Hohe Frachtkosten spiegeln Knappheit auch bei Transportkapazitäten wider - Commerzbank


06.10.2021 10:12 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Nicht nur in Großbritannien gibt es ein Transportproblem. Auch weltweit sind Engpässe bei den Transportkapazitäten zu beobachten, was zu stark steigenden Frachtkosten führt. So sind die Kosten für Container (Harpex Index) seit Jahresbeginn ebenso um fast 300% gestiegen wie die Frachtraten für Schüttgüter wie Eisenerz, Getreide und Kohle (Baltic Dry Index). Die Containerkosten befinden sich sogar auf Rekordniveau. Ursachen sind die starke Nachfrage, aber auch Verzögerungen durch Verladestaus. Die steigenden Frachtkosten tragen zur derzeit hohen Inflation bei. Allerdings dürfte der starke Anstieg der Frachtkosten ein temporäres Problem sein.

Anleihen
Deutschland: Auftragseingänge Industrie (Aug), 8 Uhr
USA: ADP-Beschäftigungsänderung (Sep), 14:15 Uhr

Die Wirtschaft in der Eurozone verliert weiter an Fahrt. Der vom Institut Markit ermittelte Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft des Euroraums ging den zweiten Monat in Folge zurück. Eine sich abschwächende Nachfrage sowie Lieferprobleme tragen zum anhaltenden Rückgang bei. Allerdings befindet sich der Index mit 56,2 Punkten immer noch deutlich im Wachstumsbereich. Der eklatante Mangel an Vorprodukten lastet immer stärker auf der deutschen Automobilproduktion. So sind laut Kraftfahrtbundesamt im September 25,7% weniger PKW zugelassen worden als im Vorjahresmonat. Im Durchschnitt des dritten Quartals wurden in Deutschland nur noch etwa halb so viele Autos produziert wie im Jahr 2019, dem letzten Jahr vor der Coronakrise. Allerdings stellt dieser Einbruch wohl auch eine Fortsetzung des schon vor der Krise zu beobachtenden Abwärtstrends dar, der auf eine zunehmende Verlagerung der Produktion ins Ausland zurückzuführen ist. Eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Insbesondere der Mangel an Halbleitern dürfte bis ins nächste Jahr hinein bestehen und damit die Produktion behindern. Da auch andere Industriesektoren unter Lieferproblemen leiden, spricht dies nur für einen schwachen Wachstumsbeitrag des verarbeitenden Gewerbes für das deutsche Bruttoinlandsprodukt. Die heute früh gemeldeten Auftragseingänge in der deutschen Industrie unterstreichen die aktuellen Sorgen im Verarbeitenden Gewerbe. Sie gingen im August gegenüber dem Vormonat überraschend stark um 7,7% zurück. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt aber ein kräftiger Zuwachs von 11,7%. Die weiter steigenden Ölpreise heizen die Diskussion um höhere Inflationsraten an. Der Ölpreis der Sorte Brent erhöhte sich auch gestern weiter auf über 83 US-Dollar je Fass. Damit verteuerte sich Öl seit Anfang September um über 16%.

Aktien
Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Am Dienstag konnten die europäischen Aktienbörsen ihren in den letzten Handelstagen erlebten Abwärtstrend vorerst einmal stoppen. Die am Vormittag noch vergleichsweise zarten Kursaufschläge weiteten sich mit der Eröffnung der Wall Street sukzessive aus. Getragen wurde die Erholung unter anderem von Kursgewinnen in einigen größeren Technologiewerten, die zuletzt stark unter Druck geraten waren. So war die Aktie von Infineon (+4,8%) stärkster Wert im deutschen Leitindex Dax 40. Der Vorstandsvorsitzende des Halbleiterproduzenten hatte verkündet, dass man ein starkes Jahr 2022 erwarte. Positiv ragten auch die Anteilscheine von Hellofresh und der Deutschen Bank (jeweils +3,6%) heraus. In der zweiten Reihe zeigten sich einige Titel durch Lieferkettenengpässe belastet. So gehörten im MDax die Aktien von Rational (-4,8%, negativer Analystenkommentar) und im SDax die von Grenke (-6,7%, Einbruch des Neugeschäfts) wegen dieser Problematik jeweils zu den Indexschlusslichtern. Im EuroStoxx 50 konnten sich neben den bereits erwähnten Infineon auch die IT-Titel Adyen und ASML (jeweils +4,1%) erholen. Darüber hinaus standen hauptsächlich Bankaktien (BBVA: +6,5%) an der Spitze des Auswahlindexes. Auch auf Branchenebene stachen Banken (+4,0%) und die Informationstechnologie (+2,5%) eindeutig positiv heraus. Die US-Börsen machten ihre Vortagesverluste größtenteils wieder wett. Zur Stimmungsaufhellung trug auch der besser als erwartet ausgefallene ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe bei. Die Erholung wurde insbesondere von den zuletzt stark gebeutelten Technologiewerten getragen. Die beste Performance wies indes der Finanzsektor (+1,8%) auf, während einzig Immobilienaktien (-0,9%) schwächer tendierten. Pepsico (+0,6%) konnte von guten Q3-Zahlen und einem angehobenen Jahresziel nur wenig profitieren. Die asiatischen Börsen tendieren heute Morgen erneut schwächer.

Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Lesen Sie mehr zum Thema Konjunktur im Bericht vom 06.10.2021

Am Morgen: Infineon, TUI, Pepsico und der Ölpreis im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Im Monat September konnte der ISM Services PMI marginal zulegen. Die Zeitreihe stabilisiert sich damit wieder etwas klarer oberhalb der vor allem psychologisch wichtigen Marke von 60 Punkten und signalisiert folglich ein ausgeprägtes Wachstum der ökonomischen Aktivität bei den US-Dienstleistungsunternehmen. Der Blick auf die Details der gemeldeten Zahlen ist nicht dazu geeignet, die Inflationssorgen an den Märkten zu dämpfen. Die Fed dürfte also unter einem gewissen Zugzwang bleiben, was natürlich hilfreich für die US-Währung ist. Zudem präsentiert sich auch die Nachfrage sehr stark. Die Produzentenpreise in der Euro-Zone steigen weiter rasant und signalisieren anhaltenden Inflationsdruck. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte legten im August um 13,4% zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ökonomen hatten mit 13,5% einen nur geringfügig höheren Wert erwartet, nachdem es im Juli einen massiven Anstieg von 12,4% gegeben hatte. Die ... diese News weiterlesen!

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