Der Preisauftrieb in den USA bleibt auch im September hoch - Commerzbank

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US-Dollar - Inflation: Die Kernrate verteuerte sich im Vergleich zum August um 0,2% (+4,0% J/J). Bild und Copyright: autsawin uttisin / shutterstock.com.

14.10.2021 09:13 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

In den USA sind die Verbraucherpreise im September um 0,4%-Punkte gegenüber dem Vormonat gestiegen (+5,4% J/J). Zwar sinken allmählich die Preise für Miet- und Gebrauchtwagen sowie für Hotels und Flugtickets. Für die mittelfristigen Inflationsrisiken sind aber andere Preise wichtiger. Dazu gehören Mieten und kalkulatorische Mieten bei Eigenheimbewohnern, die etwa 30% des Warenkorbes ausmachen. Deren Preisanstieg von August auf September war nun der höchste seit 2001 bzw. 2006. Die Kernrate, welche die volatilen Nahrungs- und Energiepreise herausrechnet, verteuerte sich im Vergleich zum August um 0,2% (+4,0% J/J).

Anleihen
China: Verbraucherpreise (Sep), 03:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Erzeugerpreise (Sep), 14:30 Uhr

An den Staatsanleihemärkten kehrte gestern Entspannung ein. Die Renditen gingen deutlich zurück. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen fiel vorübergehend um 5 Basispunkte auf minus 0,14%. Eine Ausnahme bildeten kurzlaufende US-Treasuries, die mehr und mehr unter Zinsstraffungsspekulationen litten. Grund für die Entspannung ist eine Gegenbewegung nach den starken Kursrückgängen in den Vortagen. Unterstützt wurden Staatsanleihen von einem kurzzeitigen Rückgang des Ölpreises. Die OPEC+ senkte ihre Wachstumsprognose für die Ölnachfrage. Im laufenden Jahr werde eine Zunahme der globalen Nachfrage nach Rohöl um 5,8 Mio. Barrel pro Tag erwartet. Ursprünglich ging man von 5,96 Mio. Barrel pro Tag aus. Begründet wurde die neue Prognose mit geringeren Verbrauchsdaten als erwartet in den ersten neun Monaten des Jahres. Der Preisdruck in den USA bleibt ungebrochen hoch. Die Verbraucherpreise stiegen im September um 0,4% M/M bzw. 5,4% J/J an (/nach +0,3% M/M bzw. +5,3% J/J). Die Inflation der Kernrate (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) stagnierte bei 4,0% J/J. Während die pandemiebedingten starken Preissteigerungen von Mietwagen, Gebrauchtwagen, Hotels und Flugtickts allmählich zurückgehen, steigen die Mieten und kalkulatorischen Mieten bei Eigenheimbewohnern kräftiger an. Sie machen ein Drittel des Warenkorbs aus und sind deshalb wichtig (siehe auch „Im Blickpunkt“). Den US-Rentenmarkt belasteten die Preisdaten aber nur kurzfristig. Aus dem gestern veröffentlichten Protokoll der letzten Fed-Sitzung geht hervor, dass die Anleihekäufe der Fed ab Mitte November oder Mitte Dezember reduziert werden könnten, wenn die konjunkturelle Erholung weiter voranschreitet. Die Anleihekäufe könnten dann Mitte 2022 auslaufen.

Aktien
Hannover Rück, Investorentag
Rio Tinto, Q3 Operating Report
Bank of America, Citigroup, Ergebnis Q3
Morgan Stanley, U.S. Bancorp, Ergebnis Q3
Wells Fargo, Ergebnis Q3
UnitedHealth Group, Ergebnis Q3

Zur Wochenmitte konnten die meisten europäischen Aktienbörsen Kursgewinne verzeichnen. Den deutschen Handel beflügelte vor allem die Kursentwicklung von SAP (+3,9%). Der Softwarespezialist hatte mit unerwartet starken Vorabzahlen überzeugt und erhöhte zudem den Jahresausblick. Ähnlich stark entwickelte sich die Aktie von DAX 40-Neuling Sartorius (+4,2%), die von einer Empfehlung durch ein Analysehaus profitierte. Beim Biosprit-Hersteller CropEnergies (-11,5%) hatten höhere Rohstoffkosten und gestiegene Energiepreise die Gewinne mehr als halbiert. Die Aktie fiel deutlich und zog die Anteilscheine der Mutter Südzucker (-1,6% im SDax) mit nach unten. Im EuroStoxx 50 profitierten die Titel von LVMH (+3,2%) von der starken Umsatzdynamik des Luxusgüterproduzenten. Dagegen rutschten die Werte der meisten Banken (Banco Santander: -3,2%, BBVA: -3,6%) ans untere Ende des Kurstableaus. Letztendlich gehörten dann Banken (-2,1%) zusammen mit Versicherern (-1,4%) zu den schwächsten Branchen im Euroraum. Deutliche Gewinne verbuchte hingegen die Informationstechnologie (+2,5%). An der Wall Street knüpfte der Dow Jones Industrial in der Eröffnung an seine Vortagsverluste an. Vor allem der Anstieg der US-Verbraucherpreise drückte auf die Stimmung. Letztendlich schloss der Leitindex unverändert. Der technologielastige Nasdaq 100 hingegen verbuchte Gewinne. Auf Branchenebene gab es mit Banken (-0,6%) nur einen Verlierer. Bei der Quartalsvorlage von JP Morgan (-2,6%) bemängelten die Anleger das gedämpfte Kreditwachstum. Die asiatischen Börsen legen heute Morgen überwiegend zu.

Daten zum Wertpapier: Dollar - Währung
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Ticker-Symbol: EURUSD
WKN: 965275
ISIN: EU0009652759

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Dollar - Währung im Bericht vom 14.10.2021

Am Morgen: SAP, CropEnergies, JP Morgan und die Konjunkturdaten im Blickpunkt - Nord LB

Die chinesischen Ausfuhren sind im September stärker gewachsen als prognostiziert. Die Exporte erhöhten sich um 28,1% gegenüber dem Vorjahresmonat, nach einem Plus von 25,6% im August. Die solide weltweite Nachfrage konnte den Druck auf die Produzenten infolge von Energieengpässen und einem Wiederaufleben der Corona-Fälle im Inland teilw. ausgleichen, hieß es. Auch nach endgültigen Daten hat die deutsche Teuerung im September erstmals seit 28 Jahren die 4%-Marke überschritten. Vor allem die enorm gestiegenen Energiepreise haben die Inflationsrate auf 4,1% getrieben. Nach zwei Anstiegen in Folge haben die Industriebetriebe in der Euro-Zone ihre Produktion im August aufgrund von Lieferengpässen gedrosselt. Die Firmen stellten 1,6% weniger her als im Vormonat, teilte Eurostat mit. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Ausstoß allerdings um 5,1% zu. Die US-Konsumentenpreise stiegen im September um 0,4% M/M an, die Inflationsrate zog auf das Jahreshoch bei 5,4% Y/Y an. Die ... diese News weiterlesen!

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