Mutares-CIO Johannes Laumann im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Mutares.

Mutares: „Ein starkes Zeichen“

04.10.2021 07:45 - Autor: Robin Lohwe ... auf Twitter

Aufstieg in den Prime Standard: Mutares verbindet das Uplisting in den Regulierten Markt mit einer Kapitalerhöhung über bis zu 100 Millionen Euro: „Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie ein wesentlicher Aktionär der Gesellschaft beabsichtigen, insgesamt ca. 20 Prozent der angebotenen neuen Aktien zu zeichnen“, erläutert Mutares-CIO Johannes Laumann im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Der wesentliche Teil der Kapitalerhöhung soll in das Wachstum und die damit verbundene Steigerung der Profitabilität fließen: „Unsere Deal-Pipeline ist aktuell prall gefüllt.“

Im Exklusivinterview mit unserer Redaktion spricht CIO Johannes Laumann über einen möglichen Börsenwert von über 550 Millionen Euro, das Ziel SDAX und die Exitkandidaten keeeper, BEXity und Donges.


www.4investors.de: Mutares schlägt mit dem geplanten Wechsel in den Regulierten Markt ein neues Kapitel auf. Was erwarten Sie von diesem Schritt?

Laumann:
Ich habe vielschichtige Erwartungen daran. Zuerst einmal erhöhen wir die Transparenz unseres Geschäftes und damit auch das Vertrauen des Marktes, aber auch von Verkäufern in Transaktionen. Des Weiteren führt ein Uplisting in den Regulierten Markt einhergehend mit einer möglichen Steigerung der Marktkapitalisierung auf über 550 Millionen Euro (gemessen am Xetra-Schlusskurs unserer Aktie am 28. September 2021) unweigerlich dazu, dass neue Investorenkreise angesprochen werden, die vorher nicht in Mutares investieren konnten. Ein deutliches Zeichen nach außen: Wir haben nichts zu verstecken und sind mit dem Uplisting für mehr private und juristische Personen investierbar.

www.4investors.de: Das Uplisting in den Prime Standard rückt auch die DAX-Familie in den Bereich des Möglichen. Das ist für Sie vermutlich nicht ganz uninteressant, oder?

Laumann:
Wir arbeiten hart und bodenständig. Daher machen wir einen Schritt nach dem anderen. Wenn ich mir allerdings unser Wachstum und die Erfolgsaussichten der nächsten Jahre anschaue, wäre eine Aufnahme in den SDAX mittel- bis langfristig durchaus die logische Konsequenz.

www.4investors.de: Sie planen eine Kapitalerhöhung, die rund 100 Millionen Euro in die Kasse bringen soll. Für was sollen die frischen Gelder verwendet werden und beteiligt sich das Management an der Kapitalerhöhung?

Laumann:
Der wesentliche Teil der Kapitalerhöhung wird in das Wachstum und die damit verbundene Steigerung der Profitabilität fließen. Mit der Kapitalerhöhung wollen wir die aktuell sich bietenden Opportunitäten nutzen, um durch Plattformakquisitionen neuer Portfoliounternehmen, Add-on-Akquisitionen sowie Investitionen in bestehende Portfoliounternehmen das Wachstum zu beschleunigen, was angesichts des erfolgreichen Track-Records eine signifikante Erhöhung des Shareholder Value mit sich bringen kann. Wir haben eine sehr gut gefüllte Pipeline, aus der wir zeitnah Projekte akquirieren werden. Außerdem wollen wir nach der Eröffnung der neuen Büros in Stockholm und Madrid im vergangenen Jahr im November mit Amsterdam und bis 2023 mit Helsinki und Warschau weitere internationale Standorte eröffnen. All das soll dazu beitragen, dass wir spätestens in 2023 bei mindestens 5 Milliarden Euro Umsatz sein werden.

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie ein wesentlicher Aktionär der Gesellschaft haben ihre Unterstützung der Kapitalerhöhung zum Ausdruck gebracht und mitgeteilt, dass sie beabsichtigen, insgesamt ca. 20 Prozent der angebotenen neuen Aktien zu zeichnen. Ein starkes Zeichen, wie ich finde.

www.4investors.de: Wie gut ist Ihre Ankaufpipeline aktuell gefüllt? Und welche Art von Akquisitionen ist derzeit für Sie interessanter – Add-ons oder ganz neue Bereiche?

Laumann:
Das kann man so nicht pauschalieren. Interessant ist für uns jede Opportunität, die den übergeordneten Umsatz- und Ergebniszielen hilft und bei der wir mindestens 7- bis 10-mal unser eingesetztes Kapital wiederbekommen. Aktuell ist es aber tatsächlich so, dass wir in der Hotlist eher Plattform-Akquisitionen haben als Add-ons, von denen wir mit ISH, ADComs, Rasche und Permasteelisa in der jüngsten Vergangenheit eine große Anzahl der Transaktionen gespeist hatten. Die aktuelle Pipeline ist jedenfalls prall gefüllt.

www.4investors.de: Und in welchen Größenordnungen dürfen sich die Umsätze der Neuakquisitionen bewegen?

Laumann:
Wichtiger als die Einzelakquisition ist die Summe und ich bin zuversichtlich, dass wir unser Ziel von durchschnittlich einer Transaktion pro Monat erreichen können. Bei einem durchschnittlichen Umsatz von rund 85 Millionen je akquiriertem Unternehmen würden wir eine Gesamtumsatzgröße von mehr als 1 Milliarde Euro zukaufen. Die Pipeline ist wie schon angesprochen voll und mein Team arbeitet hart, den Wettbewerb zu gewinnen und die Deals zu machen.

www.4investors.de: Auf dem Kapitalmarkttag sagten Sie, dass Mutares weitere Berater einstellen muss. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass sie viele Bewerbungen erhalten. Andere suchen hingegen händeringend nach fähigen Leuten. Wie kommt es, dass Mutares offenbar aus dem Vollen schöpfen kann?

Laumann:
Ich denke, es ist eine Mischung aus Reputation, dem Geruch des Erfolgs und dem lukrativen kommerziellen Aspekt bei uns zu arbeiten. Wir sind eine der erfolgreichsten Private-Equity-Gesellschaften der letzten Jahre, denken und handeln bodenständig. Zusätzlich haben wir mit Robin Laik einen Großaktionär, der jeden Tag die Faszination Mutares weitergibt.

www.4investors.de: Sie haben die geplanten neuen Standorte in Amsterdam, Warschau und Helsinki angesprochen. Was versprechen Sie sich von diesen Märkten und ist danach der europäische Expansionsdrang von Mutares beendet?

Laumann:
Unser Geschäft lebt vom persönlichen Kontakt und gerade im Distressed-Bereich werden Transaktionen meist lokal gesignt. Ich verspreche mir von allen drei Standorten die Unterstützung unserer Unternehmensziele für 2023 und gerade in Amsterdam haben wir einen exzellenten lokalen CEO gewinnen können, der das Geschäft erfolgreich aufbauen wird, da bin ich mir sicher.

www.4investors.de: Welche Pläne haben Sie auf der Exitseite in den nächsten 18 bis 24 Monaten?

Laumann:
Konkret kann ich hierzu natürlich nichts sagen, allerdings haben wir mit keeeper, BEXity und Donges drei Gesellschaften in der sogenannten Harvesting-Phase, die bei Mutares als Vorstufe des Exits gesehen wird. In absehbarer Zeit sollte es durchaus zu einer oder mehrerer dieser Gesellschaften etwas zu berichten geben.

www.4investors.de: Demnach dürfen Ihre Aktionäre auch künftig eine attraktive Ausschüttung erwarten?

Laumann:
Es ist wie die vergangenen Jahre auch; sind wir erfolgreich, lassen wir unsere Aktionäre wesentlich daran teilhaben. Wir erwarten für das Jahr 2021 ein Holdingergebnis von 43 Millionen Euro bis 53 Millionen Euro nach 33,4 Millionen Euro in 2020 und 22,5 Millionen Euro in 2019. Mehr kann ich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen.
Daten zum Wertpapier: Mutares
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Ticker-Symbol: MUX
WKN: A2NB65
ISIN: DE000A2NB650

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