Börse am Morgen: Boeing, Deutsche Telekom, IBM, Tesla, TUI - Nord/LB
Die Bundesregierung senkt ihre Wachstumsprognose: Vor dem Hintergrund des anhaltenden Nahost?Kriegs reduziert die Bundesregierung ihre Konjunkturerwartungen deutlich. Das BIP soll 2026 nur noch um 0,5 % und 2027 um 0,9 % wachsen (zuvor: 1,0 % bzw. 1,3 %). Höhere Energiepreise und Lieferkettenprobleme erhöhen zugleich den Inflationsausblick auf 2,7 % für 2026 und 2,8 % für 2027, eine Rezession erwartet die Regierung nicht.
Tagesausblick
Am heutigen Handelstag werden Stimmungsindikatoren der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen aus der Eurozone und dem Vereinigten Königreich veröffentlicht, welchen in Anbetracht des anhaltenden Konfliktes im Iran ein hohes Interesse angedeihen wird. Besonders die hiesige Wirtschaft hat unter dem Ölpreisschock zu leiden, weil der europäische Kontinent besonders auf die Importe von dem wichtigen Rohstoff und dessen Derivaten angewiesen ist. Besonders im Fokus sollten dabei die Details der entsprechenden Veröffentlichungen stehen – hieraus lassen sich meist die besten Ableitungen ziehen.
Renten- und Aktienmärkte
Die verlängerte Waffenruhe im Iran-Krieg wirkte dämpfend auf die Inflationssorgen und ließ deutsche Staatsanleihen mit leicht steigenden Kursen profitieren. US-Treasuries stabilisierten sich nach Verlusten am Vortag.
Die Anleger an den europäischen Aktienmärkten blieben am Mittwoch angesichts der unsicheren Perspektiven der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran zurückhaltend. Der DAX gab anfängliche Gewinne ab und verlor 0,3%, der EuroStoxx50 rutschte um 0,4%. DAX -0,31%;MDAX -0,55%; TecDAX -0,80%.
Die US-Börsen lagen, gestützt von starken Quartalszahlen (z.B. Boeing), im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq profitierte von einer wieder zunehmenden KI-Phantasie. Dow Jones +0,69%; S&P 500 +1,05%; Nasdaq Comp. +1,64%.
Unternehmen
Die Deutsche Telekom prüft laut Medienberichten eine mögliche Verschmelzung mit ihrer US-Tochter T?Mobile. Diskutiert werde die Gründung einer Holding, die Übernahmeangebote für die Aktien beider Unternehmen vorlegen könnte. Die Überlegungen seien noch in einem frühen Stadium. Ein Zusammenschluss würde den größten Telekom-Konzern der Welt nach Börsenwert schaffen und bedürfte der Zustimmung unter anderem der Bundesregierung, die über direkte und indirekte Beteiligungen rund 28% an der Telekom hält.
Laut einer Ad Hoc Mitteilung erwartet TUI für Q2 (Jan.-März) trotz Belastungen von rund EUR 40 Mio. aus dem Irankrieg (u.a. aus Rückführungsmaßnahmen) ein y/y um EUR 5 Mio. bis EUR 25 Mio. verbessertes bereinigtes EBIT (zu konstanten Wechselkursen). Für das Gesamtjahr wurde die Prognose für das bereinigte EBIT jedoch auf EUR 1,1 Mrd. bis EUR 1,4 Mrd. (bisher +7% bis +10%; Vj.: EUR 1,413 Mrd.) angepasst und die Umsatzprognose (bisher: +2% bis +4%) ausgesetzt. Der Iran-Krieg führt zu einer erhöhten Zurückhaltung der Kunden.
Boeing kommt bei der Krisenbewältigung voran und reduzierte den Nettoverlust in Q1 auf USD 7?Mio.? (Vj.: USD ?31 Mio.). Der bereinigte Verlust je Aktie lag mit 20 Cent deutlich unter den Erwartungen. Belastend wirkte jedoch ein Mittelabfluss von USD 1,5 Mrd. infolge höherer Investitionen in Produktionskapazitäten und laufender Zertifizierungsverfahren. Das Verkehrsflugzeuggeschäft steigerte den Umsatz um 13% auf USD 9,2 Mrd., blieb jedoch mit einem Segmentverlust von USD 563 Mio. defizitär, während die Rüstungs- und Raumfahrtsparte ihren Gewinn deutlich steigerte.
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Tesla hat sich in Q1 spürbar erholt. Der Umsatz legte um 16% auf rund USD 22,4?Mrd. zu, Gewinn und Cashflow verbesserten sich deutlich, die Auslieferungen stiegen um 6,3% auf 358.023 Fahrzeuge. Rückenwind kam von einer anziehenden Nachfrage sowie von günstigeren Einstiegsmodellen. Im Vorjahr hatten Modellumstellungen, politische Kontroversen um CEO Elon Musk und der Wegfall von US?Steuervorteilen belastet. Strategisch setzt Tesla weiterhin stark auf autonomes Fahren und Robotaxis.
IBM steigerte in Q1 den Umsatz um 9% auf knapp USD 15,9?Mrd., der Gewinn legte zu. Anleger reagierten allerdings enttäuscht auf die unveränderte Guidance sowie eine verlangsamte Dynamik im wichtigen Softwaregeschäft.
Rohstoffe
Trotz der Verlängerung der Waffenruhe durch US-Präsident Trump sind die Ölpreise gestern erneut gestiegen. Brent kletterte wieder über die psychologische Marke von USD 100.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
