2G Energy: „Neue Marktsegmente mit erheblichem Potential”
Die 2G Energy AG hat im zweiten Quartal 2026 den mit Abstand höchsten Auftragseingang ihrer Geschichte verzeichnet. In der ersten Jahreshälfte summierten sich die Bestellungen auf über 400 Millionen Euro – zum Vergleich: Mit Neuanlagen setzte der Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen aus Heek im gesamten Jahr 2025 rund 229,1 Millionen Euro um. Treiber ist vor allem das Geschäft mit dezentralen Gaskraftwerken zur Stromversorgung von Rechenzentren in den USA: Eine im Mai in einen Festauftrag umgewandelte Reservierung lag bei über 100 Millionen Euro, seither kamen weitere Aufträge in dreistelliger Millionenhöhe hinzu. Daneben zieht laut 2G Energy auch die Nachfrage in Deutschland an, insbesondere aus der Biogas-Flexibilisierung.
„Wir erwarten sowohl für den US-Markt wie auch für die europäischen Märkte eher noch eine Beschleunigung in der Nachfrage, sowohl bei Kraftwerken mit und ohne Wärmeauskopplung wie auch bei Wärmepumpen. Aber auch außerhalb der USA und Europas gelingt es zunehmend, neue Marktsegmente mit erheblichem Potential zu erschließen. So wurden aus der Bergbauindustrie im Laufe des zweiten Quartals Aufträge im mittleren zweistelligen Megawatt-Bereich akquiriert”, so CEO Pablo Hofelich.
Das abgeschlossene Geschäftsjahr 2025 fiel beim Wachstum solide, beim Ergebnis aber schwächer aus. Die Gesamtleistung stieg um 12,1 Prozent auf 409,2 Millionen Euro, das EBIT sank jedoch um 21,1 Prozent auf 26,3 Millionen Euro, die EBIT-Marge gab von 8,9 auf 6,6 Prozent nach.
Damit legte die Marge von 2G Energy erstmals seit zehn Jahren nicht zu. Belastet wurde das Ergebnis durch die Einführung eines neuen ERP-Systems nach dem Go-Live im Sommer 2025, die Einmalkosten verursachte und das margenstärkere Servicegeschäft vorübergehend bremste. Hinzu kamen Investitionen in den Aufbau der Vertriebs- und Abwicklungsteams für die Bereiche Rechenzentren und Wärmepumpe. Das erste Quartal 2026 schloss mit einem auf 54,2 Millionen Euro gesunkenen Umsatz und einer negativen EBIT-Marge von minus 7,6 Prozent nach minus 4,7 Prozent im Vorjahresquartal.
Erhöhte Prognosen für 2026 von 2G Energy bestätigt
„Für das laufende Jahr haben wir uns bei der Auslieferung von Maschinen eine Steigerung von 25-30% vorgenommen. Dazu haben wir Ende März eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen, die uns ab der zweiten Jahreshälfte helfen wird, den enormen Auftragsbestand insbesondere im Zusammenhang mit Rechenzentren effizient und zügig abzuarbeiten”, sagt 2G-CTO Frank Grewe am Dienstag.
An den zuletzt angehobenen Prognosen hält 2G fest: Für 2026 peilt der Vorstand das obere Ende von 490 Millionen Euro Umsatz bei einer EBIT-Marge von 9,5 bis 10,5 Prozent an, für 2027 einen Umsatz von 570 bis 620 Millionen Euro bei über 11 Prozent Marge. Eine deutlichere Margenverbesserung erwartet das Unternehmen allerdings erst, wenn die stark gewachsene Flotte ausgelieferter Anlagen verstärkt Servicegeschäft generiert – zunehmend ab Ende 2028.
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