Ulrich Kirstein mit der Presseschau der Woche. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Sicher in unsicheren Zeiten - Börse München

02.10.2021 09:19 - Autor: Ulrich Kirstein ... auf Twitter

An erster Stelle der Medienberichterstattung lagen die Woche über selbstverständlich die Wahlergebnisse und die möglichen Koalitionen: Ampel oder Jamaika lautet die Frage, die auch auf den Finanzseiten diskutiert wurde, nachdem die Börsen am Montag erst einmal aufgeatmet hatten, weil es keine rot-rot-grüne Mehrheit gab. Gut, in Berlin will zwar die Mehrheit Wohnungen enteignen, aber das hat nicht einmal die Kurse der Wohnungsbaugesellschaften beeinträchtigt (bei Mehrheit müssten wir fairerweise ein Sternchen setzen und hinzufügen: Vorbehaltlich der richtigen Auszählung der richtigen Vordrucke). Nun stehen wir vor einem „Wochenende der Entscheidungen“, wie das Handelsblatt schrieb. Vielleicht steht die Ampel ja bald auf grün. Ansonsten titelte die Börsen-Zeitung zu Recht, dass die Börsen ein Jojo-Spiel trieben, mal geht es rauf, mal runter. Das ist weniger der Berliner Politbühne geschuldet, als vielmehr den Gerüchten um die Geldpolitik der Fed.

Aber sicher

Auf Nummer sicher gehen diese Woche die beiden Finanzmagazine Börse Online und Focus Money. Manchmal scheinen die Redaktionen einen kurzen Draht zueinander zu haben. Jedenfalls macht Börse Online mit „Sichere Aktien für unsichere Zeiten“ auf, während Focus Money titelt: „Gibt es eine Anlagestrategie ohne Risiko?“ Während Börse Online mit dunklen Wolken und einer wehenden Windfahne stürmische Zeiten erahnen lässt, schließlich wird versprochen „So machen Sie Ihr Depot wetterfest“, lümmelt bei Focus Money ein junger Mann, aber nicht unbedingt ein Erstwähler, auf dem Sofa und erträumt sich Renditen. "Wie Sie Ihr Geld nahezu schwankungsfrei vermehren" heißt es dazu. Wir sollten uns Stürme am besten vom Sofa aus betrachten, lernen wir daraus.

Marderschaden

Wir wissen vieles nicht und freuen uns, dass uns die Börsen-Zeitung auch über eher weniger offensichtliche Dinge belehrt: Marder lieben Strom(kabel). Wenn ein solches eigentlich putziges Wesen ein Hochvoltkabel durchbeißt, muss dieses ersetzt werden: Kostenpunkt 7.000 Euro. Nicht in Erfahrung bringen konnten wir, wie es dem Marder nach dem Durchbeißen ergeht, aber er wird es kaum im fahrenden Betrieb unternehmen. Im Artikel ging es eigentlich um die Versicherung von Elektro-Pkws und nicht über das Marderunwesen. Eine weitere Erkenntnis: Mit Elektroautos laufen Kollisionen genauso ab, wie mit Benzinern, nur das Reparieren ist teurer. Noch fahren die E-Auto-Lenker aber vorsichtiger und haben weniger Unfälle, das dürfte sich aber ändern, wenn E-Autos zur Regel werden.

Männer

In Focus Money erfuhren wir, dass sich der Sänger Herbert Grönemeyer von seinem Porsche 911R trennt, einem Sportwagen, den es nur in limitierter Ausführung (991 Exemplare) gab und der 500 PS unter der schiefergrauen Haube besitzt. Die Gründe für den Verkauf durch den umweltbewegten Sänger wurden nicht genannt, auch kein Preis. In Anlehnung an einige seiner Songs könnte er sich gedacht haben, dass so ein Auto in „Bochum“ doch eher auffällt, er sich von den Grünen „Erwischt“ fühlt, auch wenn er nicht „Fanatisch“ ist und schließlich die Erkenntnis gewann, „Besser Du gehst jetzt“, „Jetzt oder nie!“ Vielleicht wird Grönemeyer noch einen „Blick zurück“ werfen und zum Trost eine „Currywurst“ verspeisen. „Männer“ eben.

Alte Schule

Eine der Forderungen an die neue Regierung ist es, die Digitalisierung voranzutreiben. Dazu nur ein Detail, das das Handelsblatt meldete: „Jede zweite Schule hat kein WLAN“, eine Befragung unter Lehrern weiterführender Schulen. Bester Satz aus dem Artikel von Barbara Gillmann, den jeder nachvollziehen kann, der Schulkinder zuhause hat: „Ein Drittel (der Lehrer) gab dabei auch an, dass sie beim Umgang mit der Digitalisierung schnell an ihre Grenzen stoßen“. Geräte allein reichen eben nicht aus, sie müssen auch bedient werden können.

Kunst

Und zum Schluss noch eine taufrische Nachricht aus Spiegel online, unter Kultur gelistet, wir hätten sie aber eher im Ressort Wirtschaft & Finanzen verortet. Denn hätten Sie gedacht, dass Ihre monatliche Gehaltszahlung ein Kunstwerk ist? So ähnlich fasst es wenigstens der dänische Künstler Jens Haaning auf: Er sollte ein Kunstwerk überarbeiten, auf dem das Jahresgehalt in Dänemark mit dem von Österreich anhand aufgeklebter Geldscheine visualisiert werden sollte. Dafür lieh das Museum ihm mehr als 70.000 Euro in Geldscheinen. Und der Künstler lieferte: Zwei leere Bilderrahmen mit dem Titel „Take the Money and Run“. Die 70.000 Euro behielt er dankend, wahrscheinlich fällt ihm Besseres ein, als sie auf Leinwand zu kleben. Mit fällt dazu ein Satz von Frank Zappa ein: „Das Wichtigste in der Kunst ist der Rahmen“!

Autor der Presseschau: Ulrich Kirstein, Bayerische Börse AG
Daten zum Wertpapier: Börse München


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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