Commerzbank: Die UniCredit-Problematik
Die UniCredit will die Commerzbank übernehmen. Die Italiener haben im März ein freiwilliges Übernahmeangebot ausgesprochen. Für eine Aktie der Commerzbank würde man 0,485 Aktien der UniCredit erhalten. Zum Zeitpunkt der Offerte war dies ein Aufschlag von 4 Prozent zum Kurs der Commerzbank-Aktien. Aktuell wäre die Prämie negativ. Somit dürften nicht viele Aktionäre der deutschen Bank das Angebot wirklich annehmen.
Durch das freiwillige Angebot hat man zugleich freie Hand, den Anteil weiter aufzustocken und am Markt Aktien zu kaufen. Derzeit hält die UniCredit 26 Prozent an der Commerzbank sowie eine Derivateposition von weniger als 4 Prozent. Die nächste Meldeschwelle liegt nun bei 50 Prozent.
Die Commerzbank wehrt sich gegen die Übernahmeversuche aus Italien. Sollte eine Übernahme dennoch gelingen, müsste man sie als feindlich einstufen.
Es dürfte von der UniCredit vermutlich kein wirklich höheres Angebot geben. Vielmehr müssen die Parteien ins Gespräch kommen, auch die Politik muss dabei einbezogen werden. Nur so können die verhärteten Positionen möglicherweise aufgeweicht werden.
Die Analysten der DZ Bank erneuern vor diesem Hintergrund die Halteempfehlung für die Aktien der Commerzbank. Das Kursziel sehen sie weiter bei 34,00 Euro.
Am 8. Mai wird die Commerzbank Zahlen zum ersten Quartal vorlegen. Gleichzeitig dürfte die Bank ihre Finanzziele erhöhen. Details sind noch nicht bekannt.
Die Analysten rechnen für 2026 mit einem Gewinn je Aktie von 2,89 Euro. 2027 sollen es 3,54 Euro sein.
Die Aktien der Commerzbank (WKN: CBK100, ISIN: DE000CBK1001, Chart, News) verlieren 1,2 Prozent auf 33,93 Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 59 Prozent zugelegt.
