Raiffeisen: Facebook, Google, Novartis und Staatsanleihen im Blickpunkt

23.04.2015, 09:34 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: JaysonPhotography / shutterstock.com.

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Die EZB hat Medienberichten zufolge gestern den ELA-Rahmen für griechische Banken um EUR 1,5 Mrd. auf EUR 75,5 Mrd. angehoben. Der EUR konnte gestern gegenüber dem CHF Zugewinne verzeichnen. Grund dafür war die Ankündigung der Schweizerischen Nationalbank, die Anzahl der Institute, die vom Negativzins ausgenommen sind, zu verringern. Im Fokus des Marktinteresses werden heute diesseits und jenseits des Atlantiks die vorläufigen Veröffentlichungen der Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Monat April stehen. In den USA entwickelt sich der Markit Index für das Verarbeitende Gewerbe seit einigen Monaten deutlich positiver als der korrespondierende ISM Index. Sollte der Markit PMI erneut gestiegenen sein oder zumindest in etwa das Vormonatsniveau gehalten haben, wäre das ein Indiz dafür, dass auch der ISM Index wieder zulegen sollte. Für die Erhebungen der gesamten Eurozone setzen wir unserer Vorstellung eines sich fortsetzenden Aufschwungs entsprechend leichte Verbesserungen an. Dabei hinken die PMIs für Frankreich dem allgemeinen Trend hinterher. Selbst die von uns erwarteten kleinen Verbesserungen würden eine nur schwache Konjunkturlage implizieren. Dagegen hat sich Deutschland als Konjunkturmotor in der Eurozone etabliert. Unsere Schätzung eines leichten Rückgangs im Dienstleistungsbereich bzw. eines unveränderten Wertes für das Verarbeitende Gewerbe ändert jedoch nichts an diesem Bild. Auf dem Primärmarkt beabsichtigt Portugal heute zwei 2017 und 2018 fällig werdende Anleihen gegen Schuldpapiere mit Fälligkeit 2024 und 2030 zu tauschen.

Aktienmärkte
Am gestrigen Handelstag verbuchten die wichtigsten US-Aktienindizes durchwegs moderate Zugewinne und schlossen allesamt im positiven Terrain. Zu den stärksten Gewinnern zählten Kreditkartenunternehmen. Diese profitierten von der Ankündigung, dass ab dem 1.Juni in China Bankkartentransaktionen nun auch für ausländische Firmen möglich sind. Nachbörslich kam es zu einer wahren Flut an Quartalsergebnissen. Dabei standen allen voran Unternehmen der Technologiebranche im Fokus. So veröffentlichten unter anderem Ebay, Facebook und Texas Instruments ihre Geschäftsergebnisse zum ersten Quartal 2015 und präsentierten dabei sehr solide Zahlen. Einzig Texas Instruments sorgte mit einem schwachen Ausblick (Q2 2015) für eine negative Überraschung. Im Laufe des heutigen Tages geht es in ähnlicher Tonart weiter. Vorbörslich präsentieren Caterpillar und General Motors ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Mit Amazon, Google und Microsoft folgen drei IT-Schwergewichte nach Handelsschluss. Der japanische Aktienmarkt schloss sich den positiven Vorgaben an und so beendete der Nikkei 225 den Handelstag erneut über der Marke von 20.000 Punkten. In Europa präsentierte der Pharmakonzern Novartis vor Börseneröffnung seine Zahlen zum Q1, die auf den ersten Blick über den Analystenerwartungen ausfielen. Nach aktuellen Futures-Indikationen zeichnet sich an den europäischen Börsenplätzen ein positiver Handelsbeginn ab.

Credit
Der norwegische Flughafenbetreiber Avinor begab seine zehnjährige EUR 300 Mio. Anleihe zu MS+55 BP. Die EUR 800 Mio. Anleihe von Novalis (7 Jahre, erster Call in drei Jahren) wurde mit einer Rendite von 3,0% gepreist. BHP Billiton preiste eine EUR denominierte Anleihe mit einem Gesamtvolumen von EUR 2 Mrd. bestehend aus drei Tranchen (Tranche A: EUR 600 Mio., 5 Jahre, 3mE+35BP, Tranche B: EUR 650 Mio., 7,5 Jahre, MS+50 BP, Tranche C: EUR 750 Mio., 15 Jahre, MS+85 BP). Financials: Covered Bonds wurden von der KBC (EUR 1,0 Mrd., sechs Jahre, MS-8 BP) und von Sparebanken Vest (EUR 500 Mio., sieben Jahre, MS-5 BP) emittiert. Laut Reuters soll es derzeit noch keinen Beschluss zu einem höheren Bewertungsabschlag auf den Wert der Sicherheiten, die griechische Banken für die Notfallkredite (ELA) hinterlegen, geben.

China
Der chinesische vorläufige Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe verzeichnete im April mit 49,2 Punkten einen neuerlichen Rückgang gegenüber dem ohnehin schon schwachen März (49,6) und lag damit auch unter den Markterwartungen (49,6). Dies deutet auf eine weitere Abschwächung der Konjunktur nach dem chinesischen Neujahr hin. Der Aktienmarkt nahm es gelassen auf und verbuchte leichte Zugewinne, da man von weiteren geldpolitischen Maßnahmen zur Konjunkturstimulierung ausgeht.

Zentraleuropa / Osteuropa
- CZ: Tschechische Anleiherenditen bleiben niedrig
- PL: Abwartende Haltung des geldpolitischen Komitees für längeren Zeitraum
- PL: Erneuter Rückgang der Arbeitslosigkeit
- RO: IWF-Prüfung soll im März stattfinden
- RU: Anstieg des wöchentlichen VPI um 0,2% p.w.
- HR: Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 19,7%; Erhöhung der realen Löhne auf Jahresbasis

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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