Bayer Aktie: Crop Science nimmt wieder Fahrt auf
Bei Bayer verdichten sich die Anzeichen für eine nachhaltige Erholung im Agrargeschäft. mwb research sieht Fortschritte bei Kosten, Lagerbeständen und operativer Steuerung und hält die mittelfristigen Ziele von Crop Science zunehmend für erreichbar. Zusammen mit besseren Perspektiven bei Rechtsrisiken, Bilanz und Pharma stützt dies die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 65 Euro. Die Bayer Aktie notiert aktuell 0,43 Prozent höher bei 49,39 Euro.
Bayer bestätigt für Crop Science 2026 eine EBITDA-Marge von 20 bis 22 Prozent und strebt mittelfristig einen Wert im mittleren 20-Prozent-Bereich an. Bis 2029 sollen zudem mehr als 3 Milliarden Euro operativer Free Cashflow erreicht werden. Der Fünfjahresplan sieht über 3,5 Milliarden Euro zusätzliche Umsätze und mehr als 1 Milliarde Euro Ergebnisverbesserungen vor. Erste Effekte sind bereits sichtbar: Bayer hat nach Angaben von mwb bislang fast 400 Millionen Euro eingespart und die Vorräte um rund 500 Millionen Euro reduziert. Die Margenerholung soll zunächst vor allem aus Produktivitätssteigerungen kommen, später soll das Umsatzwachstum stärker beitragen.
Auch die Wachstumsbasis von Crop Science verbreitert sich. Bei Mais und anderen Saaten erwartet Bayer bis 2029 ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, unter anderem durch neue Hybride, die Expansion in Asien und EMEA sowie Preceon. Im Pflanzenschutz wird ein niedriges einstelliges Wachstum angepeilt. Zusätzliche Stabilität sollen jährliche Netto-Lizenzerlöse von mehr als 2 Milliarden Euro bis 2030 liefern. Bei Soja dürfte das Geschäft kurzfristig dagegen weitgehend stagnieren, bevor Vyconic und Intacta 5+ ab 2028 neue Impulse setzen. Neue Produkte sollen bis 2029 mehr als 700 Millionen Euro Umsatz beisteuern.
US-Glyphosatgeschäft organisatorisch stärker getrennt
Zugleich trennt Bayer das US-Glyphosatgeschäft organisatorisch stärker vom übrigen Portfolio. Ruveon arbeitet mit eigenem Team, separaten Kundenverträgen und einer schlankeren Kostenstruktur. mwb erwartet dadurch eine klarere Ausrichtung des Kerngeschäfts auf profitables Wachstum und langfristig geringere Belastungen durch schwankende Glyphosatpreise.
Für den Bayer-Konzern rechnet das Analystenhaus 2026 mit 46,03 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt von 47,64 Milliarden Euro 2027 und 49,31 Milliarden Euro 2028. Das Ergebnis je Bayer Aktie soll in den drei Jahren von 1,04 Euro über 4,58 Euro auf 4,76 Euro steigen. Bei der Dividende werden 0,47 Euro, 2,06 Euro und 2,14 Euro erwartet. mwb bleibt bei der Kaufempfehlung und einem Kursziel von 65 Euro.
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