Lanxess Aktie: Das Comeback könnte kräftig ausfallen
Bei Lanxess setzt mwb research auf erhebliches Ergebnispotenzial, sobald sich die schwache Chemiekonjunktur erholt. Noch ist davon wenig zu sehen, doch gerade die niedrige Auslastung der Werke könnte später zum Hebel werden. Hinzu kommen weitere Kostensenkungen und die angestrebte Reduzierung der Verschuldung. Die Analysten empfehlen die Lanxess Aktie zum Kauf und bestätigen ihr Kursziel von 20 Euro. Gegenüber dem XETRA-Schlusskurs vom Freitag bei 14,49 Euro entspricht dies einem Potenzial von rund 38 Prozent.
Für 2026 bleibt das Umfeld zunächst schwierig. Lanxess erwartet weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 450 und 550 Millionen Euro, für das dritte Quartal werden 130 bis 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Eine nachhaltige Erholung der zugrunde liegenden Chemienachfrage ist bislang nicht erkennbar. Unterstützung liefern dagegen Lieferengpässe infolge der Störungen im Nahen Osten, da Kunden größeren Wert auf Versorgungssicherheit und eine breitere Lieferantenbasis legen. Hinzu kommen für 2026 geplante Einsparungen von rund 65 Millionen Euro, die vor allem in der zweiten Jahreshälfte wirksam werden sollen. Auch europäische Antidumpingmaßnahmen könnten helfen, während Wechselkurse Gegenwind liefern. Insgesamt hält mwb die Jahresprognose deshalb für eher vorsichtig.
Größeres Potenzial sieht das Analystenhaus ab 2027. Die Produktionsanlagen waren zuletzt lediglich zu etwa 65 bis 70 Prozent ausgelastet, während mwb rund 80 Prozent als gesundes Niveau bezeichnet. Für eine Nachfrageerholung sind damit ausreichend freie Kapazitäten vorhanden, ohne dass Lanxess zunächst größere Erweiterungsinvestitionen stemmen müsste. Zusammen mit der inzwischen niedrigeren Kostenbasis könnte schon eine moderate Belebung der Industrienachfrage überproportional auf das Ergebnis durchschlagen. Erste Anzeichen einer Erholung im Baugeschäft erwartet mwb allerdings frühestens 2027.
Hebel in der Lanxess-Bilanz
Ein zweiter Hebel ist die Bilanz. Lanxess will das Verhältnis von Nettoverschuldung zum bereinigten EBITDA bis 2028 auf weniger als 2,5 senken und wieder ein Investment-Grade-Rating erreichen. Allein aus dem laufenden Cashflow dürfte ein schneller Schuldenabbau nach Einschätzung von mwb kaum gelingen. Helfen sollen weitere Einsparungen, ein striktes Working-Capital-Management und eine disziplinierte Kapitalallokation. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die geplante spätere Verwertung der Beteiligung an Envalior und die Rückzahlung des damit verbundenen Gesellschafterdarlehens.
Die Prognosen zeigen, in welchem Ausmaß mwb auf eine Erholung bei Lanxess ab 2027 setzt. Nach 5,67 Milliarden Euro Umsatz 2025 sollen die Erlöse 2026 zunächst auf 5,81 Milliarden Euro steigen, für 2027 werden 5,99 Milliarden und für 2028 rund 6,14 Milliarden Euro erwartet. Beim Ergebnis je Lanxess Aktie soll sich der Verlust von 6,68 Euro im Jahr 2025 auf 0,14 Euro 2026 verringern. Für 2027 kalkulieren die Analysten wieder mit einem Gewinn von 0,86 Euro je Aktie, 2028 sollen es 1,35 Euro werden. Eine Dividende erwartet mwb für 2026 noch nicht; für 2027 werden 0,26 Euro und für 2028 0,40 Euro je Aktie prognostiziert.
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