Börse am Morgen: u.a. American Airlines, Bitcoin, Safran, Konjunkturdaten - Nord LB
Der Auftragseingang in der deutschen Industrie lag im Oktober nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes saison- und kalenderbereinigt um 1,5% unter dem Septemberwert. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen war er 0,1% über dem Vormonatswert. Das Plus im September von vorläufig 4,2% gegenüber August wurde auf nunmehr auf +7,2% deutlich nach oben revidiert. Grund war ein nachgemeldeter Großauftrag aus dem Bereich Schiffbau.
Im Oktober sank der Umsatz der Einzelhändler im Euroraum m/m um 0,5%, nach einem Anstieg um 0,5% im September. Ökonomen hatten im Konsens einen Rückgang um 0,3% erwartet. Während die Umsätze mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak um 0,1% zulegten, sanken sie außerhalb des Lebensmittelsektors um 0,9%. Bei Kraftstoffen ergab sich ein Minus von 0,3%.
Tagesausblick
Zum Wochenausklang liegt der Fokus heute klar auf den US-Arbeitsmarktdaten. Die Zahlen zu den neu geschaffenen Stellen und zur Arbeitslosenquote könnten neue Hinweise auf mögliche geldpolitische Anpassungen der Fed geben. Obwohl bei den neu geschaffenen Stellen gewisse Aufholeffekte antizipiert werden können, dürfte die Arbeitslosenquote dennoch leicht um 0,1% steigen – was im Vergleich zu den Vormonaten aber zunächst nicht dramatisch erscheint und Zinssenkungsfantasien der Märkte nicht im Wege stehen muss. Auch aus Deutschland gibt es Bewegung: Die Exporte sind im Oktober voraussichtlich kräftig zurückgegangen, was die Stimmung im Industriesektor weiter trüben könnte. Dennoch hat die Industrieproduktion das Zeug mit einem leichten Plus auf Monatssicht zu überraschen.
Renten- und Aktienmärkte
Europäische Anleihen gingen nach den Konjunkturdaten aus der deutschen Industrie in den Korrekturmodus. Die Kurse gaben nach. Nicht belastet hat dagegen der Rücktritt der französischen Regierung, da die Entscheidung erwartet worden war. Die Kurse französischer Anleihen legten sogar zu.
Im Rahmen der turnusgemäßen Dezember-Überprüfung wurden folgende Anpassungen in der DAX-Familie bekannt gegeben, die allesamt am 23. Dezember in Kraft treten: DAX: keine Veränderung; MDAX: rein: AUTO1Gruppe SE, Evotec SE; raus: Befesa SA, Stabilus SE; SDAX: rein: Stabilus SE, Befesa SA, Nexus AG, Springer Nature AG & Co. KgaA, Formycon AG; raus: Evotec SE, AUTO1Gruppe SE, Adtran Holdings Inc., TAKKT AG, thyssenkrupp nucera AG & Co. KGaA; TecDAX: rein: Nexus AG, Ionos Gruppe SE; raus: SMA Solar Technology AG, Energiekontor AG.
Auch gestern erreichte der DAX ein neues Allzeithoch. In den vergangenen fünf Handelstagen hat er somit rund 1.000 Punkte zugelegt. Damit steigt die Gefahr einer Korrektur. DAX +0,63%; MDAX +1,16%; TecDAX +0,26%
Die US-Aktienmärkte legten dagegen nach den Anstiegen der Vortage gestern eine Verschnaufpause ein. Dow Jones -0,55%; S&P 500 -0,19%; Nasdaq Comp. -0,17%.
Unternehmen
Der Luft- und Raumfahrtkonzern Safran aus Frankreich profitiert von steigenden Verteidigungsausgaben. Die Ziele für 2024 wurden bestätigt (Umsatz ca. EUR 27 4 Mrd.; Betriebsergebnis (recurring operating income) ca. EUR 4,0 Mrd.). Für 2025 rechnet das Management mit einem Umsatzwachstum von rund 10% sowie einem Betriebsergebnis zwischen EUR 4,7 Mrd. und EUR 4,8 Mrd. Bis 2028 soll der Umsatz durchschnittlich jährlich im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen und das Betriebsergebnis einen Wert zwischen EUR 6 Mrd. und EUR 6,5 Mrd. erreichen.
American Airlines hat seine Prognose für den bereinigten Gewinn im Schlussquartal deutlich von zuvor USD 0,25 bis USD 0,50 auf nunmehr USD 0,55 bis USD 0,75 je Aktie angehoben. Grund sei eine Wiederbelebung der Nachfrage nach Inlandsflügen insbesondere über die Feiertage. Auch Southwest und JetBlue hoben ihre Prognosen mit der gleichen Begründung an.
Devisen und Rohstoffe
Der EUR reagierte auf die weniger stark als erwartet zurückgegangenen Auftragseingänge der deutschen Industrie positiv und konnte gegenüber dem USD zulegen.
Bitcoin kletterte gestern erstmals über die Marke von USD 100.000. Anlass war die Berufung von Krypto-Befürworter Paul Atkins zum künftigen Chef der SEC (United States Securities and Exchange Commission=Börsenaufsichtsbehörde) durch Trump.
Nach dem gestrigen Opec+-Treffen legten die Ölpreise leicht zu. Die seit rund einem Jahr geltende tägliche Förderkürzung um 2,2 Mio. Barrel wurde um weitere drei Monate bis Ende März verlängert. Am Abend wurden die Gewinne wieder abgegeben.
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