KNDS kündigt Börsengang ohne IPO an – Bund steigt als Großaktionär ein
Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS plant einen Börsengang mit Notierungen in Paris und Frankfurt. Bei dem Rüstungsgüter-Hersteller, der unter anderem den Kampfpanzer Leopard und Artilleriesysteme baut, sollen die bisherigen Eigentümer rund 20 Prozent der bestehenden Aktien verkaufen. Ein öffentliches Angebot ist nicht vorgesehen; platziert werden die Papiere ausschließlich bei institutionellen Investoren. Auf der Verkäuferseite stehen die französische Staatsholding GIAT sowie die private deutsche Holding Wegmann & Co.
Parallel zum Börsengang verändert sich die Eigentümerstruktur grundlegend: Die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit Wegmann grundsätzlich darauf verständigt, 40 Prozent der Anteile zu übernehmen – abgewickelt über die Förderbank KfW, wobei der Bund sämtliche Kosten und Risiken trägt. Nach Vollzug von Einstieg und Börsengang dürften Frankreich über GIAT und Deutschland über die KfW jeweils 40 Prozent halten, der Streubesitz läge bei bis zu 20 Prozent. Beide Staaten haben sich zu einer zehnjährigen Haltefrist verpflichtet, in der ihr Anteil nicht ohne Zustimmung der anderen Seite unter 30 Prozent fallen darf.
Finanziell verweist KNDS auf ein starkes Jahr 2025: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, das EBIT erreichte 661 Millionen Euro bei einer Marge von 15 Prozent, der Free Cashflow lag bei 980 Millionen Euro. Der Auftragsbestand kletterte zum Jahresende auf einen Rekordwert von 33,1 Milliarden Euro. Für 2026 peilt der Konzern ein Umsatzplus von rund 30 Prozent an, bei einer wegen anlaufender Großprogramme und IPO-Kosten leicht niedrigeren EBIT-Marge von etwa 12 Prozent.
Mittelfristig will KNDS den Jahresumsatz auf 11 bis 12 Milliarden Euro steigern und die EBIT-Marge auf 14 bis 15 Prozent ausbauen – getragen vor allem vom deutschen Geschäft, dessen Erlöse sich gegenüber 2025 etwa verdreifachen sollen. Ab dem Geschäftsjahr 2026 ist zudem eine Dividende von rund 40 Prozent des Nettogewinns vorgesehen. Begleitet wird der Börsengang von einem Bankenkonsortium unter Führung von BofA Securities, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale.
