RZB Tageskommentar: Bulgarien, GM, ArcelorMittal, ISM Index im Blickpunkt


01.07.2014 09:16 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Heute im Blickpunkt steht der US ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe. Zwar hat sich laut dem gestern veröffentlichten Chicago PMI die Stimmung der Einkaufsmanager im Juni etwas stärker als erwartet eingetrübt (von 65,5 Punkten im Vormonat auf 62,6 Zähler). Die bereits vorliegenden regionalen Stimmungsumfragen deuten aber auf einen weiteren leichten ISM-Anstieg hin. Darüber hinaus spricht der Markit Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, der im Juni auf den höchsten Stand seit Mai 2010 geklettert war, für ein nochmaliges Plus beim ISM Index. Auch in der Eurozone werden heute die noch ausstehenden Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe aus Italien und Spanien bekanntgegeben. Wir rechnen nur mit einer geringen Veränderung im Vergleich zum Vormonat. Die gestern veröffentlichte Schnellschätzung der Inflationsrate für die Eurozone für Juni lag mit 0,5 % p.a. etwas unter den Erwartungen. Allerdings zog die Kernrate der Teuerung (ex stark schwankende Preise für Energie und Lebensmittel) überraschend an (0,8%). EUR/USD konnte sich infolge wieder festigen, Anleihen tendierten seitwärts.

Aktienmärkte


Die US-Aktienmärkte mussten am gestrigen letzten Handelstag des ersten Halbjahres leichte Einbußen hinnehmen, konnten damit aber dennoch das sechste Quartal in Folge insgesamt Zugewinne verbuchen. Letzteres gab es seit 1998 nicht mehr. Die gestern veröffentlichten Konjunkturindikatoren ergaben ein gemischtes Bild; unternehmensseitig stand die Meldung von General Motors im Mittelpunkt, nun noch mehr Autos als bisher erwartet in die Werkstätten rückrufen zu müssen. Die Aktien der Autobauer fanden sich folglich auf der Verliererseite; Finanzwerte hielten sich dagegen überdurchschnittlich gut. In Japan hat der heute veröffentlichte Tankan Bericht der Notenbank eine weiter verschlechterte Stimmung im produzierenden Gewerbe des Landes zu Tage gefördert. Dafür wird insbesondere die Erhöhung der Mehrwertsteuer verantwortlich gemacht. Dies hatte u.a. eine leichte Abschwächung des Yen zufolge, weshalb der Aktienmarkt – und dort vor allem die großen Exporttitel wie Toyota Motor oder Sony – sogar deutliche Zugewinne verbuchen konnte. Die europäischen Börsen sollten heute wenig verändert in den neuen Handelstag starten, der in weiterer Folge wohl von den zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturumfragen dies- und vor allem jenseits des Atlantiks dominiert werden dürfte.

Credit-Märkte


Am Corporate CDS-Markt kam es gestern zu leichten Spreadanstiegen, am Corporate Bond Markt stiegen die Risikoprämien von High-Yield (HY) Unternehmensanleihen leicht an. Primärmarkt: Die deutsche Robert Bosch GmbH (AA-) preiste eine EUR 750 Mio. Anleihe (Kupon: 1,75 %, Fälligkeit im Juli 2024, MS+43 BP). ArcelorMittal (Ba1/BB+/BB+) platzierte eine EUR 600 Mio. Anleihe (Kupon: 2,875 %, Fälligkeit im Juli 2020, MS+220 BP). Die deutsche (nicht geratete) Gewerbesiedlungs-Gesellschaft mbH (führender Anbietern von Büro- und Gewerbeflächen in Berlin) dürfte eine EUR Anleihe platzieren. Erste Investorengespräche beginnen am 2. Juli. Die griechische Titan Cement (BB) wird nach einer Roadshow vom 1.-3. Juli voraussichtlich eine fünfjährige EUR 300 Mio. Anleihe platzieren.

China


Heute Morgen bestätigten beide chinesischen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das Verarbeitende Gewerbe die konjunkturelle Stabilisierung im Juni. Der offizielle PMI stieg von 50,8 auf 51 Punkte, den höchsten Wert in sechs Monaten. Der HSBC PMI verzeichnete 50,7 Punkte, was etwas weniger ist als der vorläufige Wert (50,8 Punkte), aber immer noch ein starker Anstieg im Vergleich zu 49,4 Punkten im Mai. Außerdem treten ab heute neue, für Banken günstigere Berechnungsmethoden für das Kredit-Einlagenverhältnis in Kraft, was neue Impulsefür die Kreditvergabe bringen soll. Dennoch rutschten chinesische Aktien in Shanghai ins Minus, die Börse in Hongkong ist heute feiertagsbedingt geschlossen.

Zentral- und Osteuropa


- Nach der Bestätigung, dass die Liquiditätsspritze für das bulgarische Bankensystem (BGN 3,3 Mrd.) konform mit EU-Beihilferichtlinien ist, dürfte sich die Besorgnis über eine Bankenkrise in Bulgarien beruhigen.
- Trotz der jüngsten Spekulationen über eine mögliche Wiederaufnahme des Zinssenkungszyklus werden bei der heutigen geldpolitischen Sitzung in Rumänien keine Leitzinsänderungen erwartet.
- Aller Voraussicht nach wird die Ankündigung der Präsidentschaftskandidatur des türkischen Premierministers Erdogan heute stattfinden, wobei die Marktreaktion begrenzt sein dürfte.
- Wir erwarten uns, dass der Eurobondmarkt die negativen Meldungen zum Ausblick ignorieren wird; die Ratingagentur S&P hat die Bonität Sloweniens mit A- bestätigt, wobei wir die pessimistische Sichtweise auf die Politik Sloweniens jedoch nicht teilen.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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