Heidelberger Druck steigt mit Phenogy in Markt für Natrium-Ionen-Speicher ein
Die Heidelberger Druckmaschinen AG rückt über ihre Tochter HD Advanced Technologies tiefer ins Batteriegeschäft vor. Der Ableger des SDAX-notierten Unternehmens und die Luzerner Phenogy AG haben eine Industriepartnerschaft rund um Energiespeicher vereinbart, die auf zwei Verträgen ruht. Zum einen übernimmt HD Advanced Technologies die komplette Fertigung der Phenogy-Speichersysteme, von der Beschaffung über die Produktion bis zu Installation, Service und Wartung. Zum anderen bereiten beide Seiten ein Gemeinschaftsunternehmen vor, das Batteriezellen entwickeln und industriell herstellen soll.
Ziel ist eine europäische Fertigung, die von Lieferketten außerhalb des Kontinents unabhängig ist. „Europa braucht Batterietechnologien für eine echte Energiesouveränität. Unsere Partnerschaft mit Heidelberg schließt endlich die Lücke zwischen der Entwicklung von Technologien und den Fähigkeiten, diese im zu industriellen Maßstab verfügbar zu machen”, so Peter E. Braun, CEO der Schweizer Phenogy AG.
Der Fertigungsvertrag greift zuerst. Auf Basis eines langfristigen Rahmenliefervertrags produziert HD Advanced Technologies für Phenogy Schränke, Container und weitere Systemprodukte, zunächst in Deutschland für den europäischen Markt und perspektivisch in den USA für Nordamerika. Phenogy kann sich damit auf die Weiterentwicklung von Zellchemie und Systemdesign konzentrieren, während der Heidelberg-Ableger die industrielle Umsetzung und die lokalen Lieferketten stellt.
Weiter reicht das geplante Joint Venture, in das Phenogy seine Natrium-Ionen-Zellchemie einbringt und Heidelberg ein eigenes Druckverfahren. Die Technik kommt ohne Lithium und Kobalt aus und stützt sich auf breiter verfügbare Rohstoffe, was die Abhängigkeit von kritischen Lieferketten verringern soll. Anvisiert sind vor allem anspruchsvolle Anwendungen von kritischer Infrastruktur über die Verteidigung bis zur Mobilität. An den Voraussetzungen für das Gemeinschaftsunternehmen arbeiten die Partner nach eigenen Angaben noch, einen Zeitplan oder finanzielle Eckdaten nennen sie nicht.
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