Raiffeisen: Hewlett-Packard, GlaxoSmithKline, Allied Irish Banks und Staatsanleihen im Blickpunkt


26.11.2014 09:07 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Anders als erwartet erfuhr das US-BIP für Q3 im Rahmen der gestern veröffentlichten weiten Schätzung eine Aufwärtsrevision von 3,5 % p.q. (ann.) auf 3,9 % p.q. (ann.). Zwar fiel der Wachstumsbeitrag des Außenhandels wie von uns prognostiziert geringer aus als ursprünglich vermeldet. Dem standen jedoch nach oben revidierte Beiträge des Konsums und der Investitionen sowie ein weniger dämpfender Lagerbeitrag gegenüber. Demgegenüber verzeichnete das Verbrauchervertrauen (Conf. Board) entgegen den Erwartungen einen Rückgang. Datenseitig stehen auch heute die USA im Fokus. Der Auftragseingang dauerhafter Güter im Oktober dürfte aufgrund deutlich niedriger Aufträge bei Boeing um 0,8 % p.m. gesunken sein. Ohne den Boeing-Effekt dürfte hingegen ein kleines Plus ausgewiesen werden. Bei den privaten Konsumausgaben (Oktober) erwarten wir aufgrund der vorliegenden Zahlen zum Einzelhandelsumsatz ein Plus von 0,3 % p.m. Mit dem Chicago PMI steht überdies der letzte regionale Stimmungsindikator vor dem ISM Index auf dem Programm. Der Konsens erwartet einen Rückgang auf hohem Niveau. Am Primärmarkt stockten die Niederlande gestern eine im Juli 2024 fällig werdende Anleihe um EUR 1,8 Mrd. auf (Emissionsrendite: 0,895 % ggü. 1,137 % zuvor), während Spanien drei- und neunmonatige Geldmarktpapiere begab und damit insgesamt EUR 4,1 Mrd. einnahm. Für heute haben sich Italien mit Geldmarktpapieren (6M, EUR 6 Mrd.) und Deutschland mit Anleihen angekündigt (10J, EUR 4 Mrd.). Überdies beabsichtigt Portugal, einen Anleihetausch durchzuführen (2015/2016 für 2021/2023).

Aktienmärkte


Die wichtigsten US-Aktienindizes zeigten gestern nur wenig Bewegung und schlossen nahezu unverändert, wobei der Nasdaq-Composite ein neues Jahreshoch markierte. Die gestrigen US-Makrodaten zeichneten ein gemischtes Bild (US-BIP stärker als erwartet, aber deutlicher Dämpfer beim später vermeldeten Konsumentenvertrauen), wodurch den Marktteilnehmern wohl die Dynamik abhandenkam. Nachbörslich berichtete Hewlett-Packard die Unternehmensergebnisse für das vierte Quartal, wobei sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Rückgänge zu vermelden waren. Zudem lag der Umsatz unter den Analystenerwartungen, was die Herausforderung des Unternehmens für die bis Oktober nächsten Jahres vollzogene Aufspaltung in zwei eigenständige Einheiten zusätzlich unterstrich. Nachbörslich reagierten die HP-Aktien mit -0,61 % leicht negativ. Im ruhigen Fahrwasser der US-Vorgaben präsentierte sich der japanische Nikkei 225 ebenfalls wenig verändert. Wir erwarten mit Blick auf die ersten Indikatoren eine leicht positive Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten.

Credit-Märkte


Das Softwareunternehmen Amadeus hat eine EUR 400 Mio. Anleihe (3J, Baa2/ BBB) zu MS+47 BP platziert. GlaxoSmithKline (A2/A+) preiste gestern zwei Anleihetranchen mit einem Gesamtvolumen in Höhe von EUR 2,5 Mrd. (Tranche A: EUR 1,5 Mrd., 5 J, MS+33 BP; Tranche B: EUR 1 Mrd., 10 J, MS+55 BP). Von Allied Irish Banks wurde eine Covered Bond Emission (voraussichtliches Rating: Baa1/A/A) angekündigt. Die norwegische Danfoss A/S (BBB) ist vom 28. November bis 3. Dezember in Europa auf Roadshow für eine Anleihe.

Zentral- und Osteuropa


- RUB weiterhin volatil, wobei OPEC-Treffen wesentlicher Einflussfaktor diese Woche sein sollte
- Zloty schaffte es, Widerstandsmarke von EUR/PLN 4.18 zu durchbrechen
- Stabiler Leitzinszins stützt HGB-Markt
- Russland plant GKO-Platzierung

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!