Aktien: HapagLloyd, HeidelbergCement, UBS und Konjunkturdaten im Fokus - Nord LB

Im deutschen Einzelhandel sind die Umsätze im Dez. überraschend stark zurückgegangen. Preisbereinigt sanken die Einnahmen um 5,5% im Vergleich zum Vormonat. Damit war das Minus deutlich ausgeprägter als von Volkswirten vorhergesagt. Der Rückgang wurde vom Handelsverband HDE u.a. auf die „stark überzogenen“ Corona-Maßnahmen (2G-Regel) in vielen Geschäften des Einzelhandels zurückgeführt. Zudem haben wohl auch die deutlich ansteigenden Corona-Fallzahlen zu einer gewissen Einkaufsmüdigkeit geführt. Im Gesamtjahr stiegen die Umsätze hingegen leicht um 0,7% an.
Der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Industriesektor in der Euro-Zone legte von 58,0 Punkten im Dezember auf 58,7 (Erstschätzung: 59,0) Zähler im Januar zu. Das Institut verwies u.a. auf Zuwächse bei Produktion und Auftragseingang Zudem hätten sich die Lieferengpässe abgemildert, hieß es.
Trotz einer leichten Korrektur der Erstschätzung ist die deutsche Industrie vielversprechend ins Jahr gestartet. Der IHS-MarkitEinkaufsmanagerindex stieg im Januar auf 59,8 (Dez.: 57,4; Erstschätzung: 60,5) Punkte an.
In den USA konnte sich der ISM PMI Manufacturing im Januar mit dem dritten Rückgang in Folge auf nun 57,6 Punkte dem aktuellen makroökonomischen Gegenwind nicht entziehen. Insgesamt ist das Umfrageergebnis aber angesichts eines sicherlich nicht einfach zu bezeichnenden Jahresbeginns bemerkenswert solide ausgefallen. Im Fokus der Finanzmärkte steht auch die ISM Preiskomponente, welche mit einem erneuten Anstieg auf 76,1 Punkte gar keine Entspannung an der makroökonomischen Preisfront anzeigt. Treiber dieser Entwicklung sind der Energiepreisanstieg, die Lieferkettenengpässe sowie ein Lohndruck durch einen Arbeitskräftemangel, was in der Summe die Sorgenfalten der US-Notenbanker nur noch vergrößert. Eine aber gleichzeitig erkennbare Omikron-induzierte leichte Konjunkturentschleunigung – insbesondere die US-Arbeitsmarktberichte im Januar und Februar werden enttäuschen – erlaubt der Fed im März jedoch vermutlich nur einen 25bp-Zinsschritt.
Rentenmarkt
Gestiegene Zinserwartungen für die Euro-Zone und die freundliche Aktienmarktstimmung haben dt. Staatsanleihen belastet. Erfreuliche Unternehmensberichte haben die Anleger verstärkt an den Aktienmarkt getrieben. Im Gegenzug waren USStaatsanleihen weniger gesucht. Die Kurse gaben leicht nach.
Aktienmarkt
Die Indizes am dt. Aktienmarkt sind freundlich in den neuen Monat gestartet. Anleger haben die Zinssorgen dabei verdrängt. DAX +0,96%, MDAX +1,24%, TecDAX +1,35%. Gute Zahlen von UPS (+14,1%) und ExxonMobil (+6,4%) haben für eine positive Stimmung an der Wall Street gesorgt. Dow Jones +0,78%; S&P 500 +0,69%; Nasdaq Comp. +0,75%. Der Nikkei-225 tendierte freundlicher: 27.534 Punkte (+1,68%).
Unternehmen
Deutlich höhere Frachtraten infolge einer sehr starken Nachfrage nach Exportgütern aus dem asiatischen Raum haben HapagLloyd nach vorläufigen Zahlen ein sehr positives Geschäftsjahr 2021 beschert. Die Störungen in den Lieferketten hätten allerdings auch die Aufwendungen deutlich nach oben getrieben, hieß es. Die Umsätze erhöhten sich auf 26,4 (14,6) Mrd. US-$, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sprang auf 12,8 (3,1) Mrd. US-$. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 11,1 (1,5) Mrd. US-$.
HeidelbergCement hat die Erlöse 2021 nach vorl. Zahlen um 8% auf 18,7 Mrd. EUR gesteigert. Dabei erhöhte sich das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebes um 12% auf 2,614 Mrd. EUR.
Anhaltend gute Geschäfte in Q4 haben bei UBS zu einem über den Erwartungen liegenden Jahresabschluss geführt. Unter dem Strich stand im Gesamtjahr ein Gewinn von 7,457 Mrd. US-$, was ein Plus von 14% bedeutet. Die Rendite auf das harte Kernkapital (CET1) betrug 17,5% und soll in den kommenden Jahren 15 bis 18% erreichen. Nachdem die Bank in 2021 eigene Aktien im Wert von 2,6 Mrd. US-$ zurückgekauft hat, will sie im laufenden Jahr erneut Anteilsscheine im Wert von bis zu 5 Mrd. US-$ erwerben.
Devisen
Anhaltend hohe Inflationsraten im gemeinsamen Wirtschaftsraum sorgten beim Euro für anziehende Notierungen.
Öl
Die Ölpreise fanden am Berichtstag keine klare Richtung.