Starke Berichtssaison, aber nicht so gut wie im Vorquartal - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Vintage Tone / shutterstock.com

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Nachricht vom 10.08.2017 10.08.2017 (www.4investors.de) - Nachdem aktuell knapp 90% der US-Konzerne ihre Quartalsberichte vorgelegt haben und auch die Berichtssaison in Europa deutlich ihren Zenit überschritten hat, wird es Zeit ein Fazit zu ziehen. Dieses fällt insgesamt positiv aus, rangiert aber deutlich hinter dem Ergebnis des Vorquartals. Immerhin hat sich die Furcht vor stärkeren Enttäuschungen angesichts der gestiegenen Erwartungen nicht bewahrheitet. In den USA liegen die summierten Gewinne des zweiten Quartals aktuell ca. 5,1% (Q1:6,0%) über den Erwartungen. Die Vorjahreswerte konnten um 11,5% (Q1: 15,7%) übertroffen werden. Klammert man die Energiewerte aus, die in diesem Jahr ihre Gewinnwende hinlegen werden und somit extreme Steigerungsraten aufweisen, verbleibt noch ein jährliches Gewinnwachstum von knapp 8%. Am stärksten präsentieren sich dabei erneut mit doppelstelligen Wachstumsraten und einer hohen Anzahl von Unternehmen, die die Erwartungen übertreffen konnten, die Branchen Informationstechnologie und Finanzen. Die noch positivere Nachricht ist, dass auch die Umsatzerwartungen um 1% übertroffen wurden, bzw. die Vorjahreswerte sogar um 5%. Nur Telekommunikation und Basiskonsum konnten kein Umsatzwachstum vorweisen. Eine interessante Erkenntnis ist, dass die Anlegerreaktion auf die Zahlen wesentlich verhaltener als normal ausfiel. Positive Ergebnisse wurden weniger goutiert, enttäuschende Vorlagen härter abgestraft.

In Europa ist die Berichtssaison noch nicht ganz so weit fortgeschritten, hier haben bisher knapp 75% der STOXX 600-Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. 58% der Konzerne übertrafen die Erwartungen (insgesamt +4%, Gewinne im Jahresvergleich +13%), wobei IT, Energie und Finanzen den besten Eindruck hinterließen. Bei Industrie, Pharma und Basiskonsum überwogen hingegen leicht die negativen Überraschungen. Insbesondere der Industriesektor litt unter negativen Wechselkurseinflüssen.

Anleihen


Großbritannien: Industrieproduktion (Juni), 10:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Juli), 14:30 Uhr

Zunehmende Spannungen zwischen Nordkorea und den USA haben wieder für Verunsicherung gesorgt. Nach der Zuspitzung im Nordkorea-Konflikt suchten die Investoren gestern wieder vermehrt sichere Häfen. US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag Nordkorea indirekt mit militärischer Gewalt gedroht, wenn Nordkorea eine Gefahr für die USA darstelle. Nordkoreas Militär drohte daraufhin den USA mit einem Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam. Laut japanischen Experten hat Nordkorea erhebliche Fortschritte in seinem Atomwaffenprogramm gemacht.

Profiteur der geopolitischen Risiken waren gestern erstklassige Staatsanleihen; insbesondere bei Bundesanleihen gingen die Renditen – aller Laufzeiten – deutlich zurück. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen fiel auf unter 0,42%, den niedrigsten Stand seit 6 Wochen. In der Euro-Peripherie weiteten sich die Spreads zu Bundesanleihen aus; die Renditen vollzogen den Rückgang bei Bunds meist nach, stiegen sogar oftmals leicht an. In Italien erhöhten sie sich zwischenzeitlich am stärksten, nachdem das Land für Juni überraschend gute Produktionszahlen meldete. Die italienische Industrieproduktion stieg im Juni mit 1,1% M/M bzw. 5,3% J/J (nach +0,7% M/M bzw. 2,7% J/J) überraschend kräftig. Als Krisenwährungen dienten nach altem Muster der Schweizer Franken und der Japanische Yen. Der Schweizer Franken wertete sich um 1,2% auf. In den letzten Tagen hatte er sich kräftig abgewertet; der Euro erreichte Anfang August den höchsten Stand zum Franken seit Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank SNB ihre Mindestkurspolitik zum Euro aufgegeben hatte. Profitiert von der steigenden Risikoaversion hat u.a. auch der Goldpreis; das Edelmetall verteuert sich üblicherweise in Krisensituationen.

Aktien


Hannover Rück, Henkel, Lanxess, SGL, Ergebnis Q2
Aurubis, ThyssenKrupp, TUI, Ergebnis Q3
Glencore, Prudential, Halbjahreszahlen
Zurich Insurance Group, Ergebnis Q2
Aareal Bank, Drillisch, United Internet, Ergebnis Q2
Salzgitter, endg. Ergebnis Q2

Nachdem die europäischen Aktienbörsen am Vortag noch leicht von einem schwächeren Euro profitieren konnten, sorgten jetzt die gestiegenen geopolitischen Spannungen für einen deutlichen Rückschlag, der im Tagesverlauf stetig ausgebaut wurde. Insbesondere die Banken (-2,0%) und Versicherungen (-1,4%) des Euroraums verzeichneten in diesem Umfeld die stärksten Kursabschläge. So waren die Aktien der Commerzbank (-4,1%) und der Deutschen Bank (-3,8%) mit klarem Abstand die schwächsten Einzeltitel im Dax 30. Dagegen konnten einzig die Versorger E.ON (+3,7%) und RWE (+0,7%) spürbare Gewinne verbuchen. Insbesondere bei E.ON setzten die Anleger weiter auf steigende Ausschüttungen. Im EUROSTOXX 50 sah das Bild ähnlich aus. E.ON war mit starkem Abstand bester Einzeltitel und die Aktien der Deutschen Bank rangierten am Ende der Kursliste. Nur leicht positiver entwickelten sich Ahold Delhaize (-3,2%), die für das zweite Quartal zwar besser als erwartete Zahlen präsentierten, aber nun der zuletzt erlebten Erholung Tribut zollen mussten. Auch an der Wall Street zeigten sich die Anleger durch das Säbelrasseln leicht verunsichert, aber hier fielen die Kursabschläge vergleichsweise gering aus. Auf Unternehmensseite stand Walt Disney (-3,9%) im Fokus. Der Medienkonzern enttäuschte vor allem mit der Umsatzentwicklung im Sendernetzwerk und in der Filmsparte. Die asiatischen Aktienbörsen können hingegen heute Morgen die Verunsicherung nicht abschütteln. Am höchsten fallen dabei die Verluste in China und Südkorea aus. Die europäischen Märkte dürften vorerst fast unverändert eröffnen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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