Brexit-Verhandlungen: nicht genügend Fortschritte - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: melis / shutterstock.com

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Nachricht vom 13.10.2017 13.10.2017 (www.4investors.de) - Die Verhandlungen um den EU-Austritt Großbritanniens (Brexit) haben ihr Etappenziel verfehlt. Die Fortschritte reichen nach Aussagen von EU-Unterhändler Michel Barnier nicht aus, um die zweite Phase der Brexitgespräche über die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU zu starten. Noch hängt man an den Themen finanzielle Forderungen der EU, Bürgerrechte, sowie die Grenze zu Nordirland fest. Ursprünglich sollte nach dem EU-Gipfel am 19./20. Oktober die nächste Phase beginnen. Die Zeit drängt und die Marktteilnehmer sind nicht überzeugt, dass es bald zu einer Einigung kommt. Das britische Pfund, das sich vorübergehend erholt hatte, hat sich diese Woche wieder deutlich abgeschwächt.

Anleihen


Deutschland: Verbraucherpreise (Sep.), 8.00 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Sep.), 14.30 Uhr
USA: Einzelhandelsumsätze (Sep.), 14.30 Uhr
USA: Michigan Verbraucherstimmung (Okt.), 16.00 Uhr

An den Rentenmärkten herrschte gestern ein freundlicher Grundton. Der Impuls kam vom Protokoll der jüngsten FOMC-Sitzung, aus dem der Markt eher taubenhafte Töne herauslas, was auch den US-Dollar schwächte. So hatte der Offenmarktausschuss intensiv über die Inflationsperspektiven diskutiert und eine Gruppe zeigte sich besorgt, dass die derzeit unter dem Zielwert liegende Inflation nicht primär auf transitorische Einflüsse, sondern vor allem auf strukturelle Veränderungen zurückzuführen sei. Diese Gruppe sprach sich dafür aus, mit weiteren Zinsanhebungen besonders behutsam vorzugehen. Offenbar glaubt der Markt, dass diese Sichtweise im FOMC mehrheitsfähig werden könnte. Dies hieße: Während eine Anhebung im Dezember wohl unstrittig ist, wachsen die Zweifel, ob die vom FOMC projizierten (und auch von uns erwarteten) drei Anhebungen von je 25 Basispunkten in 2018 auch erfolgen. Die Lesart des Marktes überzeugt uns nicht: Viele Ratsmitglieder gehen angesichts des Vollbeschäftigung am Arbeitsmarkt von steigendem Preisdruck aus, außerdem wäre ein fiskalischer Stimulus (Stichwort: Steuerreform) ein weiteres Argument für den projizierten Leitzinspfad. Denn in ihrem Basisszenario haben, wie deutlich wurde, die meisten Ratsmitglieder den Fiskalstimulus noch nicht berücksichtigt. Die US-Produzentenpreise sind im September um 0,4% M/M bzw. +2,6% J/J (nach +0,2% M/M und +2,4% J/J) gestiegen. Der Anstieg ist vor allem durch die Angebotsverknappungen bei Öl- und Nahrungsmitteln im Zuge der Wirbelsturmschäden in Florida verursacht. Doch auch ohne diese volatilen Güter zieht die Inflation auf Vorleistungsebene an.

Aktien


Bank of America, Ergebnis Q3
Samsung Electronics, Gewinnausblick Q3
Wells Fargo, Ergebnis Q3

Auch am vierten Handelstag der Woche kamen die europäischen Aktienbörsen kaum von der Stelle. Dennoch schaffte es der deutsche Leitindex Dax 30 zwischenzeitlich einmal kurz, die Marke bei 13.000 Punkten zu überschreiten. Zu den stärksten Antriebskräften gehörten dabei die Aktien der Deutschen Lufthansa (+2,3%), nachdem gemeldet worden war, dass die Fluggesellschaft große Teile des insolventen Wettbewerbers Air Berlin übernehmen wird. Besser als der Standardwerteindex, der letztendlich nur ein knappes Plus verbuchen konnte, entwickelten sich die Werte der zweiten Reihe. Der MDax (+0,5%) schloss nur knapp unter seinem Rekord-stand, der TecDax (+0,6%) erreichte seinen höchsten Stand seit 16 Jahren. Im EUROSTOXX 50 belasteten vor allem Telekommunikationstitel (-0,8%) und Banken (-0,6%), während einzig Grundstoffwerte (+1,2%) deutlicher zulegen konnten. Nachdem sich der spanische Leitindex IBEX 35 am Vortag noch deutlich von den Verlusten der Katalonien-Krise hatte erholen können, schloss er am spanischen Nationalfeiertag nahezu unverändert. Auch an der Wall Street entwickelte sich ein träger Handelsverlauf. Nachdem die meisten Indizes anfangs noch neue Rekordstände verbuchten, kam es im späten Geschäft zu leichten Verlusten. Bei JP Morgan Chase (-0,9%) und Citigroup (-3,4%) wurden nach der Vorlage von Quartalszahlen letztendlich Gewinne mitgenommen. Beide Kreditinstitute hatten dank eines starken Kreditgeschäfts die schwächeren Handelsergebnisse überkompensiert und besser als erwartete Zahlen ausgewiesen. Insgesamt gehörten somit Finanzen neben Gebrauchsgütern (jeweils -0,7%) zu den Verlierern. An den asiatischen Börsen herrscht heute Morgen eine in der Breite positivere Stimmung. Die europäischen Börsen werden dagegen kaum verändert erwartet.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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