ams OSMRAM trifft im zweiten Quartal das obere Ende der Prognose
Der Halbleiter- und Sensorkonzern ams Osram hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 805 Millionen Euro erzielt und damit das obere Ende der eigenen Prognose erreicht. Gegenüber dem Vorjahresquartal mit 775 Millionen Euro entspricht das einem Plus von 4 Prozent, auf vergleichbarer Basis und bei konstantem Wechselkurs wuchs das Kernportfolio um rund 9 Prozent. Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 16,9 Prozent ebenfalls am oberen Rand der Spanne, das bereinigte EBITDA bei 136 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb allerdings ein Verlust: Das Nettoergebnis von ams OSMRAM lag bei minus 121 Millionen Euro, nach plus 1 Million Euro im Vorjahr, wesentlich belastet von höheren Finanzierungskosten. Das bereinigte Nettoergebnis betrug minus 55 Millionen Euro.
Getragen wurde das Quartal vom Halbleitergeschäft, das auf vergleichbarer Basis um rund 13 Prozent zulegte und 621 Millionen Euro umsetzte, nach 583 Millionen Euro. Besonders kräftig wuchs das Industrie- und Medizingeschäft, während sich im Consumer-Bereich gegen Quartalsende eine nachlassende Nachfrage nach Komponenten für Android-Smartphones zeigte, bedingt durch Engpässe bei Speicherbausteinen. Das nach dem Verkauf des Speziallampengeschäfts verbliebene Autolampengeschäft entwickelte sich saisontypisch, so ams OSMRAM am Dienstag.
Beim Mittelzufluss und der Verschuldung stand das Quartal im Zeichen des laufenden Umbaus. Der Free Cashflow fiel auf minus 119 Millionen Euro, nach minus 14 Millionen Euro im Vorjahr, belastet vom Abbau von Factoring, Kosten des Transformationsprogramms Simplify und höheren Zinsaufwendungen. Die Nettoverschuldung stieg auf 1,288 Milliarden Euro. Zur Entschuldung treibt ams OSRAM mehrere Verkäufe voran: Das nicht-optische Sensorgeschäft ging zum 1. Juli 2026 an Infineon, zudem sind das Speziallampengeschäft und das CMOS-Bildsensorgeschäft veräußert. Insgesamt erwartet der Konzern daraus Erlöse von rund 700 Millionen Euro. Parallel platzierte ams OSRAM eine Anleihe über 1 Milliarde Euro zu 7,25 Prozent, was die jährlichen Zinsaufwendungen um rund 40 Millionen Euro senken soll.
„Fokus auf Digital Photonics”
„Zum 1. Juli haben wir eigenständige Geschäftsbereiche für Digital Photonics geschaffen, um die Umsetzung unserer Strategie zu beschleunigen und unsere Innovationspipeline gezielt zu skalieren. Bei unseren neuartigen RGB-Lichtquellen auf Basis von microLED-Arrays für Augmented-Reality-Brillen der nächsten Generation haben wir wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Serienreife erreicht. Parallel dazu treiben wir AI-Photonics durch die Erweiterung unseres Produktportfolios voran”, so Aldo Kamper, CEO von ams OSRAM. Man sehe den „Fokus auf Digital Photonics als einen wesentlichen Wachstumstreiber”.
Für das dritte Quartal erwartet ams OSRAM einen Umsatz zwischen 770 und 870 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 16,0 Prozent mit einer Spanne von plus/minus 1,5 Prozentpunkten. Gedämpft wird der übliche saisonale Aufschwung dabei durch den Wegfall des an Infineon verkauften Geschäfts, das rund 40 Millionen Euro Umsatz und 20 Millionen Euro EBITDA gekostet hätte. Für das Gesamtjahr 2026 bleibt der Konzern bei seiner Erwartung eines leicht rückläufigen Umsatzes infolge der Verkäufe und Wechselkurseffekte, das bereinigte EBITDA dürfte durch Sondereffekte des Übergangsjahres belastet werden. Für 2027 sieht ams OSRAM weiterhin einen klaren Weg zurück zu einem positiven Free Cashflow.
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