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Endspurt am Aktienmarkt - Börse München

Ulrich Kirstein mit der Presseschau der Woche. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

Ulrich Kirstein mit der Presseschau der Woche. Bild und Copyright: Bayerische Börse AG.

13.11.2021 09:17 Uhr - Autor: Ulrich Kirstein  Ulrich Kirstein auf Twitter auf Twitter 

Während einige Konjunkturindikatoren (ZEW, Sentix) eine gehobene Stimmung anzeigten, haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose für das Wachstum in Deutschland für 2021 gesenkt (FAZ, Handelsblatt). Die Anlegerinnen und Anleger reagierten gelassen und trieben den DAX zu neuen Allzeithochs. In Glasgow wurden die Verbrenner von vielen Ländern und Autokonzernen verabschiedet – aber nicht von allen – und zum schlechten Ende steigen die Corona Fallzahlen bedrohlich. „Notstand in Bayern“ heißt es im Handelsblatt und Noch-Finanzminister und Bald-Kanzler Olaf Scholz sprach sich für eine 3G-Regel am Arbeitsplatz aus, um das Land „winterfest“ zu machen, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Endspurt

Mit „Endspurt 2021“ setzt Börse-Online auf die Jahresendrally und stellt „Acht Aktien, mit denen Sie davon profitieren“ vor. Focus Money macht mit einem Notfallkoffer auf, meint aber nicht die Pandemie, sondern die „Fluchtwährung Aktien“, und warnt: „5 Prozent Inflation – so schützen Sie sich vor Enteignung“. Passend zur COP26-Konferenz gab es ein Focus Spezial Klimaschutz unter dem Titel: „Die grüne Null muss stehen!“ Nun, die Erfahrung lehrt, eine Null bleibt eine Null, egal in welcher Farbe. Voraus schaut die WirtschaftsWoche, denn sie widmet das gesamte Heft den „500 heimlichen Weltmarktführer(n) 2022“. Ganz so heimlich scheinen sie nicht zu sein, auf der Karte mit ihrer regionalen Verteilung – insgesamt 509 Unternehmen hat die Redaktion ausgemacht – spielt eindeutig der Süden die Hauptrolle: 183 in Baden-Württemberg, 103 in Bayern – nur Nordrhein-Westfalen kann mit 114 mithalten. Die fünf Ost-Länder (außer Berlin) bringen es gerade einmal auf 9 Unternehmen! „Einfach reich werden“ ist das Motto von Euro am Sonntag, der „immer am Freitag“ kommt. „Hohe Gewinne nach Plan“ brauche es nur, dann klappt das mit dem Reichtum, so die Redaktion. Leider machen hohe Verluste außer Plan das oftmals wieder wett, so unsere Erfahrung und dazu gleich ein Beispiel: Die Klagen von Anlegern wegen Wirecard wurden bisher alle abgewiesen, gefreut haben sich nur die Anwälte – „Richter lassen Wirecard-Aktionäre abblitzen“ heißt es bei Capital.

Schlank

Über Börsengänge freuen sich alle Börsianer, schließlich bedeuten sie hohe Aufmerksamkeit für Aktien. Zum Beispiel legte der E-Autobauer Rivian den wohl größten IPO in diesem Jahr in New York hin. Der Kurs kletterte von 78 auf fast 120 US-Dollar. Ein furioses Börsendebut, so die Abendzeitung, was braucht es da schwarze Zahlen oder gar Umsätze? In Deutschland ging Veganz in Frankfurt aufs Parkett. „Schwacher Start für den Vegan-Pionier“ konstatierte das Handelsblatt, weil nach der Eröffnung der Kurs von 87 Euro erst einmal Richtung 83 Euro sackte. Nun, Freunde veganer Kost sind schmale Kost doch eigentlich gewohnt. „Fürs Klima essen“ lautet ein Motto des Gründers Jan Bredack, vielleicht müsste er es in „für die Aktie essen“ umbenennen – wobei weltweit viele Menschen vor allem „gegen den Hunger“ essen würden. Ob ein Börsengang tatsächlich erfolgreich war oder „misslungen“, wie es das Handelsblatt nannte, zeigt sich erst langfristig.

Weihnachten

Was für eine harmlose Headline prangte auf der Titelseite der Süddeutschen Zeitung über einem Bild mit Plastiktieren: „Nur die Ruhe“. Doch darunter verbargen sich die brisanten und gar nicht beruhigenden Zeilen: „Erst wurden Mikrochips knapp, dann das Holz. Und jetzt auch Spielsachen? Warum an Weihnachten ein paar Plastiktierchen fehlen könnten.“ Hat der Weihnachtsmann – pardon, im Süden das Christkind – jetzt auch noch Lieferschwierigkeiten? Ist der Sack leer? „Mensch ärgere dich“ hieß es dazu auf Seite drei und ein Hersteller fühlte sich gar ein „bisschen wie im Sozialismus“. Gab es da das Christkind? Dazu fällt uns ein Weihnachtsgedicht von Erich Kästner ein: „Morgen, Kinder, wird’s nichts geben. Nur wer hat, kriegt noch geschenkt. Mutter schenkte euch das Leben. Das genügt, wenn man’s bedenkt“.

Steuern

Für Irritationen an der Börse sorgte einmal mehr Tesla-Chef Elon Musk, dessen Twitter-Aktivitäten eindeutig professioneller als seine IR-Aktivitäten erscheinen. So ließ er auf Twitter abstimmen, ob er 10 Prozent seines Aktienpaketes verkaufen solle, um Steuern zu zahlen. Damit wolle er, da er weder ein Gehalt bekomme, noch Boni erhalte, steuerpflichtig werden. Die Mehrheit stimmte zu. „Die Elon-Musk-Show“ nennt es die Börsen-Zeitung im Kommentar von Heidi Rohde. Tatsächlich verkaufte er Aktien im Wert von 5 Milliarden Euro oder etwa 3 Prozent seiner Anteile, wie finanzen.net veröffentlichte. Das Portal wies darauf hin, dass Musk auf jeden Fall steuerpflichtig gewesen wäre, weil er statt eines Gehaltes Aktienoptionen erhält – die ebenfalls der Steuer unterliegen. Aber, Musk wäre nicht Musk, wenn er einfach nur still und leise Steuern zahlen würde.

Stift

Eine enge Verbindung von Stiften und Fußball herzustellen, gelingt nicht jedem, dem Gericht der Europäischen Union jedoch schon. Wie Die Welt im „Streit um Buntstifte“ berichtet, darf der AC Mailand nicht „Milan“ auf Blöcke und Stifte drucken, weil er sonst mit der gleichnamigen Marke „Milan“ des Nürnberger Unternehmens verwechselt würde. Also beim Betrachten eines Fußballspieles hatten wir schon viele passende und noch mehr unpassende Assoziationen angestellt, an herumrennende Bleistifte hatten wir noch nie gedacht!

Arm

Arm, aber sexy, das war einst das Motto des Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit zu seinen Glanzzeiten. Aber macht arm auch zufrieden? Wohl eher nicht. Laut einer aktuellen Studie sind die Berliner die „unglücklichsten Deutschen“, so Die Welt. Das liegt weniger am Flughafen oder der schleppend agierenden Verwaltung, sondern an Corona und der überdurchschnittlich jungen Einwohnerschaft der Metropole. Denn die Jungen leiden am meisten unter den Einschränkungen der Pandemie-Bekämpfung. Bei der Lebenszufriedenheit landete Berlin am Schluss der 16 Bundesländer! An der Spitze liegt dafür ein Bundesland mit besonders vielen älteren Menschen: Sachsen-Anhalt, gleichauf mit Schleswig-Holstein und gefolgt von Bayern, das für sich ja eher „reich und sexy“ beansprucht, um es mit einem Album von den „Toten Hosen“ auszudrücken, die übrigens nächstes Jahr 40 Jahre Bandgründung feiern, also auch nicht zu den ganz jungen zählen.

Autor der Presseschau: Ulrich Kirstein, Bayerische Börse AG

Daten zum Wertpapier: Börse München

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Bayerischen Börse AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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