ifo-Geschäftsklima: Neuer Rekordwert zeugt von ungebrochener Euphorie - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Aun Photographer / shutterstock.com.

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Nachricht vom 25.10.2017 25.10.2017 (www.4investors.de) - Soeben hat das Münchener ifo-Institut die Ergebnisse seines Konjunkturtests für den Berichtsmonat Oktober veröffentlicht. Demnach hat sich die Stimmung unter den befragten rund 7.000 deutschen Unternehmen zuletzt nochmals verbessert. Der ifo-Geschäftsklimaindex markiert im Oktober mit 116,7 Punkten ein neues Allzeithoch. Auch die gestern von Markit gemeldeten Zahlen zu den Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor sprechen für einen anhaltend kräftigen Aufschwung. Der wohl wichtigste Frühindikator für die deutsche Volkswirtschaft, das ifo-Geschäftsklima, zeugt nun gar von einer regelrechten Euphorie in den Chefetagen deutscher Unternehmen.

Die aktuelle Geschäftslage hat sich im abgelaufenen Monat noch einmal verbessert. Mit 124,8 Punkten kehrt der entsprechende Teilindex fast auf sein Allzeithoch zurück. Das Stimmungsbild in den Unternehmen deckt sich mit unserer Einschätzung, dass das hohe Wachstumstempo im ersten Halbjahr zumindest bis zum Jahresende weitgehend gehalten werden kann. Für das abgelaufene dritte Quartal prognostizieren wir ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,6% Q/Q.

Auf Ebene der einzelnen Wirtschaftssektoren zeigt sich eine weitere Stimmungsaufhellung im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Bauwirtschaft. Auffallend stark hat sich jedoch die Stimmung im Einzelhandel wieder gebessert, nachdem hier einige Monate eine etwas gedämpfte Stimmung vorgeherrscht hatte. Bemerkenswert ist, dass parallel zur sehr guten Lagebeurteilung auch die auf die Situation in sechs Monaten gerichteten Geschäftserwartungen deutlich optimistischer ausfallen. Mit 109,1 Punkten notiert der Index für die Erwartungen so hoch wie zuletzt im Boomjahr 2010.

Zu diesem sehr positiven Ausblick dürfte insbesondere die sehr kräftige Nachfrage aus dem In- und Ausland beigetragen haben. Zudem haben sich die wirtschaftlichen und politischen Risiken in der Eurozone weiter reduziert und auch potenzielle Risikofaktoren wie der bevorstehende Brexit oder die Politik des US-Präsidenten Donald Trump werden zumindest derzeit von den deutschen Unternehmenslenkern weitgehend ausgeblendet. Erstmals floss auch die Erkenntnis in die ifo-Umfrage ein, dass die nächste Bundesregierung wohl von CDU/CSU, der FDP und Bündnis 90/die Grünen gebildet wird. Der guten Unternehmensstimmung war dieser Ausblick ganz offensichtlich zumindest nicht abträglich.

Die Finanzmärkte haben auf die heutigen Zahlen kaum reagiert, zu sehr hat man sich wohl schon an hervorragende Konjunkturdaten aus Deutschland gewöhnt. Für die EZB ändern sich mit den heutigen Zahlen die Grundlagen für ihre morgige Entscheidung nicht. Die Konjunkturdynamik bleibt im gesamten Euroraum hoch, der Aufschwung ist breit unterlegt. Die Wirtschaft der Eurozone verträgt eine Reduktion des geldpolitischen Stimulus. Die EZB sollte daher im Jahr 2018 ihre Anleihekäufe auslaufen lassen, auch wenn die Inflation aktuell noch etwas zu niedrig ist.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!






Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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