Lang & Schwarz baut nach Trade-Republic-Schock die Sparte Market Making um
Lang & Schwarz hat sich zu den Folgen der neuen Handelstechnologie der Trade Republic Bank GmbH geäußert, über die das Unternehmen bereits am 2. Juli 2026 per Ad-hoc-Mitteilung informiert hatte und die am Aktienmarkt zu einem deutlichen Kursrückgang bei der Aktie des Düsseldorfer Finanzdienstleisters geführt hatte. Für das börsliche Market Making von Lang & Schwarz bedeutet die Umstellung nach eigener Darstellung einen Einschnitt, da wesentliche Orderströme wegbrechen dürften. Das Geschäft ruht auf zwei Säulen, dem Market Making und den strukturierten Produkten, wobei nur die erste von der Entwicklung bei Trade Republic betroffen ist.
Beim zweiten Standbein weist Lang & Schwarz Zuwächse aus. Im Bereich strukturierte Produkte erzielte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 ein Ergebnis aus der Handelstätigkeit von etwa 30 Millionen Euro, nach knapp 20 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Beigetragen hat dazu die eigene Emissionstätigkeit: Lang & Schwarz brachte im ersten Halbjahr mehr als 75.000 eigene Produkte neu heraus, nach knapp 45.000 im Vorjahr, und weitete zugleich die Zahl der Basiswerte aus. Künftig will sich das Unternehmen auf margenstarke Nischenprodukte für private Anleger konzentrieren.
Das Market Making will Lang & Schwarz derweil neu aufstellen. Bereits im vergangenen Jahr übernahm das Unternehmen entsprechende Tätigkeiten im Segment Xetra Retail, weitere Handelsplätze und Partner sollen folgen. Im Zentrum steht ein erstmals im März 2026 angekündigtes Multi-Market-Maker-Modell, bei dem mehrere Anbieter Liquidität stellen und die Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG einer davon wäre. Das Projekt steckt noch in der vertraglichen Ausgestaltung und hängt an Vereinbarungen mit den Partnern sowie möglicherweise an aufsichtsrechtlichen Genehmigungen. Die Umsetzung ist für Ende 2026 geplant.
Wie viel das neue Modell einbringt, lässt Lang & Schwarz offen. Eine belastbare Bezifferung der Folgen für Handelsumsatz und Handelsergebnis ist nach Angaben des Vorstands derzeit nicht möglich. Zugleich räumt das Unternehmen ein, dass sich die bisherigen Orderströme voraussichtlich nicht vollständig ersetzen lassen. Auf die eigene Kapitalausstattung verweist Lang & Schwarz dabei ausdrücklich: Das bilanzielle Eigenkapital einschließlich des Fonds für allgemeine Bankrisiken liegt nach Unternehmensangaben deutlich über dem aktuellen Kurswert der Aktie.
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