GBC: Anleger profitieren vom Wissen der Insider - Interview | 4investors

GBC: Anleger profitieren vom Wissen der Insider - Interview

Manuel Hölzle, Vorstand und Chefanalyst der GBC AG, im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: GBC AG.

Manuel Hölzle, Vorstand und Chefanalyst der GBC AG, im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: GBC AG.

Nachricht vom 10.07.2017 10.07.2017 (www.4investors.de) - Die GBC AG und die Dialog Vermögensmanagement GmbH haben gemeinsam das UBS AG GBC Directors Dealings Strategiezertifikat aufgelegt. Emittent und technischer Partner ist die Schweizer UBS AG. Es kann seit dem 7. Juli an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart gehandelt werden. Im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Manuel Hölzle, Vorstand und Chefanalyst der GBC AG, die Hintergründe.


www.4investors.de: Aktienkäufe von Managern und Aufsichtsräten des jeweiligen Unternehmens gelten bei vielen Anlegern als wichtiges Signal, dass eine Aktie interessant sein könnte. Sie haben mit dem UBS AG GBC Directors Dealings Zertifikat ein neues Produkt an den Markt gebracht, das auf solchen Directors Dealings basiert. Was hat sie auf diese Idee gebracht?

Hölzle:
Wir analysieren bereits seit gut 10 Jahren Directors Dealings Meldungen und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht – beispielsweise im Focus Money Musterdepotcontest 2015/2016 und unserem Wikifolio. Nachdem seit dem vergangenen Jahr alle an einer deutschen Börse gelisteten Unternehmen über Käufe und Verkäufe informieren müssen, haben wir uns dazu entschieden, einen systematischen Investmentansatz aufzusetzen. Das Ergebnis ist der GBC Insider Focus Index (GBC IFX). Dieser hat sich seit dem Start im September 2017 deutlich besser entwickelt als sämtliche Leitindizes von DAX, über SDAX bis zum S+P 500. Darüber hinaus ist er auch weniger volatil.

www.4investors.de: Können die „Insider” wirklich besser als der Markt einschätzen, wie sich Aktienkurse entwickeln werden? Wo liegt deren Informationsvorsprung, wo sich die Kurse an der Börse doch im Wesentlichen aus Erwartungen zusammensetzen?

Hölzle:
Der Informationsvorsprung liegt in der täglichen Arbeit. Die Unternehmenslenker kennen ihre Unternehmen naturgemäß am Besten, erkennen Unterbewertungen schneller, agieren meist antizyklisch und kaufen, wenn die Kurse günstig sind. Gemäß unseren Analysen lassen sich deutliche Überrenditen erzielen, wenn man ihnen folgt.

www.4investors.de: Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die die kurz- und langfristigen Performances solcher Directors Dealings im Vergleich zu bekannten Aktienindizes wie zum Beispiel den DAX oder auch den S+P500 setzen?

Hölzle:
Insgesamt wurde dem Thema in Europa bisher keine große Aufmerksamkeit geschenkt. Gemäß der Studie „Performance-Effekte nach Directors Dealings“ im Auftrag der Hochschule für Bankwirtschaft in Frankfurt lässt sich mit der Auswertung von Insiderkäufen eine Outperformance von ca. 9 Prozent innerhalb von sechs Monaten erzielen. Die empirische Forschung „Directors Dealings am deutschen Aktienmarkt“ von Michael Rau aus dem Jahr 2004 kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich in einem Zeitraum von drei Monaten Verluste von durchschnittlich 6 Prozent vermeiden lassen. In den USA hat sich der Ansatz schon in der Praxis bewährt. Die amerikanische Vermögensverwaltung Guggenheim hat ein seit Jahren erfolgreiches Zertifikat für US-amerikanische Aktien am Markt.

www.4investors.de: Verbraucherschützer kritisieren immer wieder, dass Anlegern Produkte vermittelt werden, die nicht zu ihrem Interesse und ihren Bedürfnissen passen. Für welchen Anlegertyp ist das UBS AG GBC Directors Dealings Zertifikat geeignet, an welche Gruppe wenden Sie sich?

Hölzle:
Das Zertifikat ist für institutionelle Investoren und erfahrene Privatanleger interessant, welche die Chancen und Risiken von Aktienanlagen einschätzen können und einen mittelfristigen Anlagehorizont haben. Aufgrund der Outperformance des GBC IFX bei geringerer Volatilität sind wir überzeugt, dass das Zertifikat eine attraktive Entwicklung erzielen wird.

www.4investors.de: Das Zertifikat besteht aus einem Korb mit verschiedenen Aktien und basiert dabei auf dem GBC-Insider-Focus-Index. Wie erfolgt die Auswahl der einzelnen Titel und wie werden diese im Index gewichtet?

Hölzle:
Alle Werte des GBC IFX werden einer Fundamentalanalyse unterzogen und die „TOP 30-Value-Aktien“ ausgewählt. Value-Werte mit hoher Dividendenrendite und niedriger Substanzbewertung schwanken meist weniger und bringen gemäß unserer Erfahrung langfristig höhere Renditen. Deshalb finden wir die Kombination aus Insider- und Bewertungsstrategie besonders aussichtsreich. Ziel ist eine Gleichgewichtung der Werte.

www.4investors.de: Welche Kosten müssen Anleger tragen, die in das Zertifikat investieren?

Hölzle:
Die Fixkosten pro Jahr liegen bei gesamt 1,75 Prozent auf die Anlagesumme. Auf die erzielten Gewinne fällt eine variable Performance-Gebühr von 15 Prozent an. Damit bewegen wir uns im üblichen Rahmen.

www.4investors.de: Gibt es Beschränkungen bei der Auswahl einzelner Titel, zum Beispiel was Marktsegment oder die Heimatbörse der jeweiligen Aktie angeht??

Hölzle:
Wir analysieren alle Unternehmen mit Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz und mit Listing an einem deutschen Börsenplatz. Für die Aufnahme in das Zertifikat muss ein liquider Börsenhandel der ausgewählten Aktien gegeben sein.

www.4investors.de: Am 7. Juli erfolgte der Handelsstart für das Zertifikat an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart. Wird ein liquider Handel sichergestellt?

Hölzle:
Der Emittent UBS AG ist auch Market Maker im Zertifikat. Deshalb gehen wir von einem guten Handel aus.


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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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