Am Morgen: BMW, Merck, Ölpreis und Konjunkturdaten im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

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Die Hoffnung, dass die Opec+ angesichts der Angebotsknappheit in der kommenden Woche die Fördermenge heraufsetzen könnte, hat die Ölnotierungen am Freitag zunächst belastet. Bild und Copyright: Avigator Fortuner / shutterstock.com.

04.10.2021 08:27 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Der deutsche Einzelhandel ist im August zwar wieder gewachsen, hat aber die durchschnittlichen Erwartungen der Volkswirte verfehlt. Die Einnahmen stiegen um 1,2% zum Vormonat, teilte das Stat. Bundesamt mit. Inflationsbereinigt gab es ein Plus von 1,1%. Im Juli hatte es noch einen deutlichen Rückgang von 4,5% gegeben. Für das Gesamtjahr erwartet der Handel ein Wachstum von 1,5% auf 586 Mrd. EUR, vorausgesetzt es bleiben weitere Lockdowns aus.

Der IHS-Markit-Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie ist im September etwas durch die Lieferengpässe gebremst worden, liegt aber weiterhin komfortabel im Wachstumsbereich. Das Barometer fiel auf 58,4 Punkte von 62,6 im August, wie das Institut zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. „Die seit Monaten andauernde beispiellose Materialknappheit hat die Produktion vieler Hersteller spürbar beeinträchtigt”, erklärte Markit-Experte Smith.

Die Verbraucherpreise im Euroraum sind im September noch stärker gestiegen als erwartet. Die Inflation kletterte binnen Jahresfrist um 3,4% und damit auf den höchsten Wert seit September 2008. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg um 3,3% gerechnet. Wie schon aus den Zahlen der Einzelländer ersichtlich, verteuerte sich Energie mit +17,4% zum Vorjahr besonders stark. Industriegüter (ohne Energiesektor) verteuerten sich um 2,1%, ebenso wie Lebensmittel, Alkohol und Tabak.

USA: Auch im September konnte der ISM PMI Manufacturing zulegen. Mit nun 61,1 Zählern wird wieder ein sehr ausgeprägtes Anziehen der ökonomischen Aktivität in der US-Industrie angezeigt. Knappheiten bleiben allerdings ein großes Problem für die Wirtschaft Nordamerikas. Dennoch kann die Industrie in den USA am aktuellen Rand offenkundig stark wachsen. Dies ist eine positive Nachricht, die grundsätzlich stützend für den US-Dollar und für den globalen Aktienmarkt ist.

Rentenmarkt
Trotz erhöhter Inflationsdaten aus dem Euro-Raum haben die Kurse deutscher Bundesanleihen etwas zulegen können. US-Staatsanleihen. haben zum Wochenausklang trotz freundlicher Aktienmärkte Kursgewinne erzielt. Somit standen nun auch bei den Anleihen nach den zuletzt schwächeren Tagen die Ampeln auf Erholung.

Aktienmarkt
Am dt. Aktienmarkt spiegelte sich am Freitag die Nervosität der Anleger in einem wechselhaften Handelsverlauf wider. Letztlich verabschiedeten sich die Indices schwächer ins Wochenende. DAX -0,68%, MDAX -0,63%, TecDAX -1,83%. Anders präsentierte sich die Wall Street: Sie profitierte von der Nachricht, dass der Pharmakonzern Merck mit einem Medikament gegen Covid-19 vor dem Durchbruch steht. Die Zinsangst der Vortage rückte erst einmal in den Hintergrund. Dow Jones +1,42%, S&P-500 +1,15%, Nasdaq-Comp. +0,82%. Nikkei-225 schwächer bei aktuell 28.441,71 Punkten.

Unternehmen
Das durch die Chip-Krise verknappte Angebot und die daraus resultierende Möglichkeit, höhere Preise durchzusetzen, lassen BMW optimistischer auf das Gesamtjahr schauen. Für das laufende Jahr erwartet der Automobilhersteller trotz der anhaltenden Probleme mit dem Halbleiter-Nachschub nun eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von 9,5 bis 10,5% (bisher: 7 bis 9%). Im Finanzierungs- und Leasing-Segment werde eine Eigenkapitalrendite von 20 bis 23% (bisher 17 bis 20%) erwartet. Unter dem Strich geht BMW weiterhin von einer deutlichen Steigerung des Gewinns vor Steuern aus, der 2020 bei 5,22 Mrd. EUR gelegen hatte. "BMW erwartet, dass anhaltend positive Preiseffekte bei den Neu- und Gebrauchtwagen im Jahresergebnis die negativen Absatzeffekte überkompensieren", hieß es weiter.

Devisen
Nach den schwachen Vortagen konnte sich der Euro vor dem Wochenende stabilisieren, blieb aber immer noch unter der Marke von 1,16 US-$.

Öl / Gold
Die Hoffnung, dass die Opec+ angesichts der Angebotsknappheit in der kommenden Woche die Fördermenge heraufsetzen könnte, hat die Ölnotierungen am Freitag zunächst belastet. Im weiteren Tagesverlauf drehten die Ölpreis der allgemeinen Markttendenz folgend in die Gewinnzone. Gold konnte die Kurszuwächse des Vortages nicht ganz halten und ging etwas leichter aus dem Handel.

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