Stimmungsindikatoren auf Rekordjagd – Sarasin Kolumne

Bild und Copyright: hxdyl / shutterstock.com

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Nachricht vom 06.11.2017 06.11.2017 (www.4investors.de) - In den letzten beiden Jahrzehnten waren die konjunkturellen Stimmungsindikatoren selten besser. Wir kommen zu dem Schluss, dass (1) sie einen Aufschwung reflektieren, der ohne grossen Gegenwind von allen Regionen der Weltwirtschaft getragen wird und sich so verstärkt; (2) Strukturbrüche und eine geringeres Potenzialwachstum dazu führen, dass sich die Stimmungsindikatoren nicht in ähnlich hohe Wachstumsraten wie vor der Finanzkrise übersetzen lassen; und (3) vom aktuellen Niveau positive Konjunkturüberraschungen kaum mehr möglich sind.

Seit Jahresbeginn liegt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone konsistent über 55 Punkten und damit deutlich über der Expansionsschwelle von 50 und den Durchschnitten der vergangenen beiden Jahre von jeweils gut 52 Punkten. Zuletzt stieg er auf 58,5 Punkte, dem höchsten Stand seit Februar 2011 und einem Wert, der in den letzten 20 Jahren in nur sechs Monaten übertroffen wurde. Der für Deutschland erhobene Index erreichte sogar 60,6 Punkte – den siebthöchsten Wert im gleichen Zeitraum. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. Vor seiner kleinen Korrektur im Oktober verbuchte der entsprechende Index in den USA ebenfalls einen Wert von über 60 Punkten, was in diesem Jahrhundert bisher lediglich im ersten Halbjahr 2014 zu beobachten war.

Die guten Stimmungsindikatoren haben viele Beobachter überrascht. Wie sind sie zu erklären? Steigt das Potenzialwachstum der Weltwirtschaft wieder? Wohl kaum. Die Stimmung ist unserer Einschätzung so gut, da sich der Konjunkturaufschwung in allen wichtigen Währungsregionen synchron entfaltet und daher verstärkt. In den vergangenen Jahren hatten regionale Probleme die globale Dynamik zurückgehalten – dies war teils die Schuldenkrise in der Eurozone, eine Schwächephase in China oder die Belastung einiger Schwellenländer als die Rohstoffpreise so dramatisch eingebrochen waren. Ähnlich dem Fahrradfahrer, dessen Fahrpotenzial sich nicht verändert, wenn sich Gegen- zu Rückenwind dreht, bleibt auch das Potenzialwachstum der Weltwirtschaft davon unberührt.

In einer separaten Studie finden wir sogar, dass Strukturbrüche dazu führen, dass die derzeitigen Stimmungsindikatoren nicht mehr zu den gleichen Wachstumsraten führen sollten wie in Konjunkturzyklen vor der Finanzkrise. Auch sind von den aktuellen Niveaus positive Überraschungen extrem unwahrscheinlich geworden. Was bleiben sollte ist allerdings eine sehr solide Expansion der Weltwirtschaft und der Unternehmensgewinne in den nächsten Quartalen. Grund genug für einen optimistischen Blick auf das nächste Jahr.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bank Sarasin. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!






Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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