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Bank of England lässt Leitzins auf niedrigem Niveau, aber nicht einstimmig - Commerzbank-Kolumne


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Nachricht vom 17.03.2017 17.03.2017 (www.4investors.de) - Die Bank of England hat gestern bei ihrer Sitzung an der bisherigen Geldpolitik festgehalten. Der Zinsentscheid fiel jedoch erstmals seit Juli 2016 nicht einstimmig. Kristin Forbes stimmte für eine Zinserhöhung, da für sie die Inflation in den nächsten drei Jahren über dem Zielwert von 2 Prozent liegen dürfte. Aber auch die Mehrheit der Ratsmitglieder halten eine moderate Zinserhöhungen in den nächsten 3 Jahren für angemessen. Insofern drohen nicht nur Risiken für die Wirtschaft vom Brexit, sondern auch die Notenbank könnte ihre geldpolitische Unterstützung verringern. Das britische Pfund hat sich daraufhin leicht aufgewertet.

Zinsen und Anleihen



USA: Industrieproduktion (Februar), 14:15 Uhr
 USA: Verbrauchervertrauen Michigan (März), 15 Uhr

Die Renditen der Euro-Staatsanleihen zogen gestern deutlich an. Die Marktteilnehmer reagierten erleichtert auf das Ergeb-nis der Wahl in den Niederlanden. Die Partei des Rechtspo-pulisten Geert Wilders hatte überraschend schlecht gegen-über den Vorhersagen abgeschnitten. Dagegen fielen die Verluste der Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Rutte weniger groß aus als befürchtet.
Ein weiterer Renditetreiber dürfte die Zinserhöhung der US-Notenbank Fed gewesen sein. Diese hatte den Leitzins um 25 Basispunkte auf die Spanne von 0,75% bis 1,0% angeho-ben. Zwar verläuft die Geldpolitik der EZB und der Fed der-zeit völlig gegenläufig, trotzdem hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass sich die Zinsentwicklung im Euro-raum nicht ganz vom Zinsanstieg in den USA lösen kann. Die höheren Renditen im Euroraum stärkten kurzfristig den Euro gegenüber dem US-Dollar. Der Euro verteuerte sich wieder deutlich über 1,07 US-Dollar je Euro.
EZB-Mitglied Nowotny, der dem Lager der „Tauben“ zuzu-rechnen ist, äußerte sich zum Anleihekaufprogramm: Er be-fürwortet im kommenden Jahr einen Schritt Richtung „Norma-lität“ der Geldpolitik. Er fügte jedoch hinzu, dass ein abruptes Ende der Käufe (von 60 Mrd. Euro im Monat auf 0) nicht realistisch sei. Zudem würden die erworbenen Papiere auch bis zur Endfälligkeit gehalten werden, so dass die Bilanzen der Zentralbanken noch für lange Zeit ein hohes Volumen aufweisen sollten. Nowotny erklärte außerdem, dass der (aktuell negative) Einlagensatz früher angehoben werden könne als der Leitzins.
In den USA sind die Baubeginne im Februar um 3% gegen-über dem Vormonat auf annualisiert 1,29 Mio. Einheiten an-gestiegen. Außerdem wurde der Rückgang im Januar leicht nach oben revidiert (-1,9% anstatt -2,6%).

Aktien



Fraport, Jahreszahlen

Die US-Notenbank erfüllte am Vorabend mit ihrem Zinsschritt die Erwartungen und sendete zudem Signale, das Zinserhö-hungstempo nicht weiter zu verschärfen. Darüber hinaus nahm das erhoffte Wahlergebnis in den Niederlanden Unsi-cherheit aus dem Markt. Insgesamt waren dies ideale Vo-raussetzungen für weitere Kursanstiege an den europäischen Aktienbörsen. Mit diesen Vorgaben konnte der deutsche Leitindex Dax30 zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit April 2015 steigen. Dass die Höchststände nicht bis zum Handelsschluss durchgehalten werden konnten, lag dann an einem festeren Euro. Mit deutlichem Abstand stärkste Einzel-titel waren die Aktien der Deutschen Lufthansa (+5,2%). Der Konzern hatte für 2016 trotz Pilotenstreik und Terrorangst einen Rekordgewinn präsentiert. Die Titel der Deutschen Post (+2,1%) profitierten von positiven Analystenkommentaren. Am Ende der Kursliste lagen dagegen die Aktien von Heidel-bergCement (-1,8%). Hier reagierten die Anleger vor allem enttäuscht auf den Ausblick. Etwas positiver entwickelte sich der EUROSTOXX 50, vor allem getrieben durch die Gewinne am spanischen (IBEX 35: +1,9%) und am italienischen (FTSE MIB: +1,7%) Aktienmarkt. Im beschriebenen Umfeld konnten alle Branchen zulegen. Die beste Entwicklung zeigten dabei Banken (+1,4%) und Grundstoffe (+1,3%) auf. An der Wall Street hingegen konnten die neuen Impulse nicht zünden. Hier traten die Indizes mehr oder weniger auf der Stelle. Einzig die Titel der Informationstechnologie (+0,2%) legten etwas zu. Hier hatte Oracle (+6,2%) mit seinen am Vorabend nach Handelsschluss vorgelegten Quartalszahlen überzeugt. Schwächste Branche war der Gesundheitssektor (-0,9%). An den asiatischen Aktienmärkten gibt es heute Morgen keine einheitliche Tendenz. Allerdings bleiben die Kursbewegungen sehr moderat. Die europäischen Aktienbörsen dürften etwas schwächer in den Handel starten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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