Rational: China und USA im Fokus
Der Umsatz von Rational ist im ersten Halbjahr organisch um 8 Prozent auf 642 Millionen Euro angestiegen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2020 lag er bei 298 Millionen Euro. In einer virtuellen Konferenz von mwb research zeigt sich Rational-CEO Peter Stadelmann mit den jüngsten Zahlen zufrieden.
Stärkste Verkaufsregion für Rational ist Europa (ohne Deutschland). Hier werden 285 Millionen Euro umgesetzt. Auf den Plätzen folgen Nordamerika mit 154 Millionen Euro und Deutschland mit 66 Millionen Euro. Asien kommt auf 65 Millionen Euro. Dort wird ein Problem deutlich: In China ist der Umsatz zuletzt um 25 Prozent gesunken. Der bisher größte Kunde (Yum China) greift verstärkt auf lokale Konkurrenzprodukte zurück. Vervollständigt wird die Liste mit Lateinamerika, wo 40 Millionen Euro erwirtschaftet werden.
Star im Portfolio von Rational ist der iCombi, der es auf einen Umsatz von 562 Millionen Euro bringt. Der iVario schafft 79 Millionen Euro. Diese Zahlen liegen auf Höhe der Erwartungen von Rational. Stadelmann sieht bei beiden Produkten noch viel Luft nach oben. Der Markt ist längst nicht gesättigt, viele Einrichtungen haben noch kein Gerät von Rational.
Das EBIT wurde zuletzt von Zollrückzahlungen aus den USA positiv beeinflusst. Es legt um 11 Prozent auf 170 Millionen Euro zu. Das entspricht einer Marge von 26,5 Prozent (Vorjahr: 25,3 Prozent). Zieht man die US-Rückzahlungen ab, ergibt sich eine Marge von 24,3 Prozent.
Für das Gesamtjahr prognostiziert Rational ein Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Die EBIT-Marge wird bei 25 Prozent bis 26 Prozent gesehen.
Viel Aufmerksamkeit erhalten am Markt derzeit Hersteller von Kochrobotern. Doch hier winkt Stadelmann ab. Er hat kein Interesse an einem Zukauf auf diesem Gebiet. Man sei bei den wichtigen Technologien führend und den Mitbewerbern weit voraus.
Aufmerksam verfolgt Stadelmann die Entwicklung in China. Verbraucher sind dort zurückhaltender geworden. Die Arbeitslosigkeit bei jungen Leuten ist angestiegen. Das drückt auf die Ausgaben, z.B. bei Restaurantbesuchen. Für den chinesischen Markt hat Rational einen günstigeren iCombi entwickelt, der von Kunden gut akzeptiert wird. Zudem wird dort die Zahl der Vertriebler erhöht, um wieder besser auf diesem großen Markt Fuß zu fassen.
Ein Thema in der Fragerunde nach der Präsentation des CEO sind zudem die US-Zölle. Stadelmann fürchtet, dass diese nicht nur sein Unternehmen über Jahre begleiten werden. Im kommenden Jahr könnte der Zolltarif bei 14 Prozent liegen. Eine Rückzahlung der Zölle, wie 2026 geschehen, erscheint unwahrscheinlich. Um dies zu kompensieren, muss man über Veränderungen bei den Preisen nachdenken. Moderate Preiserhöhungen scheinen nötig zu sein, sonst wird die Marge negativ.
Die Analysten bestätigen nach der Präsentation ihre Kaufempfehlung für die Aktien von Rational. Das Kursziel von 830,00 Euro wird bestätigt.
2026 soll Rational einen Gewinn je Aktie von 23,96 Euro erreichen. Für 2027 erwarten die Analysten einen Wert von 26,55 Euro. Die Prognose für 2028 steht bei 28,79 Euro.
Die Aktien von Rational gewinnen 1,9 Prozent auf 643,50 Euro. In den vergangenen sechs Monaten hat die Aktie 14 Prozent verloren.
4investors.de als bevorzugte Quelle bei Google festlegen
Damit sehen Sie unsere Börsen- und Aktiennews häufiger in Ihren Google-Suchergebnissen.

