Baader Bank: Neue Hoffnungen nach dem Rückschlag
2025 hat für die Baader Bank einen herben Rückschlag gebracht. Mit Scalable hat man den größten Kunden verloren. Entsprechend vorsichtig fällt die Prognose für 2026 aus. Der Vorsteuergewinn soll klar unter dem Niveau von 2025 (72,9 Millionen Euro) liegen. Auch die Eigenkapital-Rentabilität nach Steuern soll den Vorjahreswert nicht erreichen.
Wie sehr der Scalable-Weggang die im m:access gelistete Bank getroffen hat, machen einige Zahlen deutlich. Die Zahl der Kunden lag im dritten Quartal 2025 bei 1,8 Millionen. Im ersten Quartal 2026 ist sie auf 1,1 Millionen gesunken.
Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei der Zahl der Depots. Diese ist von 1,92 Millionen auf 1,25 Millionen zurückgegangen. Das Depotvolumen hat sich von 52,1 Milliarden Euro auf 37,6 Milliarden Euro verringert. Allerdings gibt es hier auch schon Hoffnungszeichen: Im vierten Quartal lag das Volumen nur bei 30,6 Milliarden Euro.
Das betreute Kundenvolumen hat sich von 55,9 Milliarden Euro im dritten Quartal auf 33,0 Milliarden Euro im Schlussquartal 2025 verringert. Inzwischen hat es schon wieder auf 40,7 Milliarden Euro zugelegt.
Die Auswirkungen des Aus von Scalable sind somit geringer als befürchtet ausgefallen, so CO-CEO Oliver Riedel. Aus seiner Sicht haben die Zahlen des ersten Quartals die Erwartungen übertroffen. Gemeldet hat die Bank Erträge von 76,4 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 17,9 Millionen Euro. Von den Märkten hat es aufgrund der geopolitischen Unruhen Rückenwind gegeben. Die Volatilität an den Märkten ist hoch, das ist gut für das Geschäft von Baader. Das Geschäftsvolumen hat in allen Bereichen angezogen. Riedel spricht in diesem Zusammenhang von einer starken Leistung.
Potenzial sieht man bei der Baader Bank, wie bei vielen Mitbewerbern, durch das kommende Altervorsorgedepot. Das macht Co-CEO Riedel bei seiner Präsentation auf der Frühjahrskonferenz des Equity Forums deutlich. Das Vorsorgedepot kann in der gesamten Branche für eine Vielzahl von Chancen sorgen. Mehr Menschen dürften sich für Aktien interessieren.
Möglicherweise kann auch die erwünschte Ausweitung der Handelszeiten für Impulse sorgen. Schon jetzt kann man bei Baader am Samstag fünf Stunden lang handeln. Der Kryptohandel ist rund um die Uhr möglich. Riedel hätte nichts dagegen, wenn man auch die weiteren Handelszeiten ausweiten könnte.
Analysten stehen der Baader-Aktie trotz des Rückschlags im Vorjahr positiv gegenüber. Die Experten der DZ Bank sprechen eine Kaufempfehlung für die Aktien von Baader aus. Das Kursziel sehen die Analysten bei 7,70 Euro. Die 52-Wochen-Spanne der Aktie läuft von 4,30 Euro bis 7,25 Euro. Aktuell notiert die Baader-Aktie bei 6,84 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie rund 54 Prozent gewonnen.
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