BlackRock und Co. nehmen Beiersdorf, Ionos und Rheinmetall ins Visier
Wer Aktien leerverkauft, also auf fallende Kurse spekuliert, unterliegt Transparenzpflichten gemäß EU-Leerverkaufsverordnung. Ab einer Netto-Leerverkaufsposition von 0,5 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals muss eine Veröffentlichung im Bundesanzeiger erfolgen. Diesmal gibt es gleich drei Neuzugänge in der Liste mit Meldeschwellen-Überschreitungen.
Beiersdorf: Blackrock überschreitet erstmals die Meldeschwelle
Erster Neuzugang in der Shortseller-Liste: BlackRock Investment Management (UK) wird bei Beiersdorf AG erstmals meldepflichtig mit 0,51 Prozent. Der Konsumgüterkonzern aus Hamburg, der dem DAX angehört, taucht damit neu im Leerverkaufsradar auf — ein Schritt bei einem Titel, der eher seltener auf Shortseller-Radaren auftaucht und vielen Anlegern als defensiv gilt.
Ionos: Marshall Wace überschreitet die Meldeschwelle
Zweiter Neuzugang in der Shortseller-Liste: Marshall Wace LLP wird bei Ionos Group SE erstmals meldepflichtig mit einer Shortposition von 0,50 Prozent bei der Tochtergesellschaft von United Internet. Der Webhoster und Cloud-Anbieter steht damit neu auf dem Radar des Londoner Hedgefonds — bemerkenswert, da der Titel bisher kaum in den Leerverkaufsmeldungen auftauchte.
Rheinmetall: Capital Fund Management nach über zwei Jahren wieder meldepflichtig
Und Neuzugang Nummer drei, wenngleich nicht ganz neu: Capital Fund Management SA überschreitet bei Rheinmetall AG die Meldeschwelle mit 0,50 Prozent — die letzte bekannte Position stammte vom 25.04.2024, also vor mehr als zwei Jahren. Angesichts der starken Kurskorrektur der Rheinmetall Aktie in den vergangenen Monaten erwartet Capital Fund Management mit der Shortposition einen weiter fallenden Aktienkurs beim DAX-notierten Rüstungskonzern und stellt sich damit gegen den CEO des Düsseldorfer Konzerns, der in den letzten Wochen mehrfach zum Teil größere Summen in Rheinmetalls Aktien investiert hat.
Hugo Boss: Vier Fonds melden — das Bild ist uneinheitlich
Bei Hugo Boss AG liegen heute vier Meldungen vor. ExodusPoint Capital Management erhöht von 0,53 auf 0,60 Prozent, Squarepoint Ops überschreitet die Meldeschwelle mit 0,50 Prozent, WorldQuant — die Vorposition stammte noch vom 23.12.2025 — meldet einen Anstieg auf 0,53 Prozent. Millennium International Management hingegen reduziert von 1,20 auf 1,11 Prozent. Drei Fonds bauen auf, einer baut ab — der Modekonzern bleibt Titel mit hoch aktiven Shortsellern.
Evonik: Marshall Wace erhöht auf 1,53 Prozent
Marshall Wace LLP baut die Short-Position bei Evonik Industries AG von 1,40 auf 1,53 Prozent aus — ein deutlicher Schritt seit der Meldung vom 02.06.2026. Der Chemiekonzern gerät damit zunehmend fest in den Griff des Londoner Hedgefonds. Dass Goldman Sachs einen Abschwung in der Chemiebranche erwartet, passt da ins Bild.
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