Baader Bank: DAX erreicht 10.000 Punkte

Nico Baader, Vorstand der Baader Bank, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: Baader Bank.

Nico Baader, Vorstand der Baader Bank, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: Baader Bank.

16.12.2013 23:50 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nicht mit jeder Anleihenemission der jüngeren Vergangenheit ist Nico Baader, Vorstandsmitglied der Baader Bank, glücklich. In diesem Bereich setzt der Manager auf mehr Qualität. Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de sagt Baader, dass er an Konzepten arbeite, wie die Mittelstandsfinanzierung über den Kapitalmarkt optimiert werden könne. Baader wagt in dem Interview eine Prognose für die DAX-Entwicklung im kommenden Jahr. Er spricht über den Wettbewerb in Deutschland und über die Ambitionen seiner Bank in der Schweiz.


"/medienpool/unternehmen/baaderbank/nicobaader2.jpg" alt="Nico Baader, Vorstand der Baader Bank, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: Baader Bank." title="Nico Baader, Vorstand der Baader Bank, im Interview mit www.4investors.de. Bild und Copyright: Baader Bank." class="textbild" />www.4investors.de: Nach neun Monaten 2013 liegt die Baader Bank trotz starker Aktienkurse und DAX-Rekordständen deutlich in den roten Zahlen. Hat sich hieran im vierten Quartal etwas geändert?

Baader: Wir berichten über das Geschäftsjahr 2013 am 14. März nächsten Jahres. Bis dahin bitte ich um Geduld. Wir wollen als börsennotiertes Unternehmen alle Interessierten gleich behandeln.

www.4investors.de: Welche Tendenz gibt es im laufenden Quartal bei den Verwaltungskosten?

Baader: In der Baader Bank Gruppe herrscht strenge Kostendisziplin. Nach neun Monaten lag der Anstieg der Verwaltungskosten, ohne Berücksichtigung der Integration des Schweizer Brokers Helvea, denen aber auch entsprechende Erträge gegenüber stehen, bei lediglich einem Prozent. Dies trotz permanent steigender Aufwendungen für die Erfüllung regulatorischer und administrativer Anforderungen.

www.4investors.de: Vor allem Privatanleger sind derzeit, trotz einer zweijährigen Hausse am Aktienmarkt, nur schlecht für die Börse zu begeistern. Was muss sich ändern und wie sehr belastet der aktuelle Zustand ihr Geschäft?

Baader: Es ist frustrierend zu erleben, dass die Aufwärtsbewegung von den wenigsten privaten Anleger genutzt wurde. Hohe regulatorische Hürden führten dazu, dass es kaum noch Bankberater gibt, die ihren Kunden die Aktienanlage empfehlen. Leider ging die Hausse auch an vielen deutschen Institutionellen vorbei. Wir wünschen uns eine Regulierung mit mehr Augenmaß und dass Aktienanlagen für die private Altersvorsorge endlich eine stärkere Rolle einnehmen und auch deutsche institutionelle Investoren ihr Engagement ausweiten. Wir verdienen an den Umsätzen und nicht an den Indexständen.

www.4investors.de: Welche Tendenzen erwarten sie für die Börsen im kommenden Jahr? Wie könnten sich Indexstände und Börsenumsätze entwickeln?

Baader: Wir erwarten in Deutschland ein Anhalten der Aufwärtsbewegung. Zur Jahresmitte 2014 gehen wir von einem Dax von 9.600 aus, zum Jahresende von 10.000 Punkten. Treibende Kräfte sind die robuste Konjunkturentwicklung sowie steigende Unternehmensgewinne. Im Jahresverlauf ist eine Verschnaufpause nicht auszuschließen. Wir hoffen dabei auf eine deutliche Steigerung der Handelsumsätze.

www.4investors.de: Wie will die Baader Bank zukünftig mit dem enorm starken Wettbewerb im Aktienhandel umgehen, zum Beispiel seitens Tradegate? Wie wollen sie sich positionieren, um zu wachsen und wieder Gewinne zu schreiben?

Baader: Wir sind im börslichen- und außerbörslichen Handel der bestmöglichen Ausführung von Kauf- und Verkaufsaufträgen verpflichtet. Die Qualitätsoffensive der Frankfurter Wertpapierbörse unterstützen wir als führender Market Maker ausdrücklich. Die Ergebnisentwicklung im Market Making ist dieses Jahr erfreulich. Ausgebaut wird u.a. der außerbörsliche Handel, d.h. die Anbindung an weitere OTC-Partner, wie jüngst BrokerJet in Österreich, oder der Handel ausländischer Aktien an der Börse in Bern.

www.4investors.de: Sie haben im Oktober XETRA-Spezialistenkonten von Schnigge übernommen. Welche Bedeutung messen sie dem Skontren angesichts der sich verändernden Börsenlandschaft in den nächsten Jahren überhaupt zu?

"/medienpool/unternehmen/baaderbank/haendler.jpg" alt="Börsenhändler bei der Baader Bank. Bild und Copyright: Baader Bank." title="Börsenhändler bei der Baader Bank . Bild und Copyright: Baader Bank." class="textbild" />Baader: Das Handelsmodell des Market Makers (Xetra Spezialist an der Börse Frankfurt) bietet insbesondere für Small- und Mid Cap-Titel klare Vorteile. Darüber hinaus profitieren Marktteilnehmer von dem umfassenden Produktangebot und der verbesserten Handelbarkeit durch Liquidität spendende Spezialisten. Im übernommenen Portfolio von Schnigge in Frankfurt finden sich einige stark gehandelte Titel. Sie stellen eine Bereicherung für das Portfolio der Baader Bank dar.

www.4investors.de: Im November haben sie den Handel von Auslandsaktien an der BX Berne eXchange gestartet. Wie ist der Start verlaufen und welche Chancen geben sie dem derzeit doch recht kleinen Finanzmarkt in Bern langfristig?

Baader: Es handelt sich um eine langfristige Partnerschaft der Baader Bank mit der Börse in Bern. Die Anfänge empfinden wir als durchaus erfreulich. Der Handel von Auslandsaktien in Schweizer Franken ist für den Schweizer Anleger noch neu und die Entwicklung braucht wie bei jedem neuen Markt Zeit. Dazu haben die meisten Banken die vollautomatisierte Abwicklung aus dem e-banking noch nicht fertig umgesetzt. Dies bedeutet, dass die meisten Anleger die Aufträge noch telefonisch aufgeben und die Echtzeitpreise auf der Webseite bxswiss.com entnehmen müssen. Auch für die Umsetzung der kostenlosen Real-Time Kurse ist eine Anpassung der Infrastruktur bei den Banken erforderlich. Das dauert einfach eine Zeit, das ist ganz natürlich.

www.4investors.de: Eine andere Schweizer Transaktion von ihnen war die Helvea-Übernahme. Was hat diese angesichts eines deutlich gestiegenen Verwaltungsaufwands bis dato gebracht? Wie sind die Perspektiven der Tochter für 2014?

Baader: Dem gestiegenen Verwaltungsaufwand stehen auch entsprechende Erträge – nämlich Provisionseinnahmen – gegenüber. Für 2014 erwarten wir die Realisierung erheblicher Synergieeffekte. Bedeutender ist aber der Zugang vor Ort in London, New York, Genf und Zürich zu einer deutlich größeren Investorengruppe. Die Mitarbeiter von Helvea verfügen über langjährige und erstklassige Geschäftsbeziehungen zu nationalen und internationalen Großanlegern. Gemeinsam mit Helvea sind wir auf dem Wege, einen der leistungsstärksten lokalen Broker im deutschsprachigen Raum zu schaffen.

www.4investors.de: Die Zahl der Emission von Unternehmensanleihen in Deutschland ist deutlich gestiegen, viel geht an den Entry Standard. Mit welchen Entwicklungen rechnen sie hier 2014?

Baader: Ein für uns durchaus schwieriges Thema. Wir waren und sind der Meinung, dass im Segment der so genannten Mittelstandsanleihen die Qualität häufig nicht stimmt und es bestimmte Emissionen besser nicht geben sollte. Die Zahl der Ausfälle nimmt spürbar zu, folglich könnten sich die dort aktiven Investoren künftig selektiver verhalten.

www.4investors.de: Welche Rolle wird die Baader Bank dabei spielen?

Baader: Wir beteiligen uns nur an Transaktionen, die unsere Qualitätsstandards erfüllen. Zum Beispiel wirkten wir für DIC Asset an einer Emission mit. Daneben arbeiten wir an Konzepten, wie die Mittelstandsfinanzierung über den Kapitalmarkt optimiert werden kann.

www.4investors.de: Welche weiteren Schritte und Entwicklungen sind in der Investmentbanksparte zu erwarten?

Baader: Die Aufbauarbeit ist überwiegend abgeschlossen. Heute steht unseren Kunden – seien es Unternehmen oder institutionelle Anleger – ein umfangreiches Leistungsspektrum von Handel, Vertrieb (Sales), Research sowie Eigen- und Fremdkapitalemissionsgeschäft zur Verfügung. Die Weichen sind gestellt und wir sind als einer der leistungsstärksten lokalen Broker für die wirtschaftlich erfolgreiche DACH-Region bestens positioniert. Jetzt geht es um die erfolgreiche Umsetzung.

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