Im Euroraum stagniert der Preisauftrieb - Commerzbank-Kolumne

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Nachricht vom 01.08.2017 01.08.2017 (www.4investors.de) - Im Juli ist die Inflationsrate im Euroraum mit 1,3% im Jahresvergleich stabil geblieben. Analysten hatten mit einem leichten Rückgang gerechnet. Erfreuen dürfte die EZB der Anstieg der Kernteuerungsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel). Diese stieg leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 1,2% J/J. Damit bleibt sie aber weiterhin deutlich vom 2%-Ziel der EZB entfernt. Wird sich in Zukunft der Preisauftrieb beschleunigen? Eher nicht, denn die Unterauslastung der Wirtschaft in vielen Euroländern steht dem entgegen. Auch spricht die nach wie vor hohe Arbeitslosenquote von 9,1% ebenfalls nicht dafür.

Zinsen und Anleihen


China: PMI verarb. Gewerbe Caixin (Juli), 03:45 Uhr
Euroraum: PMI verarb. Gewerbe (Juli), 10:30 Uhr
Euroraum: BIP-Wachstum (2. Quartal), 11:00 Uhr
USA: Persönl. Einkommen/Ausgaben (Juni), 14:30 Uhr
USA: ISM-Index verarb. Gewerbe (Juli), 16:00 Uhr

Der Preisauftrieb war im Euroraum im Juli nach der Schnellschätzung mit 1,3% J/J (nach 1,3% im Juni) höher als erwartet. Man hatte allgemein mit einem Rückgang gerechnet. Die Kerninflationsrate, die die volatilen Elemente Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, stieg sogar von 1,1% auf 1,2% J/J leicht an. Am stärksten stieg die Teuerung bei den Energiepreisen (2,2% J/J) gefolgt von den Dienstleistungspreisen (1,5% J/J) (siehe im Blickpunkt). Die EZB wird ihre künftige Argumentation, z.B. wenn sie die Reduzierung der Anleihekäufe verkündet, mehr auf die konjunkturelle Entwicklung abstellen, die nach wie vor sehr gut ist. So ging die Arbeitslosenquote im Juli von 9,2% auf 9,1%, auf ein neues Achtjahrestief, zurück. In dem Umfeld wertete sich der Euro gestern erneut ggü. dem USD auf und erreichte fast die Mar-ke von 1,1850 USD. Ein Grund dafür ist der gute Konjunkturverlauf im Euroraum. Aufgrund der EUR-Stärke wertete sich gestern der Schweizer Franken ab; der Euro verteuerte sich auf 1,1450 CHF. Die Renditen der Bundesanleihen stiegen gestern nur zwischenzeitlich leicht an. Die Staatsanleihen der Euro-Peripherie starteten überwiegend mit deutlichen Kursgewinnen in die neue Woche, gaben im Tagesablauf aber wieder nach.

Auch die nächsten Tage gibt es jede Menge an Konjunkturdaten. Neben den Einkaufsmanagerindizes für das verarbeiten-de Gewerbe steht im Euroraum das BIP-Wachstum für das 2. Quartal im Fokus. Am Mittwoch folgen die US-Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters ADP und am Donnerstag die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen. Der Höhepunkt sind Freitag die nationalen US-Arbeitsmarktdaten.

Aktien


Apple, Ergebnis Q3
BP, Ergebnis Q2
FMC, Fresenius, Ergebnis Q2
Heidelberg Cement, Ergebnis Q2
Infineon, Ergebnis Q3
Intesa Sanpaolo, Ergebnis Q2
Pfizer, Sony, Ergebnis Q2 bzw. Q1

Zum Wochenstart verzeichneten die europäischen Leitindizes zumeist leichte Verluste; der SMI in der Schweiz war mit einem Plus von 0,4% Tagesgewinner. Der Dax verlor hingegen 0,4%. Nach wie vor leidet er überproportional unter dem unverändert festen Euro sowie unter dem anhaltenden Kursdruck auf die deutschen Automobilaktien, die infolge diverser Skandale und Krisen auch gestern Federn lassen mussten. So büßte die Notierung von Volkswagen trotz teilweise guter Nachrichten um 1,3% ein. Die Aktie von BMW sank um 0,2% und die Notierung von Daimler gab um 0,9% nach. Tagesverlierer im Dax war die Aktie der Deutschen Bank (-2,1%), die damit in vier Handelstagen fast 10% an Wert eingebüßt hat (-2% seit Jahresbeginn). Auf europäischer Sektorenebene waren am gestrigen Handelstag vor allem Aktien aus dem Bereich Finanzdienstleistungen gefragt, die im Schnitt um 0,7% zulegten. Aktien aus dem Bereich Haushaltsgüter gaben als Tagesverlierer im Schnitt um 1,3% nach. Die Börsen in den USA tendierten zu Wochenbeginn uneinheitlich. Während der Dow Jones-Index (+0,3%) erneut ein Rekordhoch markierte, fiel der S&P 500-Index etwas zurück. Die bisherige US-Berichtssaison verlief sehr positiv und treibt die Kurse. Nach 237 vorliegenden Quartalsergebnissen beträgt das Gewinnwachstum 10,3%; auch die Margenentwicklung zeigt sich sehr fest und könnte neue Rekordhochs erzielen. Auf Sektorenebene waren v.a. Finanzwerte (+0,6%) gefragt. Dagegen büßten Rohstofftitel im Schnitt rd. 0,8% ein. Die Börsen in Asien tendierten uneinheitlich (Nikkei 225: +0,3%).

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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