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RZB Tageskommentar: US-Arbeitsmarktbericht, EZB im Blickpunkt


03.07.2014 09:02 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Mit Spannung werden heute die Marktteilnehmer die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts (Juni) verfolgen. Vor diesem Hintergrund stellt der gestern veröffentlichte und deutlich besser als erwartet ausgefallene ADP Beschäftigungsbericht (größtes Monatsplus seit November 2012) ein Aufwärtsrisiko für unsere Prognose eines Stellenzuwachses von knapp unter 200 Tsd. dar. Die Rendite von US Staatsanleihen legte infolge des ADP Beschäftigungsberichts zu. Der Dollar notierte gegenüber dem Euro fester und konnte damit den bereits vor der Veröffentlichung bestandenen Trend fortsetzen. In der Eurozone stehen heute die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in Spanien und Italien auf dem Programm. Mehr Beachtung wird jedoch der EZB-Zinssitzung geschenkt werden, auch wenn selbige unserer Ansicht nach wenig Spannendes bieten sollte. Wir erwarten kein Signal für baldige zusätzliche Maßnahmen. Lediglich die Absicht, ein ABS Kaufprogramm (im Herbst) aufzusetzen, dürfte erneuert werden. Am Primärmarkt begab Portugal gestern eine im Oktober 2024 (Emissionsrendite: 5,225 %) fällig werdende USD-Anleihe – die erste Fremdwährungsanleihe seit Krisenbeginn. Das Volumen belief sich auf USD 4,5 Mrd., allerdings war das Investoreninteresse wie auch bei vorangegangenen Platzierungen deutlich höher (Gebote: USD 10 Mrd.). Unterdessen glättete Irland sein Fälligkeitsprofil. So wurde eine im April 2016 fällig werdende Anleihe zurückgekauft bzw. in Anleihen mit Fälligkeit März 2023 getauscht, wodurch die ausstehende Nominale von EUR 10,2 Mrd. auf EUR 8,1 Mrd. verringert werden konnte. Heute beabsichtigen Spanien (2020, 2044) und Frankreich (2024, 2027, 2030) Anleihen zu begeben.

Aktienmärkte


Die wichtigsten US-Aktienindizes tendierten gestern in einer extrem engen Bandbreite. Dow Jones und S&P 500 schlossen allerdings erneut auf einem neuen Rekordschlussstand. Obwohl vor allem Arbeitsmarktdaten (ADP-Report) deutlich besser waren als erwartet, scheinen sich die Investoren vor dem heutigen US-Arbeitsmarktbericht zurückgehalten zu haben. Bei den Einzelwerten tat sich u.a. Constellation Brands (+2,3 %) hervor. Der Getränkehersteller konnte mit seinen Zahlen die Erwartungen übertreffen und hob auch den Ausblick an. In Japan fiel die Entwicklung ebenfalls verhalten aus. Der Nikkei 225 tendierte zuletzt leicht tiefer. Auf Unternehmensebene sind heute keine den Markt bewegenden Daten zu erwarten. Dementsprechend werden der schon oben erwähnte Arbeitsmarktbericht wie auch die Ergebnisse der EZB-Zinssitzung das Interesse der Aktienmärkte hervorrufen. Die ersten Indikationen deuten auf kaum veränderte Kurse zu Handelsbeginn hin.

Credit-Märkte


Robert Bosch emittierte eine 25 jährige Anleihe (EUR 250 Mio.) mit einer Rendite von 3,000 %. Boing Group (IMO Car Wash) plant eine EUR 240 Mio. Anleihe (5NC2, senior secured) mit einer vorläufigen Renditeindikation von 6,75 %
zu begeben. Darüber hinaus war auf der Financial Seite die BayernLB mit einem EUR 500 Mio. Pfandbrief aktiv (2021, MS+3 BP). Was die europäischen Stresstests betrifft, hat sich gestern der Europäische Gerichtshof in einem Sonderbericht für eine klare Trennung der Rollen der EBA, der EZB und der nationalen Aufsichtsbehörden ausgesprochen. Laut Presseinformationen wurde bisher nur ein Bruchteil der notleidenden Kredite von italienischen Banken (wie vor einiger Zeit u.a. von Ratingagenturen empfohlen) an ausländische Investoren verkauft, diese greifen lieber bei spanischen und irischen Problemkrediten zu.

China


Heute Morgen wurden beide Dienstleistungs-Einkaufsmanagerindizes (PMI) veröffentlicht. Der vom Nationalen Statistikbüro (NBS) veröffentlichte Index verzeichnete einen leichten Rückgang von 55,5 Punkten auf 55 Punkte. Der HSBC Service-PMI stieg dagegen stark an, von 50,7 Punkten auf 53,1. Nach einem schwachen Start erholten sich daraufhin chinesische Aktien sowohl in Hongkong wie auch an den Festlandmärkten.

Zentral- und Osteuropa


- Aufgrund der bei der gestrigen Börsensitzung getroffenen Entscheidung der polnischen Zentralbank, die Leitzinsen unverändert zu belassen, festigte sich der polnische Zloty nur um eine Spur.
- Trotz der steigenden Marktvolatilität blieben die Kurse der 10-jährigen Lokalwährungsanleihen größtenteils relativ stabil. Mangels wesentlicher Neuigkeiten sehen wir Kursverluste der Benchmark-Eurobonds der CEE-Region.
Daten zum Wertpapier: Raiffeisen Zentralbank Österreich

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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