Aktien: Sorglosigkeit unter Marktteilnehmern - Weberbank-Kolumne

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Nachricht vom 07.07.2017 07.07.2017 (www.4investors.de) - Zur Jahresmitte stehen die Zeichen nach wie vor auf Wachstum. So dürfte nach aktuellen Schätzungen die US-Wirtschaft in diesem Jahr um etwas über zwei Prozent und die Eurozone leicht unter zwei Prozent wachsen. Deutlich höheres Wirtschaftswachstum ist, wie in den Vorjahren auch, in den Schwellenländern zu erwarten. Allerdings lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Die beiden größten Sorgenkinder der vergangenen Jahre – Russland und Brasilien – sollten zum Beispiel wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren können, während in China und Indien gewohnt hohe Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich zu erwarten sind. Innerhalb Europas lohnt es sich, auch einen Blick auf die osteuropäischen Nachbarn zu werfen, die im Sog der Wirtschaftserholung in Westeuropa Wachstumsraten von zum Teil über drei Prozent aufweisen. Die restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank und der damit recht starke US-Dollar stellen klassischerweise allerdings ein Risiko für einige Schwellenländer dar, vor allem, wenn sie aufgrund eines Leistungsbilanzdefizites auf Dollar-Finanzierungen angewiesen sind. Man kann aber mittlerweile konstatieren, dass viele Schwellenländer ihre Leistungsbilanzdefizite abgebaut und Währungsreserven aufgebaut haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) ist in diesem Jahr noch weit davon entfernt, die Zinsen anzuheben. Allerdings mehren sich die Aussagen und Anzeichen, dass bereits zum Jahreswechsel ein Ausstieg aus dem Anleihenkaufprogramm begonnen wird. Den durch die jüngsten Aussagen Mario Draghis begonnenen Renditeanstieg und den zwischenzeitlichen Höhenflug des Euros halten wir allerdings für verfrüht und übertrieben. Der EZB-Chef äußerte sich bei einer Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra optimistisch zu Konjunktur und Inflation und sprach über eine „Normalisierung der Leitzinsen“. Marktteilnehmer werteten die Aussagen vermutlich stärker, als es von der EZB beabsichtigt wurde.

Renten: Renditeanstieg bietet Einstiegschancen


Die Rentenmärkte, insbesondere Staatsanleihen, verloren daraufhin. Die wieder etwas höheren Renditeniveaus können aber durchaus auch zum Kauf etwas länger laufender Anleihen genutzt werden. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2013, als erste Gerüchte über ein Tapering der US-Notenbank aufkamen, zeigen, dass die Rendite 10-jähriger US-Anleihen nur anfänglich stieg. Als im Dezember des Jahres zum Ende der Amtszeit des damaligen Notenbank-Chefs Bernanke tatsächlich die Reduzierung der Anleihekäufe beschlossen wurde, fiel die Rendite von US-Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten sogar, und die Kurse stiegen. Anleihen mit kurzer Laufzeit hingegen mussten sukzessive Renditeanstiege hinnehmen. Rentenpapiere mit variablem Kupon können bei steigenden Zinsen eine Lösung sein, weswegen wir schon seit einiger Zeit einen Teil der Rentendepots in diese Papiere investieren. Da die EZB auch Unternehmensanleihen erwirbt, sehen wir hier das bessere Chancen-/Risikoverhältnis als bei Staatsanleihen. Die fundamentale Stärke vieler Unternehmen und die sich bessernde Konjunktur untermauern diese Ansicht. Ähnliches gilt für Schwellenländeranleihen. Die generell höheren Renditeniveaus werden von einer Wirtschaftserholung und besseren Kreditwürdigkeiten flankiert und machen sie so zu einer guten Beimischung in Rentendepots. Wir bevorzugen die Region Asien und Strategien mit eher kürzeren Laufzeiten.

Der Blick auf die Volatilität, also die Schwankung an den Aktienmärkten lässt einen glauben, dass das Sommerloch schon eingesetzt hat. Die entsprechenden Indizes, die die Volatilitäten abbilden, rangieren seit geraumer Zeit auf historisch niedrigen Niveaus. Damit signalisieren sie ein hohes Maß an Sorglosigkeit unter den Marktteilnehmern. Da die Kurssteigerungen der vergangenen Monate gerade in Europa mit entsprechenden Umsatz- und Gewinnsteigerungen der Unternehmen einhergehen, sehen wir in der Unbekümmertheit noch keinen Grund zur erhöhten Vorsicht. Während vor allem die US-Aktien schon sehr hoch bewertet sind, sind größere Chancen in strategischen Schwellenländerinvestitionen zu sehen. Wie bereits beschrieben, erwarten wir in diesem Jahr in vielen Ländern höhere Wachstumsraten und seitens der Unternehmen auch Gewinnsteigerungen. Interessant bleibt Asien, v.a. Indien, und auch Osteuropa. Dabei sind die Bewertungen noch nicht so hoch. Eine Einbahnstraße ist der Aktienmarkt bekanntlich aber nicht. Daher sollte den Anlegern trotz der aktuellen Sorglosigkeit und den guten Argumenten für steigende Kurse immer im Hinterkopf bleiben, dass es manchmal nur einen kleinen Auslöser braucht, um eine größere Kurskorrektur auszulösen. Mögliche Gefahren gibt es mit den Brexitverhandlungen, den geopolitischen Risiken sowie den restriktiveren Zentralbanken genug.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Weberbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!


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Aktie: DAX
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.




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