Börse am Morgen: DAX, Mercedes-Benz, Meta, Microsoft, Fed, Börsentermine - Nord/LB
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich zu Beginn der zweiten Jahreshälfte erneut etwas verbessert. Das entsprechende Barometer für die Exporterwartungen stieg im Juli auf minus 3,3 Punkte, von minus 3,6 Zählern im Juni, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Das war der 2. Anstieg in Folge. Bezogen auf einzelne Branchen zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen sind weiterhin sehr optimistisch, gleiches gilt für die Getränkehersteller. „Auch im Maschinenbau und bei den Nahrungsmittelherstellern ist die Zuversicht zurück”, betonte das Ifo-Institut. In der Automobilindustrie legten die Exporterwartungen zwar ebenfalls zu, blieben aber im negativen Bereich. Einen deutlichen Rückschlag mussten die Hersteller von elektronischen und optischen Erzeugnissen verkraften: Sie rechnen mit sinkenden Exporten. Auch die Hersteller von Metallerzeugnissen erwarten rückläufige Auslandsumsätze, so das Münchner Institut.
Vor dem anstehenden Zinsentscheid in den USA hat sich das Verbrauchervertrauen überraschend eingetrübt. Das Barometer für die Konsumlaune sank im Juli auf 90,8 Punkte, nach revidiert 92,2 Zählern im Juni. Ökonomen hatten hingegen mit einem Anstieg auf 92,3 Punkte gerechnet. Das Verbrauchervertrauen setzt den allgemeinen Abwärtstrend fort, der bereits seit Ende 2021 zu beobachten ist, hieß es.
Tagesausblick
Die US-Notenbank verkündet heute ihren Zinsentscheid – es wird laute Stimmen für Zinsanhebungen geben, die Inflationsdaten im Juni lassen ein zögerliches Verhalten der Fed aber zu – gefolgt von einer Pressekonferenz des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh. Dessen erster großer Auftritt in dieser Funktion ist damit ein Termin mit Signalcharakter für die Geldpolitik der kommenden Monate. Interessant dürften vor allem die Zwischentöne sein. Unternehmensseitig läuft die Berichtssaison derzeit in Europa und den USA auf Hochtouren.
Renten- und Aktienmärkte
Die Kurse deutscher Staatsanleihen legten gestern angesichts erneut gesunkener Rohölpreise zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel entsprechend (auf 3,11%).
Die weiter nachgebenden Energiepreise sorgten am deutschen Aktienmarkt erneut für Entspannung. Zudem kann sich der deutsche Leitindex dem Druck im weltweiten Tech-Sektor, v.a. bei Halbleiterwerten, entziehen, da in dem Index Techwerte keine allzu große Rolle spielen. Stattdessen verbuchten Aktien aus der „Old economy”, allen voran Autowerte, deutliche Kursgewinne nach gut aufgenommenen Quartalszahlen von Mercedes. DAX +0,41%; MDAX +0,90%; TecDAX +0,74%.
Die US-Börsen haben gestern uneinheitlich geschlossen. Während Halbleiterwerte unter Druck gerieten, griffen Anleger bei defensiveren Titeln zu. Die Sektoren für Gesundheit, Basiskonsumgüter und Grundstoffe verzeichneten deutliche Gewinne. Gefragt waren u.a. Coca-Cola mit einem Plus von 5% nach einer angehobenen Jahresprognose. Apple stieg um knapp 1% und erreichte im Handelsverlauf zeitweise einen Börsenwert von 5 Billionen USD - ein Novum in der Unternehmensgeschichte. Heute sorgt „Big Tech” für Spannung, wenn Microsoft und Meta ihre Geschäftsentwicklung darlegen. Investoren werden dabei erneut auf potenzielle Ankündigungen weiterer Investitionen in Milliardenhöhe in Künstliche Intelligenz achten. Diese können die Aktienkurse mitunter deutlich belasten und ein starkes Abschneiden im Quartal in den Hintergrund drängen. Dow Jones +1,03%; S&P 500 +0,21%; Nasdaq Comp. -0,22%.
Unternehmen
Mercedes-Benz hat in Q2 das operative Ergebnis wie erwartet ggü. dem schwachen Vorjahreswert gesteigert. Der Absatz im Hauptgeschäftsfeld Mercedes-Benz Cars stabilisiert sich aber nicht wie erhofft, so dass der Konzern jetzt einen leichten Rückgang und kein Volumen auf Vorjahresniveau mehr erwartet. Mercedes begründete das mit dem verschärften Marktumfeld und intensivem Wettbewerb in China. Von April bis Juni legte das Betriebsergebnis um 21,5% auf 1,55 Mrd. EUR zu, nach einem Einbruch um zwei Drittel vor Jahresfrist.
Rohstoffe
Hoffnungen auf eine Lösung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran lassen die Preise am Rohölmarkt weiter fallen. „Zwar ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nach wie vor gering, doch der Markt hofft auf eine Verbesserung der Lage aufgrund neuer Gespräche zwischen Oman und dem Iran über einen neuen Mechanismus für die Straße von Hormus”, sagte der Analyst Staunovo. Dabei gehe es um einen gemeinsamen regionalen Mechanismus zur Verwaltung der Meerenge auf der Grundlage freiwilliger Gebühren, sagte ein Insider aus der Golfregion der Agentur Reuters.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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