Börse am Morgen: Rheinmetall, VW, Ölpreis, Iran-Krieg - Nord/LB
Die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte lagen im Februar 2026 um 10,9% unter dem Vorjahresniveau, nach -10,1% im Januar und -8,3% im Dezember 2025. Gegenüber Januar stiegen die Preise um 0,6%. Pflanzliche Erzeugnisse verbilligten sich y/y um 11,6%, Tiere und tierische Erzeugnisse um 10,3%. Im Monatsvergleich entwickelten sich die Preise gegenläufig: Pflanzliche Produkte legten um 4,0% zu, Tierische sanken um 1,3%. Haupttreiber des starken Rückgangs bei pflanzlichen Erzeugnissen waren erneut die Speisekartoffeln, deren Preise y/y um 54,2% nachgaben, während sie gegenüber Januar um 0,2% anzogen.
Autofahren ist deutlich teurer geworden. Der Kraftfahrer-Preisindex lag im März 6,7% höher als im Vorjahr und damit klar über dem Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt (+2,7%). Besonders an der Zapfsäule machten sich die Folgen des Nahostkriegs bemerkbar: Kraftstoffe verteuerten sich y/y um 20,0% (Diesel +29,7%, Superbenzin +17,3 %, Autogas +1,1%). Auch Kosten für Reparaturen, Inspektionen und Parken (+4,1%), Gebrauchtwagen (+2,9%) sowie Fahrschulen und Führerscheingebühren (+2,8 %) stiegen. Neuwagen (+2,4%), Kfz-Versicherungen (+1,4%) und Garagenmieten (+1,4%) verteuerten sich moderater, während Ersatzteile, Zubehör und Pflegemittel mit -1,3% günstiger wurden.
Tagesausblick
Die wichtigsten harten ökonomischen Daten des Tages dürften die Zahlen der Produzentenpreisentwicklung der US-Unternehmen sein, welche aus unserer Sicht leicht höher ausfallen sollte als die Verbraucherpreisinflation. Dies dürfte keineswegs überraschend sein, aber auch zunächst nicht als dramatisch bewertet werden, denn diese Zeitreihe ist ohnehin relativ volatil. Die Preisentwicklung gilt es aber aktuell besonders wachsam im Auge zu behalten. Derzeit findet außerdem die Frühlings-Konferenz des IWF in Washington D.C. statt, wobei einige hochrangige Geldpolitiker wie EZB-Chefin Lagarde zu Wort kommen werden. Die bis Freitag andauernde Veranstaltung wird außerdem möglicherweise noch den ein oder anderen geldpolitischen Impuls hervorbringen, denn das Who is Who der wichtigsten Notenbanken der Welt ist dort vertreten.
Renten- und Aktienmärkte
Die Wahlniederlage von Viktor Orban bei den ungarischen Parlamentswahlen führte zu starken Kursanstiegen bei ungarischen Staatspapieren. Entsprechend gab die Rendite kräftig nach, bei zehnjährigen um bis zu 0,39 Prozentpunkte.
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Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen USA und Iran am Samstag agierten Aktienanleger gestern zunächst zurückhaltend. Der DAX blieb über weite Strecken rund 1% im Minus. Da der Waffenstillstand aber zu halten schien, verbesserte sich die Stimmung im späten europäischen Handel, so dass nur leichte Verluste übrigblieben. DAX -0,26%; MDAX -0,43%; TecDAX -0,62%.
Die Wall Street schaffte es nach anfänglichen Verlusten sogar ins Plus, nachdem Trump verlautbarte, der Iran hätte sich gemeldet und wolle einen Deal machen. Dow Jones +0,62%; S&P 500 +1,02%; Nasdaq Comp. +1,23%.
Unternehmen
Rheinmetall und der niederländische Rüstungskonzern Destinus wollen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Serienproduktion von Raketen gründen. „Rheinmetall Destinus Strike Systems“ soll in H2 2026 starten, mit Rheinmetall als Mehrheitsgesellschafter (51%). Geplant ist die Entwicklung und Vermarktung von Marschflugkörpern und ballistischer Raketenartillerie für Nato-Staaten und internationale Kunden. Rheinmetall verweist auf den stark steigenden Bedarf an Angriffssystemen. Kurzfristig sieht der Konzern ein Marktpotenzial im hohen Millionen-, langfristig im niedrigen Milliardenbereich.
Der Volkswagen-Konzern hat in Q1 mit 2,05 Mio. Fahrzeugen einen Absatzrückgang von y/y 4% verzeichnet. Belastend wirkten vor allem die US?Zölle und die schwache Nachfrage in China, während Zuwächse in Europa und Südamerika die Rückgänge teilweise ausglichen. Auch der Absatz von Elektroautos sank, bedingt durch das Auslaufen staatlicher Kaufanreize in den USA und China. In Europa entwickelte sich das Geschäft dagegen positiv: Hier verkaufte Volkswagen 12% mehr E?Autos und behauptete seine Marktführerschaft.
Rohstoffe
Nach dem Scheitern der Verhandlungen am Samstag und der Ankündigung einer US-Blockade der Straße von Hormus kletterten die Ölpreise wieder über die Marke von USA 100 je Barrel. Nach den späteren Entspannungssignalen rutschten sie dann darunter.
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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