Mit ökonomisch hoher Drehzahl auch die politischen Probleme in Euroland lösen – Sarasin Kolumne

Bild und Copyright: Hadrian / shutterstock.com

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Nachricht vom 10.10.2017 10.10.2017 (www.4investors.de) - Die Konjunktur brummt, in Euroland genauso wie global. Dabei verstärkt sich der Aufschwung dadurch, dass alle grossen Volkswirtschaften synchron expandieren und exogene Schocks bislang ausbleiben. In der ersten Jahreshälfte am meisten überrascht hat die positive Entwicklung vor allem in der Währungsunion, die über Jahre lang wirtschaftlich vor sich hinsiechte und politisch vor schwierigen Herausforderungen stand. Die Zeit positiver Überraschungen dürfte vorerst zu Ende sein.

Mit „Europe First” hatten wir seit Frühjahr unserer optimistischen Einschätzung gegenüber der Währungsunion Ausdruck verliehen. Dies drückte gleichsam Skepsis gegenüber den Entwicklungen in den USA aus, als auch ein Vertrauen in die unterschätzte Stabilität in Europa. Inzwischen sind wir neutraler geworden. Gleichwohl haben wir unsere Wachstumsprognose für Euroland noch einmal auf 2,1% in diesem und 2,0% im nächsten Jahr erhöht. Werte die wir für realistisch halten, die aber auch eine so hohe Drehzahl für die Wirtschaft mit sich bringen, dass wir darüber hinausgehenden Überraschungen nur eine geringe Chance geben. Hohes Wachstum bei noch geringen Lohnsteigerungen dürfte dazu führen, dass auch die Unternehmensgewinne ordentlich weiter wachsen und so die Aktienmärkte beflügeln sollten. Wir gehen daher weiterhin von einem Anstieg des DAX auf 13500 Punkte und des Eurostoxx 50 auf 3800 Punkte aus.

Unsere neutralere Haltung bezüglich der Entwicklung in der Währungsunion drückt vielmehr aus, dass die nächsten Monate schwierige politische Herausforderungen mit sich bringen. In Deutschland muss sich eine neue Regierung finden, in Spanien steht sogar die institutionelle Einheit des Landes in Frage und der in Italien anstehende Wahlkampf dürfte auch für Überraschungen gut sein. Dabei hilft nicht, dass auch die Europäische Union mit den Brexit-Unsicherheiten umgehen muss, ein Prozess, der die europäische Einheit weiter untergräbt. Populistische Regierungen in Ungarn, Polen und vielleicht demnächst in der Tschechischen Republik fördern die Zentrifugalkräfte weiter. Eine wichtige Konsequenz hat dies für unsere Prognosen gehabt: Wir gehen nicht weiter von einer Verteuerung des Euro aus, sondern erwarten nun eine Abschwächung gegenüber dem USD auf 1,15 zum Jahresende. Freuen dürften sich darüber nicht nur die europäischen Exporteure, sondern auch die EZB. So hellen sich die Inflationsperspektiven etwas auf und die Entscheidung, die monatlichen Anleihekäufe deutlich zu reduzieren, sollte ihr einfacher fallen. Wir erwarten, dass sie ihr Kaufprogramm um 9 Monate verlängert, das Kaufvolumen aber auf 20-30 Mrd. Euro/Monat reduziert. Dies dürfte einen starken Zinsanstieg verhindern und dazu beitragen, dass das monetäre Umfeld zwar etwas weniger expansiv aber dennoch für die Wirtschaft sehr vorteilhaft bleibt. Eigentlich sind das gute Zeiten, um die politischen Probleme innerhalb der Währungsunion zu lösen.


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bank Sarasin. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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