Börse am Morgen: Gerresheimer, Mercedes-Benz, Shelly, Iran-Krieg, Konjunkturdaten, Fed - Nord/LB Marktbericht
Die preisbereinigte Produktion in der deutschen Industrie sank nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im Februar 2026 m/m saison- und kalenderbereinigt um 0,3%. Für Januar wurde der Wert auf 0,0% nach oben revidiert (vorl.: -0,5%). Im Jahresvergleich stagnierte die Produktion im Februar.
Die deutschen Exporte legten nach ebenfalls vorläufigen Daten im Februar gegenüber Januar saison- und kalenderbereinigt um 3,6% zu, die Importe um 4,7%. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Ausfuhren um 2,9% und die Einfuhren um 1,5%. Der als wichtiger Frühindikator für die deutsche Industrieproduktion geltende LKW-Maut-Fahrleistungsindex ist im März gegenüber Februar kalender- und saisonbereinigt um 0,3% gesunken. Gleichzeitig lag er 0,6% unter dem Niveau des Vorjahres.
Das US-Wirtschaftswachstum hat sich zum Jahresende deutlich abgeschwächt. In Q4 legte das Bruttoinlandsprodukt auf Jahresrate gerechnet nur um 0,5% zu. Zuvor war ein Plus von 0,7% veranschlagt worden, nach kräftigen 4,4% in Q3. Belastend wirkte der Haushaltsstreit, der im Herbst zu einem 43-tägigen Stillstand weiter Teile der Regierung führte. Für das Gesamtjahr 2025 weist die US-Wirtschaft – leicht revidiert – ein Wachstum von 2,1% aus, nach 2,8% im Jahr zuvor.
Die US-Verbraucher zeigten sich vor Ausbruch des Nahost-Krieges weiter ausgabefreudig. Der private Konsum stieg im Februar um m/m 0,5%, wie das Handelsministerium mitteilte. Im Januar hatte der Zuwachs nach Revision nur 0,3% betragen. Der private Konsum gilt als zentrale Stütze der US-Wirtschaft.
Der Nahostkonflikt hat die japanischen Erzeugerpreise im März stärker als erwartet steigen lassen. Der Index legte y/y um 2,6% zu, nach revidierten 2,1% im Februar; erwartet worden waren 2,4%. Der zunehmende Preisdruck könnte die Notenbank zu baldigen Zinserhöhungen bewegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Erzeugerpreise im März um 0,8% (Februar: +0,1%). Treiber waren höhere Benzinpreise sowie Aufschläge bei Chemie- und Metallprodukten. Die Importpreise auf Yen-Basis sprangen y/y 7,9% nach oben, nach 2,7% im Vormonat.
Tagesausblick
Der letzte Handelstag der Woche wird von Inflationsdaten geprägt sein, wobei die Preisentwicklung aus Deutschland für den März die erste Revision darstellt und wir von keiner größeren Abweichung ausgehen. Ähnlich dürften sich die Zahlen aus den USA entwickeln, wobei wir zunächst einen Inflationsschub bemerken werden, dies aus unserer Sicht aber keine anhaltende Wirkung entfalten müsste. Die Waffenruhe in der Straße von Hormus gibt jedenfalls Anlass zu leichter Hoffnung.
Renten- und Aktienmärkte
Deutsche Anleihen reagierten mit Kursverlusten auf die instabile Waffenruhe. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe kletterte wieder über die Marke von 3%. US-Anleihen machten nach anfänglichen Kursverlusten dagegen im weiteren Handelsverlauf wieder Boden gut, nachdem Israel Friedensverhandlungen mit dem Libanon signalisierte.
Nach der Erholungsrally vom Mittwoch reagierten die europäischen Aktienmärkte ernüchtert auf das erneute Säbelrasseln zwischen den Kriegsparteien. Vor allem die erneut geschlossene Straße von Hormus in Verbindung mit wieder steigenden Energiepreisen sorgte für Verunsicherung. Der DAX notiert mit gut 23.800 Punkten aber weiter deutlich über dem Niveau vom Dienstag. Die Entspannungssignale aus Israel kamen erst nach dem hiesigen Börsenschluss. Die Wall Street konnte allerdings nach schwachem Start davon profitieren. DAX -1,14%; MDAX -0,80%; TecDAX -2,19%; Dow Jones +0,58%; S&P 500 +0,62%; Nasdaq Comp. +0,83%.
Gerresheimer ist gestern Abend aus dem SDAX ausgeschieden, da der Düsseldorfer Konzern seinen Jahresabschluss 2024/25 nicht fristgerecht vorgelegt hat. Nachfolger ab heute ist die bulgarische Shelly Group, ein Hersteller intelligenter Steuerungen.
Unternehmen
Mercedes-Benz ist mit einem Absatzrückgang ins Jahr gestartet. In Q1 sanken die Verkäufe im Kerngeschäft um 6% auf gut 419.000 Fahrzeuge, belastet vor allem durch China, wo der Absatz um 27% einbrach. Ohne China wäre der Absatz um rund 5% gestiegen. In den USA legten die Verkäufe trotz höherer Zölle deutlich um 20% zu, in Europa sorgten neue Modelle, insbesondere bei Elektroautos, für ein Wachstum von 7%.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR hatte nach der vereinbarten Waffenruhe bereits am Mittwoch deutlich zugelegt und konnte diese Gewinne gestern verteidigen. Zwischenzeitlich kratzte er an der Marke von USD 1,17.
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