Zuversichtliche Einkaufsmanager, aber der Schwung dürfte bald nachlassen – Commerzbank-Kolumne


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Nachricht vom 02.12.2016 02.12.2016 (www.4investors.de) - Die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe hat sich in den großen Wirtschaftsregionen im November abermals verbessert. In den USA erklomm sie ein 5-Monatshoch, in China den höchsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren und im Euroraum seit fast 3 Jahren. Freilich sollte man den Trend nicht unbesehen nach oben verlängern. So dürfte die noch immer sehr mäßige Dynamik des Welthandels weiteren Avancen im Euroraum enge Grenzen setzen. In China stehen Fragezeichen hinter der Nachhaltigkeit des von fiskalischen Impulsen und neuer Verschuldung getriebenen Aufschwungs. In diesem Umfeld werden auch in den USA die Bäume nicht in den Himmel wachsen.

Zinsen und Anleihen


Euroraum: Erzeugerpreise (Okt.), 11:00 Uhr
USA: Arbeitsmarktbericht (Nov.), 14:30 Uhr

An den Rentenmärkten hielt gestern der Ausverkauf an. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg um 9 Bp. auf 0,37%, den höchsten Stand seit Ende Januar. Die Einigung der OPEC auf eine Produktionskürzung am Mittwoch wirkte gestern nach. Der Ölpreis der Marke Brent erhöhte sich am Donnerstag auf fast 54 USD pro Barrel. Seit Dienstag erhöhte er sich um 15%. Die Inflationserwartungen – gemessen an inflationsindexierten Anleihen – nehmen weiter zu. Viele Analysten gehen jetzt von weiter steigenden Rohölpreisen aus, was sich auf die künftigen Inflationsraten auswirken würde. Zudem wird darauf spekuliert, dass der Zenit an Staatsanleihekäufe der Notenbanken – also die Liquiditätszuflüsse in die Märkte – im nächsten Jahr überschritten wird. Die Konjunkturdaten fielen gestern überwiegend besser als erwartet aus, wie zum Beispiel viele Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe (siehe im Blickpunkt): In China stieg der Index für November von 51,2 auf 51,7 Punkte. Im Euroraum hellte sich die Stimmung vor allem in Spanien (54,5 nach 53,3 Punkten) und Italien (52,2 nach 51,3 Punkten) ggü. dem Vormonat deutlich auf. Sehr erfreulich war, dass die Arbeitslosenquote im Euroraum im November überraschend auf 9,8% fiel, der Vormonat wurde von 10% auf 9,9% nach unten revidiert. Damit liegt die Quote auf dem tiefsten Stand seit 2009. Die Erholung am Arbeitsmarkt gewinnt offenbar an Dynamik, allerdings bei sehr geringem Lohnwachstum. Auch in den USA stieg der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe von 51,9 auf 53,2 Punkte überraschend kräftig. Heute steht der US-Arbeitsmarktbericht für November im Fokus. Man rechnet mit 180.000 neu geschaffenen Stellen. Nach dem guten ADP-Arbeitsmarktbericht vom Mittwoch und überraschend positiven US-Konjunkturdaten rechnen Viele nun mit höheren Stellenzuwächsen.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern in einem von Vorsicht geprägten Handel überwiegend schwächer. Insgesamt kommen viele Börsen in der Region nach wie vor nicht vom Fleck. Das bevorstehende Referendum in Italien sowie die Bundespräsidentenwahl in Österreich (beide am Sonntag) hemmen die Kauflaune der Börsianer offenbar ebenso sehr, wie die zuletzt schon recht stark gestiegenen Kurse in den USA, die nach einer kurzfristigen Konsolidierung rufen. Die vielen Überraschungen in diesem Jahr (Brexit, US-Wahl, Währungsentwicklung etc.) führen kurz vor Jahresschluss eher zu einer abwartenden Haltung unter den Börsianern, zumal in Europa auch in 2017 eine Reihe von wichtigen politischen Ereignissen vor der Tür steht. In diesem Umfeld fiel der Dax um 0,7%. Tagesverlierer im deutschen Leitindex war die Notierung von Vonovia (-3,3%), die u.a. aufgrund von steigenden Renditen unter Druck geriet. Umgekehrt profitierten Bankaktien von den anziehenden Zinsen (Deutsche Bank: +1,8%). Die Aktie der Deutschen Lufthansa kletterte trotz des fortdauernden Streiks sowie des kräftig gestiegenen Ölpreises (die Opec einigte sich erstmals seit 2008 wieder auf eine Reduzierung der Fördermenge) um 0,6%. Auf europäischer Sektorebene waren am gestrigen Handelstag insbesondere Aktien aus dem Bereich Rohstoffe gefragt, die im Schnitt um 1,9% zulegten. Am Ende der Performanceskala rangierten Werte aus dem Sektor Nahrungsmittel & Getränke mit durchschnittlichen Verlusten von 1,9%. Die US-Börsen tendierten uneinheitlich. Während der Dow Jones-Index rd. 0,4% gewann, verlor der Nasdaq Composite-Index 1,4%. Auf Sektorebene (S&P 500) waren v.a. Werte aus dem Finanzbereich gefragt, die im Schnitt um 1,7% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierten IT-Werte mit durchschnittlichen Verlusten von 2,3%. Die Börsen in Asien tendierten überwiegend mit leichten Abschlägen.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Commerzbank
WKN: CBK100
ISIN: DE000CBK1001
Aktienindex: DAX
Homepage: http://www.commerzbank.de/
Branche: Finanzdienstleister - Großbank

Die Commerzbank gehört zu den größten Bankengruppen Deutschlands. Ein einschneidendes Ereignis in der Commerzbank-Historie ist die Übernahme der Dresdner Bank, die das Unternehmen von der Allianz gekauft hat. 2009 wurden die Gesellschaften verschmolzen. Der Zukauf hat die Commerzbank stark belastet und als eine Folge der US-Finanzmarktkrise musste die Gesellschaft mit milliardenschwerer Unterstützung des Bundes durch eine Teilverstaatlichung gerettet werden. Nach der Finanzmarktkrise hat die Commerzbank einen groß angelegten Konzernumbau eingeleitet, man will sich wieder vor allem auf die Geschäfte im Bereich der Privatkunden und Firmenkunden konzentrieren. Zum Commerzbank-Konzern gehört unter anderem auch die Comdirect Bank. An der SDAX-notierten Direktbank ist der Konzern mit mehr als 81 Prozent der Anteile beteiligt.

Die Commerzbank-Aktie gehört nach Marktkapitalisierung zu den wichtigsten Aktien am Frankfurter Aktienmarkt und ist unter anderem im DAX 30 notiert. Im DAX 30 ist sie neben der Aktie der Deutsche Bank der einzige Vertreter der Bankbranche.
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