Hochtief erhält Nuklear-Rahmenvertrag für Sellafield
Am britischen Nuklearstandort Sellafield baut Hochtief sein Geschäft mit langfristigen Infrastruktur- und Industriedienstleistungen aus. Der Essener Baukonzern wurde von Sellafield Ltd für einen neuen Rahmenvertrag ausgewählt, dessen zweites Los einen geschätzten Gesamtwert von rund 1,5 Milliarden britischen Pfund beziehungsweise 1,75 Milliarden Euro hat. Die Vereinbarung läuft zunächst neun Jahre und kann um weitere sechs Jahre verlängert werden.
Hochtief Infrastructure wird im Rahmen des sogenannten PACE-Programms (Project and Asset Care Execution) insbesondere spezialisierte Nuklearanlagen sowie Stilllegungsprojekte im Bereich Special Nuclear Materials betreuen. Das Leistungsspektrum reicht von Planung und Beschaffung über Installation und Inbetriebnahme bis zu Instandhaltung, Projektmanagement und Projektsteuerung. Ein erheblicher Teil der Arbeiten findet bei laufendem Anlagenbetrieb und in strahlenschutzüberwachten Bereichen statt.
Der neue PACE-Rahmenvertrag ersetzt die bisherigen Vereinbarungen Integrated Asset Care und Design Service Alliance. Für Hochtief ist Sellafield dabei kein neuer Standort: Über die bestehende Infrastructure Delivery Partnership ist der Konzern bereits an Projekten auf dem größten und komplexesten Nuklearstandort Großbritanniens beteiligt. Die neue Vereinbarung erweitert diese Zusammenarbeit insbesondere bei der Modernisierung, Betreuung und Weiterentwicklung bestehender kerntechnischer Anlagen.
Hochtief zählt den Nuklearsektor neben digitaler Infrastruktur, Energie, Verteidigung und kritischen Mineralien zu seinen strategischen Wachstumsmärkten. Der Konzern ist nach eigenen Angaben seit mehr als 70 Jahren in der Nuklearindustrie tätig und deckt Leistungen von der Planung und Errichtung über den Betrieb bis zum Rückbau ab. Der langfristige Rahmenvertrag in Sellafield soll zudem Beschäftigung und regionale Lieferketten in der britischen Grafschaft Cumbria unterstützen.

