Aktien: Carl Zeiss Meditec, United Internet und Konjukturdaten im Fokus - Nord LB


13.12.2021 08:47 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Mit 6,8% stieg die US-Inflation im November auf den höchsten Stand seit 1982. Damals regierten noch Reagan, Breschnew, Mitterrand, Thatcher sowie Schmidt und Honecker! Ein wesentlicher Faktor ist natürlich – wie 1982 – der Ölpreisanstieg. Parallel zum Schwarzen Gold ziehen aber auch grundsätzlich die Energiepreise an. Generell halten Güterengpässe, Lieferunterbrechungen, Hafenschließungen, Containermangel den Preisdruck hoch. Auch die Nahrungsmittelpreise ziehen stark an. Zudem scheinen die niedrigen Leerstände sowie die gestiegenen Immobilienpreise und Einkommen die Mieten höher zu treiben. Die Inflationssorgen werden nicht geringer – im Gegenteil. Die Fed hat mit dem Start des Tapering erste notwendige geldpolitische Schritte eingeleitet. Jerome Powell hat zuletzt richtigerweise den Ausdruck von „voraussichtlich vorübergehenden” Preiseffekten relativiert und etwas entschärft. Auch wenn seit Kurzen wieder Rückgänge bei Energie und Frachtkosten zu verzeichnen sind, wird die Inflation nachhaltiger hoch bleiben als zunächst gedacht. Aus diesen Gründen könnte auf der nächsten FOMC-Sitzung am Mittwoch das Tapering sogar noch beschleunigt werden. Darauf wiesen zuletzt einige US-Notenbanker hin – sollten sich bis dahin nicht noch ganz negative Nachrichten zur Omikron-Variante ergeben.

Trotz rasant steigenden Preise sind die US-Verbraucher inmitten des Weihnachtsgeschäfts bester Stimmung. Das Barometer für die Konsumlaune kletterte im Dezember überraschend um 3,0 auf 70,4 Zähler. Ökonomen hatten mit einem leichten Rückgang auf 67,1 Punkte gerechnet. Die Verbraucher schätzten sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden Monate besser ein.

Rentenmarkt
Deutsche Bundesanleihen haben am Freitag nach den Inflationsdaten aus den USA zwischenzeitliche Verluste wettgemacht und blieben im Vergleich zum Vortag wenig verändert. US-Staatsanleihen legten leicht zu. Die neuen Inflationsdaten lösten keine besonders starke Marktbewegung aus.

Aktienmarkt
Der deutsche Aktienmarkt konnte am letzten Handelstag der Woche zwar nach den mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten im Verlauf kurz seine Verluste abschütteln, rutschte letztlich aber doch wieder ins Minus. Dank der ersten beiden starken Handelstage der Woche gelang dem DAX dennoch ein Wochenplus von knapp drei Prozent. DAX -0,10%, MDAX -0,57%, TecDAX -0,78%. Anders präsentierten sich die US-Börsen. Sie steckten die hohe US-Inflation - wie seit fast 40 Jahren nicht mehr – lockerer weg. Dow Jones +0,6%, S&P-500 +1,0%, Nasdaq-Comp. +0,7%. Nikkei-225 aktuell freundlicher bei 28.640,49 Punkten.

Unternehmen
Carl Zeiss Meditec hat seine Ziele im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020/21 erreicht. Der Umsatz stieg um 23% auf 1,65 Mrd. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verdoppelte sich sogar auf 374 (Vorjahr: 178) Mio. EUR. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) stieg auf 22,7% (13,3%) und lag damit wie angekündigt über 20%. Beim Umsatz hatte Zeiss Meditec mehr als 1,6 Mrd. EUR angepeilt. „Wir sind weiterhin auf einem deutlichen Wachstumskurs, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie haben wir weitestgehend hinter uns gelassen”, sagte Vorstandschef Monz. Für 2021/22 erwartet er, dass Zeiss Meditec mindestens so stark wächst wie der AugenheilkundeMarkt. Die Ebit-Marge soll zwischen 19 und 21% liegen.

Der Internet- und Mobilfunkanbieter United Internet hebt seine Umsatzprognose für 2022 an. Wie das Unternehmen mitteilt, wird mit einem Anstieg auf 5,8 Mrd. EUR gerechnet, für 2021 hatte United Internet mit 5,6 Mrd. EUR kalkuliert. Das Betriebsergebnis soll trotz zusätzlicher Investitionen auf dem Niveau von 2021 bleiben, bei 1,25 Mrd. EUR.

Devisen
Der Euro konnte sein Vortagesminus ausbügeln. Die Daten zur US-Inflation sorgten für das Plus der europäischen Gemeinschaftswährung.

Öl / Gold
Der am Donnerstag ins Stocken geratene positiv notierende Ölpreis nahm zum Wochenschluss wieder Fahrt auf. Ausschlaggebend waren positiv aufgenommene Nachrichten zu der neuen Corona-Variante Omikron. Nichts Neues beim Goldpreis – es geht seitwärts weiter.

Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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