verbleibt noch ein jährliches Gewinnwachstum von knapp 4%. Am stärksten präsentieren sich im dritten Quartal sowohl in Bezug auf die Gewinn- als auch auf die Umsatzentwicklung die Branchen Energie, Grundstoffe als auch die Informationstechnologie. Den schlechtesten Eindruck hinterlässt klar der Telekommunikationssektor. Deutlich hinter den Erwartungen blieben die Immobilienaktien (REITs) zurück. Sehr auffällig ist in den USA, dass die Umsätze, ganz im Gegensatz zum Vorjahr, inzwischen ähnlich starke Steigerungsraten wie die Gewinne aufweisen, was durchaus als Qualitätssteigerung angesehen werden kann. In den Vorjahren basierten die Gewinnanstiege zu einem großen Teil auf Kostenreduktionen. Die Berichtssaison wird wesentlich von den großen Konzernen bestimmt, die deutlich besser abschneiden als die Titel der zweiten Kategorie. Die wohl größte Enttäuschung hinterließen die Zahlen von General Electric. Nachdem der Mischkonzern bereits im Oktober sehr schwache Quartalszahlen präsentiert hatte, wurde jetzt auf einem Investorentag neben dem massiven Konzernumbau auch eine unerwartet hohe Kürzung der Dividende verkündet.

In der nächsten Woche werden wir die europäische Berichtssaison unter die Lupe nehmen.

Anleihen


Euroraum: Leistungsbilanz (Sep.), 10.00 Uhr
Euroraum: Bauproduktion (Sep.), 11.00 Uhr
USA: Baubeginne (Okt.), 14.30 Uhr

Per saldo blieben die Renditen von Bundesanleihen gestern weitgehend unverändert, auch wenn vorübergehend eine Aussage von EZB-Ratsmitglied Yves Mersch nicht gut angekommen war: Er sehe keine Gründe, die EZB-Anleihekäufe über September kommenden Jahres hinaus fortzusetzen. Sie steht freilich in schroffem Gegensatz zur offiziellen EZB-Kommunikation, die „kein abruptes Ende“ der Anleihekäufe vorsieht und daher ein stufenweises Abschmelzen der Käufe über September hinaus nahelegt. Dies zeigt nur, wie unterschiedlich die Meinungen im EZB-Rat sind; durchsetzen dürfte sich freilich nicht die Falkenfraktion, sondern die Taubenfraktion um Mario Draghi, die den Fuß nur so langsam wie möglich vom Gaspedal zu nehmen gedenkt. Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA machten einen guten Eindruck: So ist der Stimmungsindex für den Wohnungsmarkt im Oktober auf 70 Punkte gestiegen und verfehlte sein Nachkrisenhoch nur knapp; dies ist eine gute Vorlage für die heute anstehenden Baubeginne und Baugenehmigungen. Die Industrieproduktion ist im Oktober kräftig um 1,3% M/M gestiegen, was primär an Nachholeffekten im Zuge der wirbelsturmbedingten Verwerfungen im Vormonat liegt. Doch profitiert die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe zunehmend auch von der Belebung der Weltwirtschaft und dem abgeschwächten US-Dollar. Die US-Importpreise sind im Oktober um 0,2% M/M und 2,5% J/J gestiegen. Bei den Vorleistungsimporten machen sich die gestiegenen Produzentenpreise bemerkbar, bei den Konsumgütern dürfte mit der Zeit der abgeschwächte US-Dollar noch stärker durchschlagen. Der Preistrend geht in die von der Fed gewünschte Richtung.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die Aktienmärkte in Europa tendierten gestern überwiegend freundlicher. Die Verluste vom Mittwoch konnten dabei mehr als wettgemacht werden. Nachdem der Stoxx Europe 50 Price-Index sieben Tage in Folge schwächer notiert hatte, legte er gestern um 0,5% zu. Damit ergibt sich seit Jahresbeginn ein Plus von 4,4%. Viel besser sieht es nach wie vor bei dem von uns favorisierten deutschen Leitindex aus. Der Dax, der gestern 0,6% gewann und wieder über der Marke von 13.000 Punkten schloss, verbucht seit Anfang 2017 ein Plus von stolzen 13,6%. Wie schon am Vortag zählten erneut Bankaktien zu den Tagesgewinnern (Deutsche Bank: +2,6%; Commerzbank: +1,6%). Die Fantasie in Bezug auf eine mögliche Konsolidierung im europäischen Bankensektor gepaart mit möglicherweise steigenden Zinsen in 2018/19 sorgt augenblicklich wieder für Kaufinteresse bei diesen Titeln. In der zweiten Reihe sackte die Aktie vom Hamburger Hafen bei hohen Umsätzen um 12,5 Prozent ab; verantwortlich hierfür zeichnete v.a. die Verkaufsempfehlung eines Brokers. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Aktien aus dem Bereich Bau gesucht, die im Schnitt um 2% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierten wie am Vortag Werte aus dem Sektor Öl & Gas (-0,4%). Die Börsen in den USA tendierten gestern freundlich. Der Dow Jones-Index gewann 0,8%, der stärkste Anstieg seit zwei Monaten. Steigende Chancen für eine US-Steuerreform befeuerten u.a. IT-Werte. Die Aktie von Wal-Mart Stores kletterte um fast 11%, nach-dem die Firma den höchsten Umsatz seit der letzten Rezession gemeldet hatte (Barnes & Noble: +7,6%). Auf Sektoren-ebene waren insbesondere Telekomaktien gefragt, die im Schnitt um 1,8% zulegten. Energietitel verloren im Schnitt rd. 0,6%. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss uneinheitlich. Während der Nikkei 225-Index leicht zulegte, büßten chinesische A-Aktien kurz vor Schluss rd. 0,5% ein.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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