Hypoport: Europace soll weitere Marktanteile gewinnen

Ronald Slabke, Vorsitzender des Vorstands von Hypoport, im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Foto und Copyright: Hypoport.

Ronald Slabke, Vorsitzender des Vorstands von Hypoport, im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de. Foto und Copyright: Hypoport.

14.08.2015 07:52 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Für Ronald Slabke, Vorsitzender des Vorstands von Hypoport, ist es letztlich nicht so wichtig, wo die Zinsen gerade stehen. Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de macht er deutlich, dass sich verändernde Zinsen dem Geschäftsmodell von Hypoport positive Impulse geben. Ein anstehendes Gesetz der Bundesregierung bietet für sein Unternehmen neue Chancen. Und auch für Europace sieht Slabke noch vielfältige Möglichkeiten, die das weitere Wachstum ankurbeln sollen.

www.4investors.de: In den Ranglisten der Deutsche Börse AG für die Zusammensetzung der DAX-Indizes werden sie in der SDAX-Liste geführt. Sehen sie sich tatsächlich eher als Finanzdienstleister, oder würden sie sich aufgrund ihres stark technologischen Geschäftes in der TecDAX-Rangliste wohler fühlen?

Slabke:
Wir verstehen uns als technologiebasierter Finanzdienstleister. Unser Geschäftsmodell basiert auf den drei voneinander profitierenden Geschäftsbereichen Institutionelle Kunden, Privatkunden und Finanzdienstleister. In allen drei Geschäftsbereichen befasst sich der Hypoport-Konzern mit dem Vertrieb von Finanzdienstleistungen, ermöglicht oder unterstützt durch Finanz-Technologie (FinTech).

Die Deutsche Börse stuft uns aktuell als Finanzdienstleister ein. Wir würden uns auch mit der Einordnung als Technologieunternehmen wohlfühlen. Aber dies ist eine Entscheidung der Deutschen Börse AG.

www.4investors.de: Welches Potenzial trauen sie der Branche zu, die man mittlerweile gerne als „FinTech“ zusammen fasst? Welche Rolle werden Plattformen wie Europace in den kommenden Jahren erlangen können?

Slabke:
Hypoport nutzt schon seit 15 Jahren Finanz-Technologie, um die Finanzdienstleistung kräftig umzukrempeln. Die Unternehmungen, welche heute unter dem Begriff „FinTech“ zusammengefasst werden, sind in den meisten Fällen junge Startups, welche einige Monate und selten mehr als zwei Jahre am Markt sind. Etablierte Marktteilnehmer leiden unter organisatorischer Trägheit, technologischer Rückständigkeit, Ressourcenverzehr durch Regulierung und einer nicht konsequent am Kundeninteresse ausgerichteten Dienstleistung. Einigen der Fintech-Neugründungen wird es gelingen, die sich bietenden Chancen zu nutzen. Ein Teil davon wird dann voraussichtlich von Banken und anderen Finanzdienstleistern aufgekauft. Der größere Teil der Startups wird aber leider wieder verschwinden. Entweder weil das Geschäftsmodell von Anfang an nicht funktionieren konnte, oder weil die eigene Fähigkeit den Markt zu verändern überschätzt wurde.

Europace ist ein etablierter Marktplatz. Aufgrund des Kostendrucks und der steigenden regulatorischen Komplexität im Finanzdienstleistungssektor gibt es aus unserer Sicht keine Alternative zur Nutzung unserer Plattform. Wir gehen davon aus, dass wir auch in den kommenden Jahren weiter deutlich Marktanteile dazugewinnen werden.

www.4investors.de: Können sie sich die Ausdehnung von Europace auf weitere Finanzdienstleistungen vorstellen?

Slabke:
Auch schon in den letzten Jahren haben wir zusätzliche Produkte auf Europace etabliert. Aktuelle Wachstumsfelder sind die noch jungen Produktsegmente Ratenkredit und Bausparen. Aktuell läuft die Pilotphase für das neue Ratenkredit-Frontend „Kredit Smart“.

Um auch in Zukunft keine Chancen zu verpassen, prüfen wir systematisch, ob sich weitere Produktkategorien für unsere Plattform empfehlen.

Hypoport könnte durch die anstehende Zinstrendwende in den USA Impulse erhalten. Foto und Copyright: Hypoport.

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www.4investors.de: Macht es für sie aus Sicht von Synergien Sinn, in einem Konzern einerseits ein stark technologielastiges Geschäft wie Europace, andererseits mit Dr. Klein einen Finanzvertrieb zu betreiben?

Slabke:
Wir sind sogar der Meinung, dass diese besondere Kombination eine der Ursachen für unseren Erfolg darstellt. Da wir dank Dr. Klein genau verstehen, wie erfolgreiche Beratung von Baufinanzierungen in der Praxis funktioniert, können wir eine Plattform bauen, welche genau auf diese Bedürfnisse zugeschnitten ist. Da hätte es ein reiner Technologieanbieter deutlich schwerer.

www.4investors.de: Mit welchen Veränderungen für ihr Geschäft rechnen sie durch die Umsetzung der EU-Richtlinie über Wohnimmobilienkredite, die im März des kommenden Jahres in Kraft treten soll?

Slabke:
Der Gesetzentwurf des Bundesregierung, der die Richtlinie über Wohnimmobilienkreditverträge (WIKR) des Europäischen Parlaments in nationales Recht überführen soll, beinhaltet unter anderem Berufszulassungs- und Berufsausbildungsregeln für Vermittler von Immobilienkrediten. Der Gesetzentwurf enthält darüber hinaus Vorgaben für vorvertragliche Informationspflichten und verpflichtende Beratungsleistungen. Die Bundesregierung beabsichtigt, dass eine unabhängige und qualitativ hochwertige Beratung flächendeckend durchgesetzt wird.

Für Dr. Klein bedeutet dies, dass der schon immer verfolgte Beratungsansatz weiter gestärkt wird. Auch werden unprofessionelle Berater den Markt verlassen und Geschäft an Dr. Klein abgeben.

Auch für Europace gehen wir von einer weiteren Stärkung der Marktposition durch die WIKR aus. Der Regulierungs- und Kostendruck auf die Marktteilnehmer steigt mit dem Gesetz weiter und Europace bietet die Lösung.

Aber natürlich wird die WIKR auch für uns kurzfristig einen relevanten Investitions- und Anpassungsbedarf erzeugen. Wie hoch dieser ausfällt, lässt sich erst nach abschließender Verabschiedung des Gesetzes feststellen.

www.4investors.de: Sie haben gerade erst die Prognose für 2015 angepasst. Wie läuft das Geschäft auf der Plattform im dritten Quartal, sind neue Rekordzahlen für Hypoports Quartalsbilanz zu erwarten?

Slabke:
Wir haben gerade mal die Hälfte des dritten Quartals 2015 hinter uns gebracht und befinden uns inmitten einer deutschlandweiten Urlaubszeit. Damit ist es noch etwas zu früh für ein Resümee zum dritten Quartal. Für das Gesamtjahr gehen wir weiter von einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum aus und haben, wie sie wissen, bereits das „leicht“ gestrichen. Und dass wir beim Ertrag kräftig zulegen, konnte man bereits in den ersten zwei Quartalen deutlich sehen.

www.4investors.de: Erwarten sie durch die Leitzinswende in den USA Impulse für ihre diversen Geschäftsbereiche?

Slabke:
Sollten eine Anhebung der Leitzinsen in den USA beschlossen werden, bleibt abzuwarten, ob und wie sich dies auf die Zinssituation in Deutschland auswirkt. Wenn in der Folge die Baufinanzierungszinsen in Deutschland steigen, könnte dies unser Geschäft beleben. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich verändernde Zinsen unseren Geschäftsmodellen positive Impulse geben. Mittel- und langfristig ist der Zins für den Erfolg unserer Geschäftsmodelle nicht wesentlich. Gebaut wird immer.

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