Inflationsrate Eurozone: Risiken im kommenden Jahr - VP Bank

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01.10.2021 11:35 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Die Inflationsrate in der Eurozone steigt im September gemäss der vorläufigen Schätzung der Statistikbehörde Eurostat von 3.0 % auf 3.4 %. Dass die Inflationsrate weiter zulegt, ist keine Überraschung. Der Verbraucherpreisanstieg wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Vor allem die temporäre Mehrwertsteuerreduktion in Deutschland von 2020 und die gestiegenen Energiepreise treiben die Teuerung nach oben. Weiter steigende Inflationsraten sollten also nicht für Raunen sorgen. Notenbanker und Volkswirte wissen, was passieren wird – zumindest was die noch verbleibenden Monate in diesem Jahr anbelangt.

Das eigentlich heikle Thema ist der Ausblick für das kommende Jahr, die Unsicherheit ist gross. Die Inflationsraten werden zum Jahresendbeginn 2022 fallen, so viel steht zwar fest. Doch die Frage ist, wie stark es in den Rückwärtsgang geht.

Unübersehbar ist, dass derzeit so gut wie alles teurer wird. Jüngst kam nun neue Dynamik beim Gaspreisanstieg hinzu. Letzterer wird seine volle Wirkung erst im kommenden Jahr entfalten. Deshalb werden die Volkswirte der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Inflationsprojektion für das kommende Jahr weiter nach oben nehmen müssen. Wenn nun aber auch das Jahr 2022 ein Jahr mit überdurchschnittlicher Teuerung wird, stellt sich die berechtige Frage, inwieweit die Worte "temporärer Inflationsanstieg" noch zutreffen.

Der Blick gilt deshalb vermehrt der Lohnentwicklung. Würden die höheren Konsumentenpreise Niederschlag in den Arbeitnehmerentgelten finden, bestünde das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale. Dies wären dann die vielgefürchteten Zweitrundeneffekte.

Noch ist davon nichts zu spüren, doch die Notenbanker sind mittlerweile nicht mehr ganz so gelassen wie noch vor wenigen Wochen. EZB-Chefin Christine Lagarde spricht auffallend häufig von Inflationsrisiken. Auch wenn die europäischen Währungshüter an ihrem Hauptszenario eines temporären Inflationsanstiegs festhalten werden, das Risiko eines länger anhaltenden Teuerungsanstiegs wächst. Gerade deshalb wird die EZB wohl im März das Pandemie-Notfallankaufprogramm zu den Akten legen.

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