B+S Banksysteme: „Rückenwind aus neuen Aufträgen“

B+S-CEO Wilhelm Berger im Interview mit der 4investors-Redaktion. Bild und Copyright: B+S Banksysteme.

B+S-CEO Wilhelm Berger im Interview mit der 4investors-Redaktion. Bild und Copyright: B+S Banksysteme.

13.10.2021 07:54 Uhr - Autor: Dena Altdörfer  Dena Altdörfer auf Twitter auf Twitter 

Die B+S Banksysteme AG konnte im Abschlussquartal des Geschäftsjahres 2020/2021 (30.06.) zahlreiche Neuaufträge an Land ziehen, umsatz- und ergebniswirksam werden diese aber erst im laufenden Geschäftsjahr. „Wir sehen eine steigende Nachfrage; noch nie war das Interesse an unseren Produkten und Dienstleistungen so hoch wie aktuell“, so B+S-Vorstand Wilhelm Berger im Exklusivinterview mit der Redaktion von 4investors.de. Dabei profitiere B+S „stark vom Nachholbedarf vieler Finanzdienstleister im Bereich Digitalisierung“. „Angesichts der bereits gesicherten wiederkehrenden Erlöse, der jüngsten Beauftragungen und der gut gefüllten Vertriebs-Pipeline“ zeigt sich Berger zuversichtlich, die für das laufende Geschäftsjahr in Aussicht gestellte EBIT-Steigerung auf rund zwei Millionen Euro zu realisieren.


www.4investors.de: Herr Berger, im Geschäftsjahr 2020/21 hat die B+S Banksysteme AG den Umsatz auf 10,4 Millionen Euro gesteigert und mit einem EBIT von 0,21 Millionen Euro operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Dennoch lagen Sie – auch wegen stichtagsbezogener Themen – hinter den eigenen Planungen zurück. Wie bewerten Sie das abgelaufene Geschäftsjahr?

Berger:
Bezogen auf die Vertriebsprojekte konnten wir alles realisieren, was wir uns vorgenommen hatten. Die geplanten Aufträge wurden noch gegen Ende des vierten Quartals abgeschlossen, jedoch konnten die erhaltenen Anzahlungen hieraus und die bereits getätigten Vorleistungen, gemäß UGB in Österreich und IFRS15 im Konzern, im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht in den Erlös gebucht werden. Entsprechend haben sich umsatz- und ergebnisseitig die Erwartungen in puncto „geplantes Neugeschäft“ nicht erfüllt. Gleichzeitig konnten wir damit aber die Basis für ein erfolgreicheres Geschäftsjahr 2021/22 legen.

www.4investors.de: Wie sah der Umsatzmix im abgelaufenen Geschäftsjahr aus?

Berger:
Grundsätzlich realisieren wir einen Großteil unseres Jahresumsatzes mit Bestandskunden aus Wartung und ASP (Hosting). Diese langlaufenden Verträge sind unser Basisgeschäft. Zusätzlich haben wir im Geschäftsjahr 2020/21 einiges an Projektgeschäft realisiert. Die neuen, strategisch hoch interessanten Aufträge mehrerer Kunden haben sich hingegen, wie bereits angesprochen, noch nicht positiv im Umsatz bemerkbar gemacht, geben uns aber Rückenwind für 2021/22.

www.4investors.de: Was steckt hinter diesen „strategisch hoch interessanten“ neuen Aufträgen? Welche Bedeutung haben diese für B+S?

Berger:
Um zwei Beispiele zu nennen, haben wir den ersten Kunden für unsere Corebank-Anwendung gewonnen und bedienen in Kooperation mit dem DSV (Deutscher Sparkassenverlag) alle deutschen Sparkassen mit unserem Börsenspiel. Aus den genannten Projekten generieren wir in der Zukunft langfristig laufende Erträge und gehen davon aus, dass diese Beispiele Schule machen. So bezieht sich die Vereinbarung mit dem DSV auch auf den europäischen Sparkassen-Sektor und nach dem Going-Live des Börsenspiels stehen weitere Projekte zur Diskussion.

www.4investors.de: Sie sprechen im Geschäftsbericht davon, dass die „Vertriebs-Pipeline gut gefüllt“ ist. Können Sie das etwas präzisieren?

Berger:
Die Anzahl der qualifizierten Vertriebskontakte hat sich in den letzten Wochen nochmals gesteigert. Die erhaltenen Anfragen betreffen alle Produktbereiche und beziehen unser Hosting mit ein. In diesem Zusammenhang ist auch der weitere Personalausbau zu sehen.

www.4investors.de: Ihre ZAG-Lizenz, um „Kontoinformationsdienste“ und „Zahlungsauslösedienste“ anzubieten, war ein wichtiger Meilenstein. Hat diese Lizenz, die Sie auch in Österreich haben, auch neue Kunden gebracht oder dient sie bisher vor allem zur Kundenbindung bzw. zum Wachstum mit bestehenden Kunden?

Berger:
Mit dem Erhalt der ZAG-Lizenz haben wir bestehende Kundenverbindungen abgesichert, aber auch bereits neue Kunden gewonnen. Wir gehen hier von einem kontinuierlich steigenden Umsatz aus, da die Abrechnung nutzungsabhängig erfolgt.

www.4investors.de: Ihre Tochtergesellschaft ByteWorx ist an der TradElite Solutions GmbH beteiligt, das ist eine Financial Market Entertainment (FME)-Plattform. Was versprechen Sie sich davon und welchen Beitrag liefert ByteWorx für diese Plattform?

Berger:
ByteWorx liefert und realisiert die gesamte Plattform auf Basis des vorhandenen Know-hows und existierender Module. Wir versprechen uns hiervon eine langfristige Zusammenarbeit auf Projekt-/Produktebene und eine Wertsteigerung der Beteiligung mit steigendem Erfolg der TradElite.

www.4investors.de: Eines der großen Assets in der Bilanz ist die Immobilie am Firmensitz in Salzburg. Die Immobilienpreise sind in den zurückliegenden Monaten weiter gestiegen. Kennen Sie den aktuellen Objektwert bzw. können Sie abschätzen, wie hoch die stillen Reserven bei aktuellen Preisen sind? Unter welchen Umständen würden Sie die Immobilie zu Geld machen?

Berger:
Die angesprochene Immobilie in Salzburg ist gut vermietet und unterliegt auch wertmäßig keinem Risiko. Eine Verwertung ist denkbar, aber nur bei entsprechendem Erlös. Bei Projektkosten von 8,2 Millionen Euro beläuft sich der Leasing-Rest noch auf ca. 3,2 Millionen Euro. Die Bewertung des Grundstückes (ca. 12.000 Quadratmeter) ist aufgrund des Miet-/Pacht-Verhältnisses außen vor.

www.4investors.de: Ihre Prognose 2021/22 sieht einen Umsatzanstieg auf 12,5 Millionen Euro vor. Darin enthalten ist auch Neugeschäft von 1,5 Millionen Euro. In welchem Umfang handelt es sich dabei um bereits unterschriebene Beauftragungen?

Berger:
Neugeschäfte sind noch zu erwartende neue Aufträge auf Basis der laufenden Vertriebskontakte. Wir sehen eine steigende Nachfrage; noch nie war das Interesse an unseren Produkten und Dienstleistungen so hoch wie aktuell. Dabei profitieren wir stark vom Nachholbedarf vieler Finanzdienstleister im Bereich Digitalisierung.

www.4investors.de: Für das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 stellen Sie ein EBIT von rund 2 Millionen Euro in Aussicht. Dies würde einer Verzehnfachung gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Ist dies nicht sehr ambitioniert geplant?

Berger:
Die Prognose geht von einer Realisierung des geplanten Neugeschäftes im Volumen von 1,5 Millionen Euro aus und bezieht die bis zum Stichtag 30.06.2021 erhaltenen Aufträge mit ein. Angesichts der bereits gesicherten wiederkehrenden Erlöse, der jüngsten Beauftragungen und unserer gut gefüllten Vertriebs-Pipeline sind wir zuversichtlich, diese auf den ersten Blick ambitioniert erscheinende Zielgröße im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen.

Daten zum Wertpapier: B+S Banksysteme
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Ticker-Symbol: DTD2
WKN: 126215
ISIN: DE0001262152
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