Bayer: Supreme-Court-Sieg löst Welle von Kurszielanhebungen aus
Der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat vor dem Obersten Gerichtshof der USA einen bedeutenden Erfolg errungen. Im Verfahren Monsanto gegen Durnell entschieden die Richter mit sieben zu zwei Stimmen zugunsten des Konzerns und schwächten damit jene Klagen, die sich auf fehlende Krebs-Warnhinweise beim Unkrautvernichter Glyphosat stützen. Gleich fünf Häuser werten das Urteil als Wendepunkt für die juristischen Altlasten aus der Monsanto-Übernahme und heben teils ihre Kursziele an. Der Blick richtet sich nun auf den parallel laufenden Vergleich.
mwb research hebt das Kursziel für die Bayer Aktie kräftig von 52 auf 65 Euro an und bekräftigt die Kaufempfehlung. Die Analysten sprechen vom wichtigsten juristischen Durchbruch seit dem Monsanto-Kauf. Da die Klagen wegen unterlassener Warnhinweise den Großteil der Roundup-Verfahren ausmachten, dürfte das Urteil die Schwankungsbreite künftiger Gerichtsentscheidungen verringern, die Position der Kläger schwächen und für mehr Klarheit über künftige Zahlungen sorgen. Aus einem schwer kalkulierbaren Haftungsrisiko werde so ein besser eingrenzbares. Treffe diese Entlastung nun auf die anziehende Geschäftsentwicklung im Agrargeschäft, eine wachsende Zahl von Produkteinführungen in der Pharmasparte und Fortschritte beim Konzernumbau, ergebe sich erheblicher Spielraum für eine Neubewertung.
Die DZ Bank schraubt ihren fairen Wert für den Anteilschein des Bayer-Konzerns von 51 auf 54 Euro nach oben und bestätigt die Kaufempfehlung. Das Urteil sei ein grundlegender Befreiungsschlag, so der Tenor. Der Sieg mit sieben zu zwei Stimmen blockiere die Weiterverfolgung der Klagen rund um Glyphosat-Warnhinweise und beende auf Dauer den anhaltenden Bewertungsabschlag, der seit der Monsanto-Übernahme auf der Aktie laste.
UBS bestätigt das Kursziel von 52 Euro sowie die Kaufempfehlung. Nach Einschätzung der Analysten könnte die Entscheidung bestehende wie künftige Klagen wegen fehlender Krebswarnhinweise auf glyphosathaltigen Produkten ausschließen. Das Votum werten sie daher als klar positiv für den Konzern.
Diverse Kaufempfehlungen, aber Jefferies mit „Hold” für Bayer
Barclays bestätigt für die Bayer Aktie die Einstufung bei „Overweight” und sieht das Kursziel des DAX-Titels weiter bei 50 Euro. Der Richterspruch zugunsten des Leverkusener Konzerns verringere die enormen Rechtsrisiken rund um Glyphosat deutlich, heißt es. Nun liege das Augenmerk auf dem parallel verhandelten Vergleich. Viele Anleger wollten das Thema erst endgültig erledigt sehen, bevor sie wieder bei Bayer einstiegen.
Jefferies hebt die Zielmarke für Bayers Aktienkurs zwar von 40 auf 46 Euro an, bleibt aber beim „Hold” als Empfehlung. Das Urteil begrenze die juristischen Risiken, und das Stimmenverhältnis von sieben zu zwei sei eindeutiger ausgefallen als erwartet. Die Richter hätten entschieden, dass der Konzern nicht für fehlende Warnhinweise haftbar gemacht werden könne, solange die Umweltbehörde der USA solche nicht vorschreibe. Auf den laufenden Vergleich dürfte die Entscheidung nach Ansicht der Analysten allerdings kaum durchschlagen.
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