Deutschland: Konjunkturerwartungen bleiben (vorsichtig) optimistisch - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: connel / shutterstock.com.

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Nachricht vom 17.10.2017 17.10.2017 (www.4investors.de) - Heute hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim die Ergebnisse seines monatlichen Finanzmarkttests bei rund 350 Volkswirten, Analysten und Fondsmanagern für den Berichtsmonat Oktober veröffentlicht. Demnach sind die Konjunkturerwartungen für Deutschland zuletzt nochmals, wenn auch nur dezent auf 17,6 Saldenpunkte angestiegen. Das bedeutet, dass weiterhin eine Mehrheit der vom ZEW befragten Experten von einer gegenüber der jetzigen Konstellation verbesserten wirtschaftlichen Lage in sechs Monaten ausgeht. Der Ausblick für die Eurozone fällt zwar nicht mehr ganz so optimistisch aus wie im Vormonat, auch hier stehen die Zeichen aber auch weiterhin für eine Verstetigung des Aufschwungs.

Die Einschätzung der gegenwärtigen Konjunkturlage in Deutschland bleibt trotz eines marginalen Rücksetzers in der Nähe der historischen Höchststände vom Frühjahr 2011. Diese überaus positive Bewertung der aktuellen Situation bildet damit den Referenzpunkt für den Blick in die Zukunft und sollte bei der Interpretation der Erwartungskomponente freilich nicht vergessen werden. Der deutschen Wirtschaft geht es derzeit glänzend und die Chancen, dass es in sechs Monaten sogar weiter aufwärts geht, sind gut. Dieses Bild bestätigt unsere durchaus optimistischen Prognosen für ein Wirtschaftswachstum in Deutschland in der Nähe von 2% in diesem und im nächsten Jahr.

Die wie immer bereits zuvor veröffentlichten Umfrageergebnisse von sentix und vor allem die Kursfeuerwerke am Aktienmarkt hatten allerdings darauf hingedeutet, dass sich die Stimmungsindikatoren des ZEW noch ein wenig deutlicher nach oben bewegen würden. Stattdessen kommen in den heutigen Zahlen doch etwas zurückhaltendere Einschätzungen zur deutschen und europäischen Konjunktur zum Ausdruck. Die vorsichtigere Beurteilung der Aussichten für die Eurozone passt gut zu dem merklich schwindenden Optimismus bei den Perspektiven für Frankreich und vor allem Italien. Fragen zur spanischen Wirtschaft werden in der Erhebung nicht gestellt. Es lässt sich aber leicht ermessen, dass der schwere Konflikt in Katalonien hier noch viel ausgeprägter sichtbar gewesen wäre als in den eher mittelbaren Ausstrahlungen auf die europäischen Nachbarländer.

Alles in allem lassen sich die heutigen Zahlen so deuten, dass die deutsche Wirtschaft auf eine robuste und intakte Binnennachfrage vertrauen kann. Die Konjunkturerwartungen für unsere europäischen Nachbarländer und damit auch für unsere wichtigsten Handelspartner haben sich hingegen ein klein wenig eingetrübt. Dennoch liefern die heutigen Zahlen gute Argumente für eine schrittweise Abkehr der EZB von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. Diesbezügliche Forderungen sind besonders klar von den deutschen Notenbankern Jens Weidmann und Sabine Lautenschläger artikuliert worden – vielleicht ein wenig durch die deutsche Brille, deswegen aber nicht weniger begründet!

Fazit: Die vom ZEW erhobenen Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Oktober nochmals, wenn auch nur dezent angestiegen. Die deutsche Wirtschaft kann damit auf eine robuste und intakte Binnennachfrage vertrauen. Die Konjunkturerwartungen für unsere europäischen Nachbarländer und damit auch für unsere wichtigsten Handelspartner haben sich hingegen ein klein wenig eingetrübt. Dennoch liefern die heutigen Zahlen gute Argumente für eine schrittweise Abkehr der EZB von ihrer ultraexpansiven Geldpolitik. Diesbezügliche Forderungen sind besonders klar von den deutschen Notenbankern artikuliert worden – vielleicht ein wenig durch die deutsche Brille, deswegen aber nicht weniger begründet!


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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