Ifo-Geschäftsklimaindex trübt sich im September überraschend ein - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 26.09.2017 26.09.2017 (www.4investors.de) - Der Ifo-Geschäftsklimaindex ging überraschend gegenüber dem Vormonat um 0,7 auf 115,2 Punkte zurück. Der Index zur Beurteilung der aktuellen Lage der befragten Unternehmen fiel deutlich auf 123,6 Punkte (August 124,7). Der Index für die Geschäftserwartungen sank dagegen weniger stark auf 107,4 Punkte (August 107,8). Der Rückgang überrascht insofern als die jüngsten Einkaufsmanagerindizes neue Höchststände erreicht hatten. Insgesamt ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft aber weiterhin als hervorragend einzustufen. Der Septemberwert liegt nur wenig unter dem langjährigen Hoch im Juli mit 116,1 Punkten.

Anleihen


Frankreich: Geschäftsklima, INSEE (Sept.), 8:45 Uhr
USA: Verbrauchervertrau., Conf. Board (Sept.), 16 Uhr
USA: Neubauverkäufe (August), 16 Uhr

Das Ergebnis der Bundestagswahl beeinflusste gestern die Märkte. Derzeit interpretieren Händler und Analysten die Lage als unsicher. Nachdem die SPD überraschend angekündigt hatte, in die Opposition zu gehen, bleibt für eine Mehrheit nur eine sogenannte „Jamaika-Koalition“ übrig. Eine Regierungsbildung zwischen CDU/CSU, FDP und Grünen erscheint aber langwierig und ist kein Selbstläufer. Vor allem liegen CSU und Grüne in wichtigen Punkten weit auseinander. Diese Gemengelage scheint wenig berechenbar, was die Nachfrage nach Bundesanleihen erhöht und somit die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen gestern um bis zu 5 Basispunkte auf zwischenzeitlich unter 0,40% sinken ließ. Die Risikoaufschläge von Anleihen südeuropäischer Staaten weiteten sich aus. Eine wahrscheinliche Regierungsbeteiligung der FDP dürfte die Vertiefung der Euro-Integration verlangsamen, die vor allem der französische Präsident Macron befürwortet. FDP-Chef Lindner sprach sich im Wahlkampf mehrfach gegen eine Vergemeinschaftung von Schulden, gegen weitere Umverteilung und für die strenge Einhaltung der Maastrichtkriterien aus. Am Devisenmarkt führten diese Ansichten gestern zu einem schwächeren Euro, der gegenüber dem US-Dollar um gut einen Cent auf unter 1,1850 US-Dollar je Euro nachgab. Ein enttäuschender Ifo-Geschäftsklimaindex stützte die Kurse von Bundesanleihen. Der Index ging überraschend im September gegenüber dem Vormonat zurück. Mit 115,2 Punkten liegt er aber nur wenig unter seinem langjährigen Hoch vom Juli diesen Jahres, was die anhaltend gute Stimmung der deutschen Wirtschaft unterstreicht (siehe auch „Im Blickpunkt“).

Aktien


Nestlé, Investorentag
Micron Technology, Ergebnis Q4
Nike, Ergbebnis Q1
Delivery Hero, Ergebnis 1. Halbjahr

Die Aktienmärkte in Europa tendierten zu Wochenbeginn mehrheitlich im Minus. Lediglich die Leitindizes in der Schweiz und in Deutschland erzielten minimale Gewinne. Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Deutschland hatten damit per saldo nahezu keine Auswirkungen auf das Börsengeschehen. Gerade für internationale Investoren war es von großer Bedeutung, dass die CDU/CSU stärkste Kraft bleibt und damit auch die Kanzlerin stellt. Eine mögliche Koalition zwischen der CDU/CSU, den „Grünen“ und der FDP führte gestern vor allem zu Verkäufen von Versorgertiteln. Am stärksten litt die Notierung von RWE mit einem Minus von 5,3% (Stichwort: geforderter „Kohle-Ausstieg“ durch die „Grünen“). Die Aktie zählt aber mit einem Plus seit Jahresbeginn von 62% immer noch zu den besten Dax-Werten. Vor allem aufgrund der deutlich gesunkenen Renditen standen gestern im Dax Bankenwerte wie die Deutsche Bank (-1,7%) oder die Commerzbank (-1,8%) unter Druck. Auf europäischer Sektorenebene waren vor allem Aktien aus dem Bereich Pharma gefragt, die im Schnitt um 1% zulegen konnten. Auch Autoaktien waren gesucht (+1%). Am Ende der Performanceskala rangierte der Bereich Banken, dessen Indexmitglieder im Schnitt um 0,8% nachgaben. Die Börsen in den USA tendierten etwas schwächer. Der Dow Jones-Index verlor 0,2%. Belastend wirkten sich u.a. die jüngsten Drohungen aus Nordkorea aus. Unter Druck standen v.a. IT-Aktien wie Facebook (-4,5%), Amazon (-1,6%) oder Apple (-0,9%). Auf Sektorenebene büßten sie im Schnitt als Tagesverlierer um 1,4% ein. Energiewerte glänzten dagegen mit einem durchschnittlichen Plus von 1,5%. Die Börsen in Asien tendierten überwiegend schwächer. Der Nikkei 225-Index verlor 0,3%.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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