audius wächst kräftig – frühere Jahresziele bleiben außer Reichweite
Bei audius laufen die Geschäfte in diesem Jahr schwächer als erwartet. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr 2026 die Gesamtleistung um 23 Prozent von 47,5 Millionen Euro auf 58,5 Millionen Euro gesteigert. Im zweiten Quartal erreichte sie 30,2 Millionen Euro und lag damit 9 Prozent über dem Vorjahreswert. Bereinigt um ein größeres, margenschwaches Hardwaregeschäft im Vorjahresquartal beziffert audius das organische Wachstum im zweiten Quartal ebenfalls auf rund 9 Prozent. Wachstumstreiber war vor allem das Geschäft mit Software und Cloud. Der geringere Anteil niedrigmargiger Hardwareumsätze ließ das Rohergebnis überproportional um 35,1 Prozent auf 44,1 Millionen Euro steigen.
Das EBITDA erhöhte sich im ersten Halbjahr von 2,9 Millionen Euro auf 3,3 Millionen Euro, die EBITDA-Marge erreichte 5,7 Prozent. Das EBIT stieg von 1,6 Millionen Euro auf 1,8 Millionen Euro, wobei unter anderem Abschreibungen auf Firmenwerte von rund 0,7 Millionen Euro anfielen. Das Ergebnis je m:access-notierter audius Aktie nach Minderheiten verbesserte sich leicht von 0,10 Euro auf 0,11 Euro. Der Auftragsbestand wuchs zum Ende des ersten Halbjahres deutlich von 84,6 Millionen Euro auf 103,1 Millionen Euro.
Die Entwicklung innerhalb der Gruppe verlief allerdings unterschiedlich. Insbesondere im IT-Service belasteten unerwartete Schwankungen bei einzelnen Schlüsselkunden Leistung und Ergebnis. audius reagiert mit einem Wachstums- und Effizienzprogramm und will unter anderem das Geschäft mit Kunden aus kritischen Infrastrukturen sowie den Infrastrukturbetrieb ausbauen. Investiert wurde dafür unter anderem in eigene Rechenzentren und die private.AI-Plattform. Die entsprechenden Investitionen wurden nicht aktiviert und belasten damit unmittelbar das laufende Ergebnis. Daneben wurden personelle Restrukturierungen vorgenommen, deren Effekte sich erst in den kommenden Monaten zeigen sollen.
Für 2026 reichen diese Maßnahmen nach Einschätzung des audius-Vorstands nicht mehr aus, um die ursprünglich gesteckten Ziele zu erreichen. Die bereits zuvor gesenkte Prognose sieht nun eine Gesamtleistung von rund 120 Millionen Euro und ein EBITDA zwischen 8 und 9 Millionen Euro vor. Zuvor hatte audius mehr als 125 Millionen Euro Gesamtleistung und ein EBITDA von mehr als 10 Millionen Euro erwartet. Mittelfristig sollen Automatisierung, KI-Einsatz und die vorgenommenen Restrukturierungen die Ergebnismarge verbessern.
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